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Besser planieren mit Knick

Auslöser für die bereits zum Patent angemeldete Neuentwicklung war die Beobachtung von Stehr, dass bei Vorführungen seines neuen Anbauverdichters am Radlader auf einer Autobahnbaustelle, der mit dem vorlaufenden Planieren beschäftigte Grader zum einen viel zu langsam war, da die für einen gleichmäßigen Materialauftrag erforder­liche Materialfüllung vor der Schar nicht immer sichergestellt war: Entweder läuft überschüssiges Material seitlich an der Schar ab und bleibt als Grat liegen, oder es fehlt an anderer Stelle. Deshalb sind für eine ordentliche Feinplanierung immer mehrere langwierige Graderüberfahrten nötig. Durch das viele Hin- und Herbewegen des Materials erfolgt außerdem eine Entmischung und eine Austrocknung des Materials – dadurch ist eine nachfolgende optimale Verdichtung nicht möglich. Dieser Effekt tritt ganz besonders bei Wald- und Feldwegen auf, deren Dachprofil häufig mit einem Anhängegrader am Schlepper angelegt wird.

Stehr verpasste daraufhin dem Graderschild eine neue Kinematik, in dem sich ein Innenrohr in einem Außenrohr verschiebt. Durch das Verschieben kann das Schild in alle Richtungen sowohl gerade, in beide Richtungen schräg, V-förmig nach vorne offen oder geschlossen verstellt werden. So wird abgetragenes Material entweder in der Mitte gesammelt und zentral vor der Schar mitgenommen, oder es läuft sofort zu beiden Seiten ab. Die Zugvorrichtung der Schar kann in der Vertikalen nach oben und unten verstellt werden. Einmal um eine gerade Schnittkante zu erreichen, die Schneide »scharf« zu stellen bzw. ein Dachprofil in einer Überfahrt zu erstellen. Somit entsteht in einer Überfahrt mit einer unglaublichen Geschwindigkeit ein sauberes Rinnen- oder Dachprofil, was im land- und forstwirtschaftlichen Wegebau vielmals gefordert ist.

Deutlich leichter und schneller

Aber auch die üblichen Planierarbeiten gehen mit dem Stehr-Patent jetzt deutlich leichter und schneller – der umtriebige Firmenchef spricht von einer Revolution in der Planierung, die bei manchen Einsätzen bis zu fünfmal schneller zum Ergebnis führe als mit dem herkömmlichen Equipment: »Ganz einfach weil zahlreiche Überfahrten wegfallen, die nicht nur Zeit kosten, sondern auch unnötige Betriebsstunden auf den Zähler bringen und damit auch eine Menge Sprit kosten, mehr schädliche Abgase und wesentlich mehr CO₂ erzeugen.«

Die Besonderheit an der Stehr-Erfindung ist, dass sämtliche bekannten und vorhandenen Grader mit der neuen Schar nachgerüstet werden können, ohne neue Hydraulikfunktionen zu installieren. Eine automatische Steuerung stellt kein Problem dar.

Die Scharstellungen können über Wegesensoren in den Hydraulikzylindern gemessen und auf einem Display in der Kabine angezeigt werden. Die Zugvorrichtung der Schar lässt sich in der Vertikalen nach oben und unten verstellen– einmal um eine gerade Schnittkante zu erreichen, die Schneide »scharf« zu stellen bzw. ein Dachprofil in einer Überfahrt zu erstellen.

Die Hydraulikzylinder sind bei 4 m Schar auf 10 t Zugkraft kolbenstangenseitig ausgelegt und über Sekundärventile abgesichert. Sämtliche vorhandenen Hydraulikzylinder und die bekannten Anlenkpunkte werden genutzt. Der 4 m breite Schar kann für die Transportstellung auf 2,5 m zusammengeklappt werden.

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