Develon Construction Equipment Demo Days 2026: Eine wahre Spielwiese für Maschinisten

Lesedauer: min | Bildquelle: Develon
Von: Dan Windhorst

Das hat wirklich Eindruck hinterlassen: Knapp 60 km südwestlich von Prag durfte das bauMAGAZIN kürzlich die neuesten Bagger, Radlader, Dumper, Minibagger und Planierraupen aus dem Hause Develon erleben – und das inmitten einer bemerkenswerten Kulisse: Im »Háje Quarry«, einem ehemaligen Uran-Bergbaugebiet, das mit dem 1 838 m tiefen »Schacht 16« über einen der tiefsten Vertikalschächte in Europa verfügt, durfte die Redaktion alles testen, was Räder, Löffel, Schaufeln oder Ketten besaß. Und die erste Erkenntnis lautet: Statt auf Hochglanzbroschüren zu setzen, hat Develon smarten Stahl sprechen lassen.

Die Wahrheit lautet: Events mit Live-Vorführungen sind ein Drahtseilakt. Nur selten erhalten die großen Baumaschinenhersteller die Gelegenheit, ihre neuesten Maschinen mit großem Tam­tam vor einem Fachpublikum zu präsentieren, weshalb alles nach Möglichkeit im perfekten Licht erscheinen soll. Oder anders gesagt: Da darf nichts schiefgehen. Gleichzeitig, und damit beginnt das Problem, könnte das Fachpublikum kaum kritischer sein. Zu den Demo Days waren fast 900 Unternehmer, Journalisten und Händler geladen – und damit Menschen, die sich tagtäglich im Detail mit der Materie befassen. Im weitestgehend stillgelegten Steinbruch »Háje Quarry«, der heute noch zur Kiesgewinnung genutzt wird, fuhr Develon über 25 Maschinen auf – darunter die intelligenten Raupenbagger der »9er«-Serie, die erstmals unter realen Einsatzbedingungen vorgestellt wurden. Um das Fazit der Redaktion bereits vorwegzunehmen: »Das war authentisch, laut – und eindrucksvoll.«

Autonomes High-End-Baggern

Für Develon stand auf der Agenda, die Produktivität, Sicherheit und Effizienz ihrer Baumaschinen in den Mittelpunkt zu rücken. Und das wollte man mit zwei Dingen forcieren: mit tonnenschwerem Eisen und smarter Technologie. Ein Paradebeispiel dafür war die Vorstellung des »Real-X«-Systems, einer Entwicklungsarbeit, die in Kooperation mit Gravis Robotics Systems entstanden ist. In Tschechien hatte Develon einen »DX225LC« mit »Real X« ausgestattet, um aufzuzeigen, wie der Grabenaushub heute mittels KI-gestützter Aushubtechnik gelingt. Und das Ergebnis war bemerkenswert: Ausleger, Stiel und Löffel arbeiteten mit erstaunlicher Präzision – ohne großes Rütteln, Abwägen oder Nachjustieren. Und auch das Umpositionieren wirkte schnell und flüssig. Auf diese Weise hat Develon gezeigt, wie Automatisierung die Sicherheit und Produktivität auf Baustellen durchaus verbessern kann. Tatsächlich konnte Develon bereits das erste System dieser Art erfolgreich an einen Anwender in Europa ausliefern – ein laut Hersteller »wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur praktischen Anwendung der nächsten Generation autonomer Bagger«.

Neunte Baggergeneration vorgestellt

Mit dem rund 37 t schweren »DX360LC-9« sowie dem 42-Tonner »DX400HD-9«, die erst kürzlich auf den Markt gebracht worden waren, zeigte sich in Tschechien außerdem eine neue Generation an Baggerplattformen mit vollelektrohydraulischer (FEH) Technologie und integrierter KI, die für verbesserte Präzision und Steuerung stehen soll. Zur Erklärung: Beide Neumaschinen ergänzen die bereits vorgestellten Modelle »DX230LC-9« und »DX260LC-9«, wobei letztlich alle vier Maschinen der neunten Generation vor Ort für Tests zur Verfügung standen. Ein genauer Blick auf die beiden Neulinge zeigt: Der »DX360LC-9« wurde für anspruchsvolles Arbeiten konzipiert. Er verfügt über einen hauseigenen Motor des Typs »DX08«, der eine Leistung von 227 kW mit sich bringt. Bei einer Grabtiefe von bis zu 7 510 mm, einer maximalen Reichweite von 11 110 mm und einem Schaufelvolumen von 2,03 m3 ist die Maschine vielseitig einsetzbar – insbesondere aber überall da, wo hohe Stabilität und Belastbarkeit gefordert sind. Der größere Bruder »DX400HD-9« bringt hingegen knapp 42 t auf die Waage. Auch er verfügt über einen »DX08«-Motor, schafft es auf rund 254 kW Leistung und erreicht eine Grabtiefe von maximal 7 400 mm – die Reichweite liegt ebenfalls bei bis zu 11 110 mm. Was beide Modelle miteinander teilen, ist die erhöhte Produktivität: Der »DX08«-Motor bringt richtig viel Perfomance mit sich, während die Grab- und Hubkräfte durchaus bemerkenswert sind.

