Aktuelles Arbeitssicherheit / Baustelleneinrichtung

ABUS: Digitale Sicherheitslösungen für die moderne Baustelle

Um eine Baustelle zuverlässig vor Diebstahl, Vandalismus oder unbefugtem Betreten zu schützen, bedarf es eines umfassenden Konzepts, das sowohl die klassischen, mechanischen Sicherheitskomponenten als auch eine digitale Verwaltung berücksichtigt. Der Sicherheitsexperte Abus setzt deshalb auf eine Kombination aus physischer Sicherung und digitaler Steuerung mit cloud-basierten Sicherheitsplattformen wie cMap, um eine professionelle Überwachung sowie Sicherung jeder Baustelle zu ermöglichen.

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Von: Dan Windhorst

Gerade in Zeiten steigender Materialkosten und verzögerter Lieferketten kann beschädigtes Baumaterial oder gestohlenes Werkzeug weitreichende Folgen haben, im schlimmsten Fall muss die Arbeit unterbrochen und eine kostspielige Bauverzögerung in Kauf genommen werden. Notwendig sind präventive Maßnahmen, die nicht nur das unerlaubte Betreten der Baustelle dokumentieren, sondern das Eindringen und den Diebstahl verhindern. Mit einer fast 100-jährigen Firmengeschichte ist Abus als Spezialist für professionelle Sicherheitslösungen bekannt. Groß gemacht hat das Unternehmen aus Wetter (Ruhr) die Entwicklung und Produktion von Vorhängeschlössern. Heute ist Abus sowohl in der mobilen und privaten Sicherheit als auch in der Objektsicherung tätig.

 »Neuartige Lösungen wie cMap erlauben dem Anwender den Zugriff auf eine cloud-basierte Plattform, mit der sich alle Sicherheitskomponenten verwalten lassen.«  Reimer Hintzpeter, Business Development Manager Digital Solutions & Services Abus

Gegenüber dem bauMAGAZIN erklärt Reimer Hintzpeter, Business Development Manager Digital Solutions & Services bei Abus, dass der heutige Stand der Technik ein »umfassendes Weiterdenken« ermögliche: »Neuartige Lösungen wie cMap erlauben dem Anwender den Zugriff auf eine cloud-basierte Plattform, mit der sich alle Sicherheitskomponenten verwalten lassen. Das gesamte Rollen- und Rechtekonzept wird über ein Dashboard dargestellt – abrufbar per Desktop-Anwendung oder über das Smartphone per App.« Grundgedanke des Systems ist laut Abus, eine umfassende Plattform zu schaffen, die sichere aber eben auch effizientere Arbeitsabläufe auf der Baustelle ermöglicht und ein gewöhnlich wirkendes Vorhängeschloss mit sorgfältiger Dokumentation, Echtzeit-Tracking oder digitaler Steuerung verschmilzt.


Kombination aus App und Schließmodul

Ein zentrales Element für cMap stellt das smarte Schließmodul 9001 IoTect dar (das bauMAGAZIN berichtete bereits kurz in Heft 12/21, Seite 99). Es wirkt wie ein futuristisches Vorhängeschloss und beinhaltet neben dem Schlosskörper, in dem auch die digitale Kontrolleinheit untergebracht ist, ein Sicherungselement, das es in diversen Formfaktoren (Kabel, Bügel, Kette) gibt. In Verbindung mit cMap lassen sich u. a. Zutrittsberechtigungen vergeben, ein Geo-Fencing festlegen, einzelne Zugriffe dokumentieren oder auf der Baustelle befindliche Fahrzeuge und Geräte tracken. »Der Anwender erhält ein umfassendes Sicherheits-Tool, das auf neuester Technologie basiert, gleichzeitig aber anwendernah und bedienfreundlich entwickelt wurde«, urteilt Hintzpeter. Das Schloss IoTect 9001 erlaube darüber hinaus vielfältige Einsatzzwecke: Neben dem Tracking ließen sich auch Push-Nachrichten an die cMap-Plattform senden. Zudem lasse sich definieren, in welchem Bereich einzelne Nutzer über Zutrittsberechtigungen verfügen, um ein Schloss zu öffnen oder für andere zu sperren.

