Aktuelles Unternehmensführung

Carl Beutlhauser: Cloud-Plattform verbindet technische, kaufmännische und Live-Daten

Die Beutlhauser-Gruppe hat eine cloudbasierte Lösung für die herstellerübergreifende einfache Verwaltung, Disposition und Auswertung kompletter Fuhrparks bzw. Equipments. Als Besonderheit der modularen Web-Anwendung OneStop Pro gilt die Verknüpfung technischer Stammdaten, operativer Live-Daten und kaufmännischer Daten für eine digitale Abbildung des jeweiligen Geräts auf einer Plattform.

Dank der hohen Auslastung in der Baulogistik haben Unternehmen immer mehr Maschinen, Geräte und anderes Equipment im Einsatz. Doch nicht alle Firmen haben auf der Verwaltungsseite nachgezogen. Wer noch handgeschriebene Listen führt, Belege nur in Papierform auf Ordner verteilt oder umfangreiche Excel-Tabellen pflegt, kann schnell den Überblick verlieren.

Darüber hinaus würden auch Telematikeinzelsysteme wie VisionLink oder LiDat verwendet, die nur einen Teil der wichtigen Informationen des Equipments erfassen könnten, wie Dominik Märkl, Leiter von OneStop Pro bei der Beutlhauser-Gruppe mit Sitz in Passau, betont. »Da in den meisten Fällen aber bei Kunden Mischflotten, Kleingeräte und weiteres Equipment im Einsatz sind, bleibt die restliche Information außen vor oder wird zusätzlich manuell verwaltet – eine herstellerübergreifende Plattform fehlte bis dato«, so Märkl. »Ein weiteres Problem sind hohe Schäden durch Schwund und die Unwissenheit darüber, wann Maschinen und Geräte zur Wartung einzuplanen sind, weil sie selten bis gar nicht in eine markenübergreifende Lösung eingebunden werden. Dadurch befinden sich eben diese nicht auf dem Radar der Arbeiter und der finanzielle Schaden kann schnell in die Tausende gehen.«

Modulare und herstellerunabhängige All-in-One-Lösung

Die digitale Lösung OneStop Pro verspricht Abhilfe. Hersteller- und geräteunabhängig wird mit einer Anwendung das gesamte Equipment vom Bagger über Lkw bis zu kleinsten Gerätschaften und Inventar organisiert. Betriebs-, Produktions- und Servicedaten von Baumaschinen und Fahrzeugen werden automatisch per Schnittstelle oder mobiler App in die Anwendung übernommen. Technische Werte wie Kraftstoffverbrauch, Tankfüllstand, Position, Fehlermeldungen, Maschinenstatus oder Wartungshinweise können jederzeit standortunabhängig eingesehen und ausgewertet werden. Zusätzlich können automatisch oder manuell erfasste kaufmännische Daten und Belege der digitalen Maschinenakte beigefügt werden, um einen 360°-Blick des jeweiligen Equipments zu erhalten. Somit sind die entscheidungsrelevanten Informationen zu Maschinen und Geräten zentral gespeichert und schnell griffbereit.

Equipment, das ab Werk nicht über eine Telematikanbindung verfügt, könne, so Dominik Märkl, mithilfe preiswerter Hardware-Nachrüstungen nützliche Daten liefern. Kleine Tracker oder QR-Codes in Verbindung mit einem Smartphone können an Kleingeräte angebracht werden. Je nach Ausführung können so unterschiedliche Daten aller Geräte auf Baustellen oder im Lager erfasst, dokumentiert und in One­Stop Pro visualisiert werden. »Es ist schon ein großer Fortschritt, wenn man weiß, wo sich nicht nur die großen, sondern auch die kleinen Geräte befinden. Die Möglichkeit, einen Gesamtüberblick zu erhalten und per Alarm darüber informiert zu werden, wenn sich ein Gerät verselbstständigt, ist für unsere Kunden ein großer Mehrwert«, erläutert Märkl.

Neben der Auswertung der Telematikdaten habe sich das integrierte digitale Dispomodul als überzeugendes Argument bei Kunden erwiesen. Vorher angelegtes Equipment könne einfach auf Baustellen und in Projekte eingeteilt werden. »Verlängerungen und Weitergaben von Baustelle zu Baustelle sind einfach per App buchbar und geben jedem Nutzer auf einen Blick Einsicht in die Gerätehistorie sowie dessen Verfügbarkeit. Als Bonus können neben Projekten und Maschinen auch Personen für bestimmte Projekte, Baustellen oder Lagerhallen eingeteilt werden«, so Märkl.


Plattformgedanke für eine einfache Visualisierung

Damit die umfangreiche Datensammlung aussagekräftig dargestellt und analysiert werden kann, verfügt OneStop Pro über Module wie Controlling und Reports. »Essenziell wichtig sind übersichtliche Auswertungen und die Form der Datenaufbereitung«, weiß Märkl. Wer beispielsweise den Kraftstoffverbrauch und den Tankfüllstand vor Augen hat, kann seine Kraftstoffversorgung auf der Baustelle optimieren. Ähnlich ist es mit der Übermittlung von bevorstehendem Wartungsaufwand. Im Zusammenspiel mit der Disposition kann der beste Zeitpunkt für den Service frühzeitig geplant werden. »Unsere Kunden erhalten täglich, wöchentlich oder monatlich Berichte und Auswertungen, gefüllt mit allen wichtigen Informationen.

