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Caterpillar – Zeppelin – Max Wild: Großprojekt erfordert schweres Geschütz

Gemessen an der Strecke, über die sich der Rückbau erstreckt, dürfte es eine der längsten Abbruchbaustellen sein, die Deutschland bietet: Im Rahmen des ÖPP-Projektes »Verfügbarkeitsmodell A6« der Projektgesellschaft ViA6West erweitert die Bau-Arge A6 West, bestehend aus Hochtief Infrastructure und der Johann Bunte Bauunternehmung, in Baden-Württemberg bei laufendem Verkehr ein Autobahnteilstück auf sechs Fahrstreifen. Rund 40 Brückenbauwerke müssen Neubauten weichen, die sich zwischen Wiesloch und Weinsberg auf dem insgesamt 47 km langen Projektabschnitt verteilen. Diese muss das Unternehmen Max Wild als Abbruchspezialist für die Projektgesellschaft ViA6West beseitigen. Konkret geht es um fünf Über- und 35 Unterführungen. Die Baustellen sind auch der Ersteinsatzort für einen neuen Cat-Bagger des Typs 340.

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Gefordert ist vor allem der konventionelle Maschinenabbruch, der den Einsatz von sechs Großbaggern bedingt. So rückte Max Wild bereits mit seinem größten unter ihnen an: einem Cat-Kettenbagger 352F. Seit letztem Herbst kam weiteres schweres Geschütz in Form eines zusätzlichen Abbruchbaggers von Cat ins Spiel: Ein neuer 340, der erste mit geradem Ausleger in Europa, dient der Verstärkung. Wegen der benötigten Höhe und Reichweite hat das Unternehmen den Bagger für Abbrucheinsätze wie an der A6 vorgesehen – der Rückbau bildet nach dem Tiefbau den zweitgrößten Leistungsbereich bei Max Wild. »Im Abbruch setzen wir wegen der Reichweite nur Bagger mit geradem Ausleger ein. Im Tiefbau wird dagegen ausschließlich mit Verstellausleger gearbeitet«, so Roland Wild, Geschäftsführer bei Max Wild.

Das Unternehmen kann auf 30 Geräte aus dem eigenen Maschinenpark zwischen 30 t und 50 t zurückgreifen. Der Cat 340, dessen Grundgerät vom Ober- als auch vom Unterwagen des neuen Cat 336 übernommen wurde, erreicht mit 6,9 m langem Ausleger eine maximale Reichweite von rund 12 m und erzielt eine maximale Grabtiefe von 6,6 m. »Typisch für die Brückenbauwerke, wie sie an der A6 auftreten: Sie sind immer jünger und haben demzufolge immer stärkere Bewehrungen, insbesondere bei den Fundamenten, die schwere Abbruchmaschinen erfordern«, erklärt der auf der Baustelle verantwortliche Polier von Max Wild, Christian Thieme.

Vorabtest bestanden

»Den Hydraulikdruck und die Durchflussmenge des Hydrauliköls beim Cat 340 haben wir selbst anhand eines Tests mit einem von uns optimierten Messinstrument überprüft, um die Leistung zu ermitteln. Hier verlassen wir uns nicht auf Datenblätter, sondern messen selbst nach, bevor die Maschine auf die Baustelle geht, damit wir wissen, ob auch die Leistung, die wir benötigen, am Anbaugerät ankommt. Das machen wir in Zukunft bei allen neuen Baumaschinentypen, die in den Einsatz gehen«, kündigt Markus Hörmann, Geschäftsfeldleiter Systementwicklung bei Max Wild, an.

Bei dem neuen Abbruchbagger erzeugen zwei Hydraulikpumpen einen Durchfluss von 558 l/min. Die Baumaschine arbeitet mit ihrem Arbeitsgerät mit einem maximalen Druck von 380 bar. Zentrale Hydraulikkomponenten liegen beieinander, sodass kürzere Verbindungsrohre und -schläuche verwendet werden können, wodurch Reibungsverluste und Druckabfälle reduziert werden. Zudem reduzieren elektronisch gesteuerte Energieverwertungskreise für die Ausleger- und Stielzylinder das Ölvolumen, das von den Hauptpumpen benötigt wird, wodurch Motorlast reduziert und Kraftstoff gespart werden.

Kraftstoffeffizienz gesteigert

»Im schweren Abbruch schalte ich immer auf den Power-Modus, um maximale Leistung abzurufen. Beim Laden komme ich mit dem Smart-Modus aus und kann Kraftstoff sparen«, so Jimmy Schimmer, Fahrer des Cat 340 bei Max Wild. Der Durchschnittsverbrauch des Baggers liegt ihm zufolge zwischen 21 l und 22 l. »Es ist uns gelungen, die Kraftstoffeffizienz um bis zu 15 % zu steigern«, erklärt Gilles Ronnet, Cat-Marketing-Spezialist und verantwortlich für die Abbruchsparte.


