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Engcon formiert Deutschland-Team neu und kooperiert jetzt eng mit OilQuick

Mit einer »neu formierten Mannschaft« will Engcon als weltweit größter Tiltrotatoren-Hersteller seine Marktpräsenz in Deutschland weiter erhöhen. Als neuer Geschäftsführer der deutschen Niederlassung in Wertheim bei Würzburg verantwortet jetzt Martin Frid die Deutschland-Aktivitäten von Engcon und ist damit der Nachfolger von Martin Engström. Der Sohn des Firmengründers Stig Engström hat in den vergangenen drei Jahren die deutsche Tochtergesellschaft geleitet und übernimmt Management-Aufgaben am Engcon-Stammsitz im nordschwedischen Strömsund. »Unser erklärtes Ziel ist es«, erklärte Martin Frid im Gespräch mit dem bauMAGAZIN, »unsere Marktanteile weiter auszubauen und damit auch die Akzeptanz für den Einsatz von Tiltrotatoren in Deutschland Schritt für Schritt zu verbessern.« Dabei spielt nicht nur die Kooperation mit namhaften Baumaschinenherstellern eine wichtige Rolle, sondern auch die Tatsache, das Engcon künftig mit OilQuick, weltweit führend in der Herstellung vollhydraulischer Schnellwechselsysteme, eng zusammenarbeitet.

Von Michael Wulf

Die weltweit präsente Engcon-Gruppe mit der Engcon Holding AB als Dachgesellschaft, zehn Niederlassungen bzw. Vertriebsgesellschaften, Produktionsstätten in Schweden und Polen (Nie­pruszewo) sowie diversen Tochterfirmen hat zuletzt einen Umsatz von umgerechnet rund 120 Mio. Euro (2018) erwirtschaftet und damit ihre Position als klarer Weltmarktführer ausgebaut. Als solcher hat das von CEO Krister Blomgren geleitete Unternehmen zudem am Stammsitz in Strömsund insgesamt knapp 10 Mio. Euro in neue hochmoderne CNC-Maschinen und Anlagen investiert, um so der stetig steigenden Nachfrage gerecht zu werden. Damit ist Engcon in der Lage, bis zu 22 000 Tiltrotatoren im Jahr zu produzieren.

»Produktionskapazität verdreifachen«

»Wir erwarten aufgrund dieser Investitionen große Effizienzsteigerungen«, betonte Krister Blomgren. »Nach ersten Schätzungen werden wir so unsere Produktionskapazität verdreifachen. Das wird uns zusätzliche Vorteile gegenüber unseren Wettbewerbern verschaffen.« Engcon hat vor allem in neue CNC-Maschinen und computergesteuerte Anlagen investiert, um mit einer robotisierten Fertigungslinie die stetig wachsende Nachfrage nach Engcon-Produkten abdecken zu können. Zuvor ist ein Teil der CNC-Arbeiten von einer Reihe von Lieferanten an verschiedenen Standorten erledigt worden.

Mit den neuen Maschinen kann Engcon jetzt den gesamten Fertigungsprozess kontrollieren. »Aus produktionstechnischer Sicht ist das für uns künftig ein großer Vorteil, denn wir können dann die Abläufe in unserem Stammwerk effizienter und damit produktiver gestalten«, so Krister Blomgren weiter. »Zudem stellen wir so perspektivisch sicher, dass wir unser Know-how in Strömsund behalten.«

Kooperationen mit namhaften Baumaschinenherstellern

Eine wichtige Rolle für Engcon spielen künftig auch die Kooperationen mit namhaften Baumaschinenherstellern. So werden Bagger werkseitig vorgerüstet für die Ausstattung mit Engcons Tiltrotatoren, Schnellwechslern und Steuerungssystem. »Das ist sehr bedeutsam für uns«, betonte Firmengründer und Engcon-Eigentümer Stig Engström. Auch für ihn steht es außer Frage, dass trotz des leichten Marktrückgangs im vergangenen Jahr die Nachfrage nach Tiltrotatoren und vollhydraulischen Anbauwerkzeugen wieder ansteigen wird.

Enge Zusammenarbeit mit OilQuick

Eine Schlüsselrolle für Engcon spiele dabei auch, so Stig Engström, dass man seit dem vergangenem Jahr das automatische Schnellwechselsystem EC-Oil ohne Aufpreis als Standardverbindung zwischen Tiltrotator und hydraulischen Anbauwerkzeugen anbiete. Des Weiteren setzt man bei Engcon auf die Vertiefung der Zusammenarbeit mit OilQuick. Der führende Spezialist für die Herstellung vollhydraulischer Schnellwechselsysteme wird in Zukunft seine OQ-Technologie auch mit Engcon-Tiltrotatoren anbieten. »Engcon und OilQuick ergänzen einander ausgezeichnet«, kommentierte Stig Engström die Kooperation. »Wir sind überzeugt, dass wir mit dieser Zusammenarbeit unsere führende Stellung weiter ausbauen können.«