Sicher, produktiv und schlau

Bei nahezu allen Maschinen, die im Rahmen der Demo Days vorgestellt wurden, waren digitale Tools und Assistenzsysteme die heimlichen Stars: So stellte Develon gleich mehrere neue Sicherheits- und Produktivitätsfunktionen vor, darunter beispielsweise das »E-Stop«-System, das optional in der »9er«-Serie zum Einsatz kommen kann. Sobald Personen oder Objekte im umliegenden Arbeitsbereich auftauchen und sich der Maschine bedrohlich nähern, stellt das System die Baggerbewegungen ein. »Die E-Stop-Technologie ist vergleichbar mit Notbremssystemen aus der Automobilindustrie und hat bereits großes Interesse bei Anwendern geweckt, die nach praktischen Lösungen zur Verbesserung der Sicherheitsstandards auf der Baustelle suchen«, erklärte ­Stephane ­Dieu, ­Produktmanager für Develon-Bagger in Europa. Demonstriert wurde darüber hinaus die neueste Version der »Transparent Bucket 2.0«, kurz, »TB2.0«. Dabei handelt es sich um ein neuartiges Sichtsystem für Radlader, das tote Winkel im Frontbereich effektiv beseitigt und die Schaufel auf dem Display sozusagen durchsichtig werden lässt. Der Maschinist erhält einen besseren Überblick, kann Gefahrenquellen genauer abschätzen und ist weniger in der Sicht behindert.

Bühne frei für Elektrobagger

Viel Bewegung ist im Übrigen auch in die Entwicklung elektrisch betriebener Bagger geraten. ­Develon hat vor Ort gleich mehrere Lösungen für den Übergang von dieselbetriebenen zu lokal emissionsfreien Maschinen gezeigt. Basierend auf der Plattform der »7er«-Serie sollen die neuen Maschinen mit Zuverlässigkeit, reduzierter Umweltbelastung und Kompaktheit punkten. Zu den ausgestellten Modellen zählten die beiden elektrischen Minibagger »DX20ZE-7« und »DX23E-7«, der elektrische Raupenbagger »DX230LCE-7« sowie der elektrische Mobilbagger »DX160WE-7K« – sie alle standen für ausgiebige Tests zur Verfügung und unterm Strich lässt sich festhalten: Develon räumt Vorurteile gern mit brachialer Ehrlichkeit aus. Die Maschinen liefern vernünftige Leistungsdaten, lassen sich alltagstauglich laden und punkten zweifelsohne mit geringer Geräuschkulisse. Gegenüber den Dieselpendants lässt sich, Stand heute, wirklich nichts vermissen. Allerdings, und auch das gehört an dieser Stelle zur Wahrheit, müssen die E-Maschinen zum jeweiligen Einsatzbereich passen. Überall da, wo es Zeit, Einsatzumfang und vorhandene Infrastruktur zulassen, können diese elektrisch betriebenen Bagger wirklich überzeugen.

Spezialmaschinen in Aktion

Die Demo Days boten im Übrigen auch die Gelegenheit, sich ausgiebig mit Spezialmaschinen auseinanderzusetzen, die im Abbruch und Materialumschlag zum Einsatz kommen. Gezeigt wurden der neue kompakte Abbruchbagger »DX140RDM-7« sowie die Materialumschlagmaschinen »DX160WMH-7« und »DX350WMH-7«. Mit einem Gewicht von 14 t kombiniert der »140er« laut Develon »maximale Leistung mit außergewöhnlicher Wendigkeit« und eigne sich besonders für Arbeiten auf engstem Raum. Und das kann die Redaktion bestätigen: Die Maschine ist kompakt aufgebaut, lässt sich flexibel einsetzen und fällt vor allem durch ihre einfache Bedienung, schlaue Zusatzsysteme und hohe Arbeitsleistung auf. Hinzu kommt, dass dieser Bagger nicht nur für den Abbruch entwickelt wurde – er erweist sich als multifunktionaler Helfer, der dem Bauunternehmer weit mehr Flexibilität erlaubt. Der »DX140RDM-7« ist Teil der umfassenderen Develon-Abbruchpalette, zu der auch die Modelle »DX245DM-7«, »DX380DM-7« und »DX530DM-7« zählen. Die vorgestellten Materialumschlagmaschinen »DX160WMH-7« und »DX350WMH-7« wiederum unterstützen ­anspruchsvolle Anwendungen wie Recycling, Abfallwirtschaft und Industrieeinsätze. Bei näherer Betrachtung fallen die Robustheit, Effizienz und Leistungskraft auf – nutzen lassen sich beide Maschinen durchaus für hochintensive Arbeitseinsätze.

