BAUER AG Neue Wege zur Schlitzwand

Pressemitteilung | Lesedauer: min | Bildquelle: BAUER

Fräsentechnik der Schrobenhausener Bauer-Gruppe setzt seit rund vier Jahrzehnten Maßstäbe. Kaum ein anderes Verfahren hat den Spezialtiefbau seit Mitte der 1980er-Jahre so stark verändert wie die Entwicklung der Schlitzwandtechnik, bei der die erste Bauer-Schlitzwandfräse als ein Meilenstein gilt. Im vergangenen Jahr kündigte Bauer eine Innovation an, die künftig neue Einsatzmöglichkeiten bei der Herstellung von Schlitzwänden eröffnen soll: das elektrisch angetriebene »Bauer Cube System.«

Die erste Bauer-Schlitzwandfräse war 1984/85 für die Abdichtung des fränkischen Brombachspeichers binnen vier Monaten von den Bauer-Ingenieuren konstruiert, gebaut und auf die Baustelle gebracht worden. Trotz Anlaufschwierigkeiten gelang es, mit dem Prototyp eine 60 cm starke und 40 m tiefe Wand herzustellen.

In Zusammenarbeit mit einem französischen Partner entstand für die Arbeit in beengten Verhältnissen und mit Arbeitshöhen von lediglich 5 m der wendige City-Cutter BC 15. Neue Einsatzmöglichkeiten erlaubte auch die Low-Headroom-Maschine, die Bauer Ende der 1990er-Jahre für die Umschließung eines U-Bahnhofs in Singapur unter einem bestehenden Flughafengebäude vorstellte. Im Jahr 2014 läutete der CBC 40 Silent Cutter eine weitere neue Generation von Geräten für Projekte im urbanen Umfeld ein. Als besondere Merkmale dieses Geräts gelten niedrige Lärmemissionen, aber auch kompakte Abmessungen, die u a. durch das seit­liche Anbringen des Hydraulikaggregats ermöglicht wurden. Im Sommer 2019 konnte mit einer Bauer-Fräse des Typs BC 50 an einem Seilbagger MC 128 schließlich ein Tiefenrekord bei einem Mining-Projekt in Kanada aufgestellt werden, wo erstmals bis in eine Tiefe von 251,4 m gefräst wurde.


Standardgeräte im Spezialtiefbau

Neben Spezialeinsätzen haben sich Bauer-Fräsen als Standardgeräte im Spezialtiefbau bei der Herstellung von Schlitzwänden bewährt, die als Baugrubenumschließung, zur Dichtwandherstellung oder als Gründungselement dienen. Fräsen spielen auch bei Bodenmischverfahren wie dem »Cutter Soil Mixing« (CSM) eine Rolle, bei dem Fräsräder den Boden lockern und ihn mit einer Suspension zu einem homogenen Boden-Zement-Mörtel vermischen. Das Verfahren kann auch in harten Bodenarten zur Herstellung von Dicht- und Verbauwänden eingesetzt werden.

Die Themen Urbanisierung und Nachhaltigkeit gewinnen zunehmend an Bedeutung und erfordern proaktive Lösungen, wie die erste elektrisch angetriebene Fräseinheit auf Basis eines Bauer- Seilbaggers MC 96, der auf der vergangenen Bauma vorgestellt wurde.

Neue Einsatzmöglichkeiten

Im vergangenen Jahr kündigte das Unternehmen mit dem elektrisch angetriebenen »Bauer Cube System« eine Innovation an, die neue Einsatzmöglichkeiten bei der Schlitzwanderstellung verspricht. Entwickelt wurde die Neuheit in Container-Abmessungen, um beispielsweise problemlos in Tunneln mit einem Durchmesser von lediglich 3 m x 3 m eingesetzt werden zu können – ein Vorteil etwa bei Fräsprojekten in dichtbesiedelten Metropolen. »Das Bauer Cube System kann genau dort zum Einsatz kommen, wo die Schlitzwand hergestellt werden soll: untertage«, betont Leonhard Weixler, Leiter des Geschäftsbereichs Schlitzwandtechnik in der Bauer Maschinen GmbH.

Großflächige Sperrungen innerstädtischer Areale sollen damit potenziell der Vergangenheit angehören. Auswirkungen auf den Verkehr, die Geschäfte und vor allem auf die Anwohner sollen sich selbst bei einem übertägigen Einsatz auf ein Minimum reduzieren. Durch den Elektroantrieb verringert sich ebenso der ökologische Eingriff einer Fräsbaustelle erheblich. Auch in logistischer Hinsicht sind die kompakten Abmessungen des Systems von Vorteil, statt eines aufwendigen Schwertransports werden die Elemente des Systems als Container an ihren Einsatzort transportiert. »Alles in allem setzt das ›Bauer Cube System‹ Maßstäbe in Sachen Nachhaltigkeit in der Fräsentechnologie«, ist Weixler überzeugt.    t