Eine Individualisierung von OneStop Pro könne, so Märkl, dank Expertise und Anzahl an Inhouse-Software-Entwicklern ebenfalls ermöglicht werden. »Diese Möglichkeit der Individualisierung ist besonders in Bezug auf Schnittstellen zu ERP-, Planungs-, oder Dokumente-Management-Software ein ganz großer Mehrwert der Plattform. Denn jeder Kundenauftrag wird bei uns als ­eigenes Projekt mit größtmöglicher Flexibilität gesehen«, erläutert Sebastian Dillinger als Produkt-Manager im Team OneStop Pro.

Wartungen und Prüfungen

Das Wartungs-Management- und UVV-Prüfungsmodul von OneStop Pro hilft Anwendern dabei, Wartungs- und Prüfungstermine zu verwalten und zu planen. Ein Mehrwert soll dadurch entstehen, dass die gesetzlich vorgeschriebenen Prüfungstermine inklusive der Dokumentation eingehalten und gleichzeitig – der Cloud sei dank – die vom Gesetzgeber geforderten Dokumente zu jeder Zeit, an jedem Ort vorgewiesen werden können. Die dadurch gewonnene Transparenz und Flexibilität eröffnet die Möglichkeit, sowohl die interne Kommunikation, als auch Flotten- und Werkstattauslastungen bestmöglich strukturiert und nachhaltig zu planen.

Als Highlight des Moduls nennen die Produktverantwortlichen die Anlage individueller Servicetypen, die es ermöglichen, vorab spezifizierte Wartungsvorgänge an einer Vielzahl des Equipments durchführen zu können. Eine intelligente Regel­logik ermöglicht anhand von Zeit, aktuellem Betriebsstunden- und Kilometerstand die Festlegung von Wartungs- und Prüfungsterminen. Wird eine Wartung oder Prüfung abgeschlossen, kann dies durch das Hochladen von Dokumenten und Prüfprotokollen in One­Stop Pro digital dokumentiert und nach Ab­schluss in der Historie des Equipments hinterlegt werden.

Eigens entwickelte Plattform

Beutlhauser hat in den vergangenen Jahren verstärkt in den Ausbau des digitalen Angebots investiert. »Die allgegenwärtige Digitalisierung erfasst mehr und mehr auch unsere Geschäftsbereiche Baumaschinen und Baugeräte, Flurförderzeuge und Kommunaltechnik«, berichtet Thomas Burgstaller, Geschäftsführer der Beutlhauser-Gruppe. »Unsere Kunden setzen auf fortschrittliche Technik und zunehmend auf die Vorteile durch digitale Produkte und Plattformen. Herausforderungen, wie die immer wichtiger werdende digitale Datenablage, eine schnelle digitale Kommunikation, eine besser planbare Wartung und die Möglichkeit, Daten verschiedenster Hersteller und Marken in einer einzigen Plattform zu bündeln, haben uns dazu bewegt, One­Stop Pro zu entwickeln. Am Markt war keine adäquate Lösung zu finden, so haben wir unsere eigene Plattform entwickelt, die jetzt auch branchenspezifische Anforderungen erfüllt«, erläutert Burgstaller weiter.

Digitale Plattform als Mietmodell

OneStop Pro wird als Software as a Service (SaaS) angeboten. Da die Anwendung modular aufgebaut und die Lizenz nach der Anzahl des zu verwaltenden Equipments gestaffelt ist, sollen Unternehmen unterschiedlichster Größe wirtschaftlich damit arbeiten können. So soll sich OneStop Pro bereits bei zwei oder drei Maschinen gewinnbringend einsetzen lassen, beispielsweise um Betriebskosten und Einsatzzeiten im Blick zu haben. Diese können beispielsweise die Abrechnung erleichtern, wenn man die genauen Kosten kennt und den Einsatz der Geräte nachweisen kann.

»Wir sind mit OneStop Pro seit 2018 auf dem Markt erfolgreich unterwegs und begleiten unsere Kunden von der Erstberatung über die Konzeption bis zur finalen Umsetzung und Einführung in die Anwendung«, so Dominik Märkl. »Der Kunde muss sich keine Gedanken machen, wie er die Maschinen und Geräte in die Plattform bekommt. Wir analysieren im Detail seine Ausgangssituation, zeigen mögliche Optionen auf, erstellen ein passendes Konzept für Bedarf, Technik oder Datenakquise und beraten bei der Entscheidungsfindung. Das Wichtigste bei dieser gemeinsamen Vorgehensweise ist es, am Ende einen wirklichen Mehrwert für den Kunden zu erzeugen. Nur wenn die Möglichkeiten und Mehrwerte auf beiden Seiten erkannt werden, sind wir und der Kunde zufrieden.«    t

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