Auch wenn mit Anbaugeräten von mehreren Tonnen in der Höhe hantiert wird, sind selbst feinste Bewegungen möglich, um etwa das Baumaterial aus dem Verbund zu trennen. »Ich kann den 40-t-Bagger feinfühlig bedienen und es gibt unglaublich viele Möglichkeiten, die Maschine einzustellen«, bewertet Schimmer die Steuerung. Positiv beurteilt er auch die Funktion Smart Boom, die Schwimmstellung des Auslegers, die er für den Hammereinsatz benutzt. Der Ausleger sinkt automatisch nach, sobald der Meißel in den Beton eindringt. Ausgestattet ist der Cat 340 mit einem Oilquick-Schnellwechsler und Tool Control, das automatisch Öldruck und -menge einstellt; alles jederzeit ablesbar auf dem Touchscreen-Display von der Kabine aus.

Das Repertoire an Anbaugeräten, das Jimmy Schimmer von der Kabine aus bedient, besteht aus Hammer, Pulverisierer, Sortiergreifer und Löffel. Der Ansatz, den Max Wild verfolgt: Im Abbruch muss jeder Bagger die ganze Bandbreite an Aufgaben wie das Trennen, Zerlegen, Sortieren und Laden bewältigen. Das erfordert eine abgestimmte Koordination von Maschineneinsatz und Arbeitsschritten, aber auch konsequente Arbeitsteilung, um Beton von Stahl zu trennen und so aufzubereiten, damit er zum späteren Auffüllen wiederverwendet werden kann.

Mit Stolz bei der Arbeit

Jimmy Schimmer ist einer der sechs Maschinisten, die mit einem Oberbauleiter, zwei Bauleitern und einem Team aus 15 Arbeitern für Max Wild die Abbrüche an der A6 umsetzen. Als fester Arbeitsplatz wurde ihm der neue Cat 340 zugewiesen. »Es macht einen besonders stolz, an diesem großen Projekt mitwirken und mit neuester Technik arbeiten zu dürfen«, erklärte er. Neu, aber komfortabel sei für ihn der Motorstart in der neuen Komfortkabine geworden: Der Bagger wird analog zum modernen Pkw per Drucktaste gestartet.

Der Cat 340 kann ab diesem Jahr nachgerüstet und an die Merkmale der neuen Generation angepasst werden – Funktionen wie eine Waage, Hub- und Schwenkbegrenzung und 2D-Steuerung samt Planierautomatik lassen sich analog der neuen Kettenbaggergeneration der Cat-300er-Serie nutzen, so Tobias Polzmacher, bei Zeppelin verantwortlicher Produkt-Manager für Kettenbagger. »Gerade die Waage wird für uns interessant, weil wir verschiedene Materialien bei den Brückenabbrüchen auf Kippfahrzeuge verladen. Auch auf die 2D-Steuerung werden wir zurückgreifen, wenn wir dann die Brückenfundamente ausheben und die unterste Schicht abziehen. Besonders hilfreich wird die Hub- und Schwenkbegrenzung sein, damit man nirgendwo hängen bleibt, was beim Abbruch leider immer wieder mal passiert«, so Daniel Wild, Max-Wild-Geschäftsfeldleiter Fuhrpark- und Geräte-Manager.

Kettenabstreifer

Damit der Bagger noch besser geschützt ist, wurden die Scheinwerfer eingehaust. Zudem ließ man Kettenabstreifer anbringen, wie sie schon der Cat 352 hat. Diese verhindern, dass sich Armierungen in der Kette verklemmen und den Bagger beschädigen.

Wesentliche Meilensteine hat Max Wild an der A6 schon geschafft: Eine besondere Herausforderung bestand im Rückbau des Neckartalübergangs zwischen Heilbronn/Neckarsulm und Heilbronn/Untereisesheim. Dieser bildete sich aus vier rund 700 t schweren Brückenteilen mit einer Gesamtlänge von über 1,3 km, die den Neckar und dessen Kanal auf rund 230 m bei Neckarsulm überspannten.

Litzentechnik

Mehr als zweieinhalb Jahre Planung gingen dem Rückbau des Neckartalübergangs voraus. Die Abbruchspezialisten von Max Wild nutzten Litzentechnik, um die herausgetrennten Fahrbahnen samt Brückenteile hydraulisch Millimeter für Millimeter abzulassen. Vorab wurden umfassende Stahlbauarbeiten zur Ertüchtigung des Bauwerks ausgeführt, um den Überbau auf die massive Belastung während des Absenkvorganges vorzubereiten. Dann wurden die Teile per Pontons, Schubleichter und Schubschiff auf dem Wasser zum 3 km entfernten Containerterminal Heilbronn ausgeschwommen.

Die Stahlteile wurden dann dort auf eine Länge von 6 m bis zu 12 m gekürzt und so für die Lieferung an Stahlwerke und Gießereien vorbereitet. Daran schloss sich der konventionelle Abbruch der Vorlandbrücke an. Dieser machte allein über 120 000 m³ Beton-Rückbaumasse aus. Nicht weniger spektakulär war die sich anschließende Sprengung der bogenförmigen Hohlkastenbrücke – 1 500 kg Sprengstoff brachten den Betonkoloss samt Pfeiler zu Fall. Schließlich wurde großes Gerät zum Abbruch der Bahnbrücke aufgefahren: Ein Raupenkran mit einem Leergewicht von 1 100 t stand hier zum Einsatz bereit. Das schwerste Betonteil, das mithilfe des Krans gehoben werden musste, wog 260 t.    t