Als weiteren Vorteil nennt Reimer Hintzpeter, dass die Abus-Lösungen sowohl für Großunternehmen als auch Kleinbetriebe geeignet sind: »Gerade bei einer geringen Anzahl an Schlosssystemen lässt sich die gesamte administrative Steuerung der Schließmodule bequem per App abwickeln, da das System schlank, intuitiv und individuell nutzbar ist.«

Nützliche Funktionen im Zusammenspiel

Zu den Kernfunktionen des Systems zählen die Ortung, also die Standortanzeige und Nachverfolgung von Routen, sowie das Geo-Fencing, wodurch eine geografische Begrenzung der Schlossnutzung möglich wird. Dazu gesellt sich das Festlegen von Zugriffsrechten und eine Alarmfunktion. Gleichwohl zeigt cMap alle Aktivitäten und Modi sowie den Akkustatus an. Der Datenaustausch gelingt via Bluetooth Low Energy sowie der Abus-SmartX-Technologie. Die genutzten IoT-Schlösser am Bau sind, ebenso wie die App, in eine Cloud-Lösung der cMap eingebettet.

Weitere Lösungen im Gepäck

Um den Kreis eines professionellen Sicherheitskonzepts zu schließen, setzt Abus neben cMap und dem Basisschließmodul IoTect 9001 beispielsweise auch auf die digitale Aktenvernichtungstonne von AHE und Abus. In Zusammenarbeit mit dem Remondis-Entsorgungsunternehmen AHE ist diese smarte IoT-Lösung zur professionellen Aktenvernichtung und das Smartphone-Recycling entstanden, mit der eine lückenlose Dokumentation bei der Entsorgung sensibler Daten ermöglicht werden soll.

Auch in den Planungs- und Architekturbüros oder in der Unternehmensverwaltung können derartige Lösungen dazu beitragen, eigene Daten dauerhaft zu schützen. Hierfür werden Aktenvernichtungstonnen mit den IoTect-Schließmodulen von Abus ausgerüstet. Auch setzt sich Abus derzeit mit der Frage auseinander, in welchen Bereichen die Lösungen ebenfalls zum Einsatz kommen könnten. Dazu zählen laut Unternehmen beispielsweise die Absicherung stationärer Lager-Container oder die Sicherung von Baustellenzubehör im Straßen- und Tiefbau, etwa, um Anbaugeräte für Bagger individuell zu sichern. Von Abus-Lösungen profitieren, so das Unternehmen weiter, könne darüber hinaus auch jeder Baustellenlieferant: Tracking und Warensicherung wären mithilfe von IoTect und cMap problemlos möglich.    d

Fakten

Warum sich der Einsatz von Sicherheitslösungen auf der Baustelle lohnt:

Aufgrund der hohen Materialpreise und Lieferengpässe kann Diebstahl hohe Zusatzkosten verursachen sowie zu Bauverzögerungen oder gar Baustillstand führen, was ebenfalls mit hohen Zusatzkosten verbunden ist.

Eine hohe Fluktuation von Arbeitskräften setzt auch eine übersichtliche sowie zeitnahe Aktivierung sowie Deaktivierung von Zugriffsrechen voraus. Es sollte stets ersichtlich bleiben, wer gerade auf der Baustelle tätig ist, welche Zugangsberechtigungen aktiv sind und wer sich möglicherweise gerade in sensiblen Arbeitsbereichen aufhält, wo er eigentlich nichts zu suchen hat.

Zudem sind wachsende Baustellengrößen sowie ein hohes Personalaufkommen ein großes Problem für die Sicherheit: Dies macht die automatische Dokumentation in der Sicherheit, die Zutrittskontrolle sowie eine dokumentierbare Schlüsselübergabe notwendig.

Ein weiterer wichtiger Grund zur Nutzung von Sicherheitssystemen ist etwa auch die Wartezeit für Lieferanten, die sich gezielt verringern lässt: Der Lieferant kann unabhängig von Öffnungs- oder Arbeitszeiten das Material anliefern, wenn er Zugangsberechtigungen für die gewünschten Bereiche erhält. Eine 2-Faktor-Kontrolle für Wertgegenstände am Bau ermöglicht überdies einen automatischen Abgleich vorgegebener Zugriffsparameter.