Auch für Henrik Sonerud, Geschäftsführer der schwedischen OilQuick AB, gibt es große Vorteile. »Beide Unternehmen arbeiten schon seit langer Zeit gut zusammen. Aber jetzt wollen wir noch einen Schritt weitergehen. Entweder macht man es wie manche Marktbegleiter und kopiert die Produkte, oder man arbeitet gemeinsam am nächsten Erfolg.«

Großes Wachstumspotenzial

Ein großes Wachstumspotenzial sehen beide Unternehmen vor allem auch im deutschsprachigen Raum, für den OilQuick allein im vergangenen Jahr gut 3 500 Schnellwechsler gefertigt hat. Durch die intensive Zusammenarbeit von Franz Schauer als Geschäftsführer von OilQuick Deutschland und Martin Engström soll ein perfekt auf die speziellen Anforderungen in Deutschland abgestimmtes OilQuick-Tiltrotatoren-Programm auf der Basis von Engcon entwickelt werden.

»Dieses Konzept wird von unseren OilQuick-Deutschland-Ingenieuren gemeinsam mit den Engcon-Spezialisten abgestimmt und umgesetzt«, erklärte Franz Schauer gegenüber dem bau­MAGAZIN. Dazu gehören dann auch die von der BG Bau auf der letzten Bauma ausgezeichneten Sicherheitslösungen von OilQuick, wie die Sichtanzeige MRL und die neue Fallsicherung.

Steigende Nachfrage auf dem Weltmarkt

Bei Engcon geht man trotz der leichten Abschwächung im Jahr 2019 – die vor allem auf die nachlassende Nachfrage im Hauptabsatzmarkt Skandinavien zurückzuführen ist – grundsätzlich von einer weiterhin steigenden Nachfrage auf dem Weltmarkt aus, zumal Schätzungen zufolge weltweit gerade einmal nur 2 % aller im Einsatz befindlichen Bagger mit einem Tiltrotator ausgestattet sind. »Es gibt ein riesiges Marktpotenzial für alle in der Branche«, sagt Krister Blomgren.

Beispielhaft verweist er auf Märkte wie die USA oder Japan, die in den kommenden Jahren vor großen Herausforderungen in der Bauwirtschaft stünden. Dort seien in Zukunft effizientere und vor allem auch sicherere Geräte erforderlich, um den Anforderungen auf den Baustellen gerecht werden zu können. Das wiederum biete gute Chancen für Engcon und dessen Produkte, die exakt diese Anforderungen erfüllten. »Wir sind überzeugt davon, dass unsere Tiltrotatoren, unsere automatischen Schnellwechsler und Sicherheitskupplungen die Antwort sind auf viele dieser Herausforderungen«, so Krister Blomgren.

Serviceangebote ein weiterer Schwerpunkt

Außerdem sei man bei Engcon bestrebt, »nicht nur qualitativ hochwertige Tiltrotatoren, Schnellwechsler und Anbaugeräte zu entwickeln, sondern auch die Erwartungen der Kunden mit unseren Serviceangeboten zu übertreffen«, erläuterte Krister Blomgren einen weiteren Schwerpunkt der strategischen Ausrichtung.

»Unser Kundenservice ist bekannt dafür, sehr schnell zu reagieren, sollte eines unserer Produkte doch einmal nicht so funktionieren wie gewohnt. Auch deshalb hat Engcon überaus loyale Kunden. Des Weiteren haben wir immer das Ziel, unsere Kosten niedrig zu halten und die Erlöse zu erhöhen. Das ermöglicht es uns, kontinuierlich in die Weiterentwicklung unser Produktionsanlagen zu investieren sowie in die Bereiche Kundenservice oder After Sale.«

»Deutsche Kunden noch intensiver betreuen«

Diese stehen auch beim neuformierten deutschen Engcon-Team ganz oben auf der Agenda. »Durch die Neuausrichtung unserer Vertriebsaktivitäten verstärken wir unsere Präsenz in Deutschland und erreichen eine noch höhere Marktdurchdringung«, betont der 39-jährige Martin Frid, der zuletzt als Vertriebsleiter bei Flowbird tätig war, einem Spezialisten für Lösungen für Parksysteme.

Wir sind jetzt besser dazu in der Lage, unsere Kunden noch intensiver zu betreuen und unser Serviceangebot zu erweitern.« So arbeitet Engcon deutschlandweit mit diversen Servicepartnern zusammen. Am Sitz der Niederlassung in Wertheim sind Michael Popp bei der Versorgung mit Ersatzteilen und Servicetechniker Artjom Bondarenko die ersten Ansprechpartner für Engcon-Kunden.

Zum Engcon-Team in Deutschland ebenfalls neu hinzugestoßen sind Christian Kaiser (Vertrieb West) und Martin Wohner (Vertrieb Ost). Beide waren zuvor in technisch orientierten Branchen tätig und verfügen über einschlägige Erfahrungen im Vertrieb. Für die Vertriebsaktivitäten in Süddeutschland ist künftig der langjährige Engcon-Mitarbeiter Karl Bahr zuständig. Darüber hinaus wird der Vertrieb durch Phil Berger und Nick Hofmann als »Markenbotschafter« unterstützt.    m

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