Stephane Dieu,  Produktmanager für Develon-Bagger in Europa 
»Die ›E-Stop‹-Technologie ist vergleichbar mit Notbremssystemen aus der Automobilindustrie und hat bereits großes Interesse bei Anwendern geweckt, die nach praktischen Lösungen zur Verbesserung der Sicherheitsstandards auf der Baustelle suchen.«  

Rückenwind für Dozer-Markt

Weder zu überhören noch zu übersehen waren die Planierraupen: In Tschechien trug Develon Sorge dafür, dass die Fachbesucher einen genauen Blick auf ihre neuen Dozer warfen. Nach der erfolgreichen Markteinführung des »DD130-7« möchte der Hersteller mit der Vorstellung des neuen »DD100-7« seine Position im europäischen Dozer-Sektor weiter stärken. Der »DD100-7«, so Develon, sei mit Blick auf Betriebsgewicht und Leistung in seiner Klasse führend. Entwickelt hatte man die Maschine für Anwendungen im Wohnungsbau, im leichten Gewerbebau sowie im Straßenbau. Seine auf Präzision ausgerichtete Leistung mache ihn besonders geeignet für Feinplanierarbeiten, bei denen Genauigkeit und Kontrolle entscheidend seien. Der »100er« bringt eine Leistung von 91 kW bei einem Einsatzgewicht von 11,6 t mit sich. Die maximale Traktion beträgt 16 t – die Steigfähigkeit liegt wiederum bei 35°/70 Prozent, während der maximale Förderstrom der Hauptpumpe knapp 103 l/min misst. Die mittelgroße Planierraupe weist eine recht schmale Front, minimale Säulen und eine Vollglas-Kabine auf, was dem Bediener eine erstaunlich gute Sicht auf den Arbeitsbereich ermöglicht.

Zwischen Radlader und Dumper

Ein Publikumsliebling war im Übrigen der bis zu 34,4 t schwere Radlader »DL550«-7. Dieses Arbeitstier verfügt über ein Schaufelvolumen von bis zu 6,6 m3 und bringt eine Kipplast von 24,3 t mit sich. Der verbaute »DC13«-Motor von Scania liefert bis zu 294 kW Leistung – und genau die bringt der Radlader auch ziemlich eindrucksvoll auf die »Straße«. Die Besonderheit: In Kombination mit der kraftvollen Hydraulik besitzt die Maschine ein hervorragendes Eindringvermögen, wodurch eine optimale Schaufelbefüllung geboten wird. Auch hier kann das bereits erwähnte transparente Schaufelsystem zum Einsatz kommen. Die Ausbrechkraft dieses Kraftpakets liegt bei 230 kN, die Ausschütthöhe im 45°-Winkel bei 1 504 mm und die Ausschüttreichweite bei 3 700 mm. Und während sich die Schaufeln der Radlader unaufhörlich in die Sand- und Kiesberge gruben, ratterte im Hintergrund ein vielbeachteter ­»DA30-7«-Dumper vorbei. Mit einer Länge von 9 555 mm und einer Breite von 3 000 mm bringt es dieser 6x6-knickgelenkte Muldenkipper auf ein Nettogewicht von 23,1 t – ohne Heckklappe liegt das Ladevolumen bei rund 24,4 m3. Im Inneren verbergen sich ein »DC09«-Motor mit 276 kW sowie ein ZF-Getriebe des Typs »ZF8 EP320«. Die Konfiguration beruht auf fünf in Reihe geschalteten Zylindern mit 9,3 l.


Ein erfolgreiches Event

Die Zusammenfassung lautet: Develon hat abgeliefert. Die Veranstaltung war geprägt davon, selbst in die Maschinen zu steigen, sich ein Bild von den wichtigsten Neuerungen zu machen und direkt vor Ort mit den Produktspezialisten ins Gespräch zu kommen. Spürbar war, dass der Hersteller viel Wert darauf gelegt hat, ganze Prozessketten abzubilden. Gerade mit Blick auf den besonderen Veranstaltungsort sollte gezeigt werden, was Bagger, Radlader, Dumper und Dozer im Verbund aufbieten können – und wie sie sich mittels neu entwickelter Assistenzsysteme noch effizienter und sicherer nutzen lassen. Und zugeben muss man: Develon hat wenig »herumgespielt«. Natürlich sollten die neuen Maschinen im Scheinwerferlicht präsentiert und damit von ihrer besten Seite gezeigt werden. Was aber überzeugte, war, dass der Stahl gehalten hat, was versprochen wurde. Insbesondere bei den neuen Kettenbaggern der neunten Generation ist spürbar, dass der Hersteller smarte Technologien in den Mittelpunkt rückt: Die Handhabung ist, ebenso wie die Präzision, deutlich verbessert worden. Gleichzeitig stimmt die Vorführung von »Real X« nachdenklich, denn das autonom agierende System läuft bemerkenswert flüssig, weshalb der Gedanke an die Baustelle der Zukunft deutlich näher gerückt ist. Als Entwickler und Hersteller ist Develon zweifelsohne in einem hart umkämpften Markt unterwegs und insbesondere die neuen Maschinen müssen nun zeigen, dass sie ihre im »Háje Quarry« bewiesene Leistung auch im Arbeitsalltag auf die Baustelle bringen. Einen Mehrwert hat das Develon-Event im Übrigen damit geboten, dass auch weitere Partner wie Leica, Engcon, Trimble, Strickland und Steelwrist mit vor Ort waren und deren Lösungen aktiv in die Live-Vorführungen eingebunden wurden.d

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