Aktuelles Straßenbau / Tiefbau

BAUER: Mit neuem Bohrgerät und Radlader weitere Dienstleistungen erschließen

Es ist bei Häring Spezialtiefbau Tradition: So wie die bisherigen Rammgeräte auf Alexa, Olga oder Pauline und die Ankerbohrgeräte auf Uschi und scherzhaft auf Schandall (für Chantal) getauft wurden, reiht sich auch das neue Drehbohrgerät BG 20 auf BT 50 ein und heißt intern Bernadette. Baumaschinen mit Namen erleichtern die Kommunikation unter den Mitarbeitern, wenn sie über ihre Arbeitsgeräte sprechen. Das für das Kelly-Bohren entwickelte Drehbohrgerät wurde auf der letzten Bauma von Bauer unter seiner Value-Linie vorgestellt. Es bietet einen Bohrantrieb mit 200 kNm Drehmoment für große Bohrtiefen bis 23 m und eignet sich für Bohrdurchmesser bis 1,2 m. Weltweit wurde es von Häring Spezialtiefbau aus Pfronten im Ostallgäu als erstes eingesetzt.

Die Probe aufs Exempel hat Häring mit dem Bohrgerät bei Freiburg gemacht, wo in Horben auf der Luisenhöhe zu Fuße des Schauinslands ein neues Gesundheits-Resort entsteht »und wir durch abrasiven Gneis bohren mussten«, so Geschäftsführer Jörg Mayer, der zusammen mit Rainer Häring und Fritz Strauß das Unternehmen leitet. Darauf folgte die Bewährungsprobe in Form von Bohrarbeiten in Nachtsperrpausen für den barrierefreien Bahnhof in Weinstadt bei Stuttgart. Mit dem neuen Bohrgerät will der Spezialtiefbauer seine Dienstleistungen ausbauen.

Der deutsche öffentliche Personennahverkehr wird vollständig barrierefrei ausgebaut – dafür werden Bahnhöfe deutschlandweit umgebaut, um Barrieren wie Unterführungen samt Treppen zu beseitigen. So wie in Weinstadt. Aufgabe von Häring Spezialtiefbau ist es dort, während der Sperrpausen knapp 10 m lange HE-320B-Stahlträger auf der linken und rechten Seite der Bahngleise für den Verbau in bis zu 10 m Tiefe einzubringen.

Dazu wird mit dem BG 20 das Bohrrohr an die gewünschte Stelle gesetzt, dann mit einem Drehmoment von 200 kNm nach unten durch bindige und lehmige Bodenschichten gebohrt, anschließend der rund 1,9 t schwere Stahlträger eingesetzt und mit Beton und hydraulisch gebundenem Material verfüllt. Dafür kommt ein Cat-Radlader 910M ins Spiel, der dem Bohrgerät mit seiner Seitenkippschaufel zuarbeitet und für Nachschub an Verfüllgut sorgt.

Palettengabeln für das Handling

Sollte das Bohrloch stabilisiert werden müssen, damit der Träger auch fest sitzt, wie im Fall von der Bahnbaustelle in Weinstadt, wird auf hydraulisch gebundenes Material zurückgegriffen. So wird etwa Beton mithilfe einer Betonmischschaufel vor Ort hergestellt. Hierzu werden mit dem Radlader und seiner Schaufel Gesteinskörnungen wie Kies und Zement vermischt. Auch zum Handling der Träger greifen die Mitarbeiter auf den Radlader zurück. Deswegen erhielt dieser Palettengabeln. Ein Schnellwechsler ist darum fester Bestandteil des Trägergeräts, um die Werkzeuge zügig tauschen zu können.


»Der Radlader ist mit seinen knapp 8 t noch kompakt, kann aber trotzdem die erforderliche Leistung bringen. Deswegen ist dieser Maschinentyp gerade bei vielen Kunden sehr gefragt«, erklärt Uwe Fuhrmann, leitender Verkaufsrepräsentant der Zeppelin-Niederlassung Ulm, der Häring Spezialtiefbau seitens Vertrieb betreut. Nicht nur wegen ihres engen Zusammenspiels gibt es eine Verbindung zwischen Bohrgerät und Radlader – beide sind mit leistungsstarken Cat-Motoren ausgerüstet. So kann die BG 20 einen Cat-Motor vom Typ C7.1 mit 186 kW vorweisen. »Wichtig war uns, dass das neue Drehbohrgerät mit einem umweltfreundlichen Motor, basierend auf der EU-Abgasemissionsstufe V, ausgerüstet ist. Diese Geräte müssen rund zehn Jahre laufen. Wenn wir schon investieren, dann wollen wir nach Möglichkeit auf neueste Technik und die aktuellste Abgasnorm zurückgreifen«, erklärt Jörg Mayer.

Wenn die bewährte Rütteltechnik gefragt ist

Tiefe unverrohrte Bohrungen, stabilisiert mit Stützflüssigkeit, und die Herstellung von verrohrten Bohrungen ohne oder mit hydraulischer Verrohrungsanlage im Kelly-Bohrverfahren: Darauf ausgerichtet ist die BG 20. »Wir wollen mit dem Bohrgerät unser Portfolio erweitern. In manchen Fällen müssen wir aufgrund von Vorgaben zur Reduktion von Erschütterungen auf die altbewährte Rütteltechnik verzichten. Dafür wollen wir nun in Zukunft unser neues Bohrgerät einsetzen«, erklärt Jörg Mayer. Im Fokus hat er dabei auch innerstädtische Baustellen, die aufgrund von Platzmangel ein wendiges Gerät erforderlich machen. Nicht nur da wirkt sich dann die kompakte Bauweise als Vorteil aus, sondern auch wenn das Gerät transportiert werden muss.

Zum Kundenkreis, den Häring Spezialtiefbau bedient, gehören große Baukonzerne und Baufirmen der Sparten Hochbau, Ingenieurbau, Straßen- und Rohrleitungsbau, aber auch Bauträger. Zu den Arbeiten, die von Häring Spezialtiefbau deutschlandweit mit inzwischen 55 Mitarbeitern ausgeführt werden, zählen neben dem Setzen von Spundwänden der Trägerbohlenverbau, das Herstellen von Pfahlwänden und -gründungen sowie das Bohren von Ankern und Mikropfählen, aber auch Spritzbetonarbeiten und das Herstellen von Unterwasserbetonsohlen. »Wir haben auch den Nachweis, Schweißarbeiten auf der Baustelle zur Herstellung tragender Stahlbauteile der Ausführungsklasse EXC 2 nach DIN EN 1090-2 ausführen zu dürfen«, so Mayer. Damit ist das Unternehmen berechtigt, Aussteifungen in der Baugrube selbst zu schweißen oder Schweißarbeiten an Trägern oder Spundwänden durchzuführen. Sind für die Bahn Schweißarbeiten der Kategorie EXC 3 erforderlich, kann auf Partnerunternehmen zurückgegriffen werden.    t

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