Hochbau (Schalung/Gerüste/Beton) Verkehrswegebau – Tiefbau

»Wir sind klar auf Wachstumskurs«

Von Michael Wulf

Wenn jemand einordnen kann, was sich alles geändert hat in Feld­kirchen seit der Übernahme durch Cramo, dann ist Dirk Schlitzkus dafür sicher der richtige Gesprächspartner. Denn der 52-jährige Jurist ist bereits seit 1994 im Unternehmen, zunächst als Rechtsanwalt, dann als Geschäftsführer und Vorstand. »Fast alles hat sich geändert«, sagt Dirk Schlitzkus und meint damit nicht nur den Unterschied zwischen einem eigentümergeführten (Theisen) und einem börsennotierten Unternehmen (Cramo).

Den Vertrieb habe man neu strukturiert, ebenso den Service, neue Standards seien eingeführt worden und neue Systeme, um den Kundenanforderungen noch besser gerecht werden zu können. »Und wir haben uns zum Vollsortimenter entwickelt.« Insgesamt hat die Cramo AG mit ihren rund 350 Mitarbeitern 64 Stützpunkte in Deutschland, Österreich und Ungarn, davon allein 56 in Deutschland.

Cramo Adapteo als Wachstumstreiber

Hatte man früher vornehmlich die klassischen Baumaschinen wie Bagger und Radlader im Portfolio, so ist die Palette heute eine viel größere. Vor allem in den Bereichen Hebebühnen, Modulbau und Tools hat die Cramo AG, die in Bayern zudem als Händler fungiert für die Marken Kramer Allrad, Ammann, Yanmar und Merlo, ihr Angebot ausgebaut. Mit Erfolg. »Wir wollen uns auch künftig bewusst in diesen Segmenten weiter engagieren und haben einen entsprechenden Spezialisierungsgrad«, sagt Dirk Schlitzkus. Einer der Wachstumstreiber sei der 2014 übernommene Mobilraum-Vermieter C/S RaumCenter (Frankfurt), der mittlerweile unter dem Namen Cramo Adapteo führend sei bei temporären Raumlösungen aus Holz.

Genauso wichtig für die positive Entwicklung wie das Maschinenportfolio ist für Dirk Schlitzkus aber die neue Strategie, genannt die »Cramo Story«, zu der das Leistungsversprechen gehört, »dass der Kunde seine Arbeit so machen kann, wie er es geplant hat«. Falls dies nicht der Fall sei, weil eine Maschine oder die Dienstleistung nicht funktioniere, dann biete Cramo dafür eine Entschädigung an. Das könne eine finanzielle Kompensation sein oder der sofortige Austausch der Maschine.

Von entscheidender Bedeutung

»Dieses Versprechen geben wir unseren Kunden«, so Dirk Schlitzkus, »und beweisen ihm dadurch, dass wir sein Partner sind«. Mit dieser »Cramo Story« habe man ein »Alleinstellungsmerkmal« im Vermietgeschäft kreiert, so Dirk Schlitzkus, das es in dieser Form in Deutschland kein zweites Mal gebe. Immer wieder betont Dirk Schlitzkus, dass die Dienstleistung im Vermietgeschäft von entscheidender Bedeutung sei. Und dabei nehme Cramo eine Vorbildfunktion ein. »Bei der Qualität der Maschinen gibt es kaum Unterschiede«, sagt er. »Deshalb ist es umso wichtiger, die Prozesse zu vereinfachen und zu verkürzen, eine optimale Beratung und eine Logistikplanung anzubieten und einen Service, der alle Erwartungen erfüllt.« Dazu zähle beispielsweise auch, dass Cramo als zertifiziertes IPAF-Schulungszentrum bei der Auswahl der Hersteller und damit beim Thema Sicherheit für den Bediener keine Kompromisse mache.

Neue Webplattform »eCRent«

Diese Ziele verfolgt Cramo auch mit der Ende November gelaunchten neuen Webplattform »eCRent«, mit der man künftig online Geräte mieten kann. »Das Tool ist bei Weitem nicht nur eine Produktliste für den Kunden«, so Dirk Schlitzkus. »Es zeigt den jeweiligen Mietpreis sowie die Verfügbarkeit in allen unseren Depots an. Ziel ist es, dass unsere Kunden zusätzlich die Möglichkeit haben, schnell und einfach online Geräte zu mieten, auch von unterwegs oder auf der Baustelle mit ihrem Smartphone oder Tablet. Außerdem werden unsere Kunden nach und nach ihre Daten selbst online pflegen können. So können sie Baustellen anlegen und bearbeiten, Rechnungen bearbeiten und einsehen, welche Geräte zurückgegeben oder verlängert werden sollen.«

Marktführer und Vorreiter das Ziel

Dirk Schlitzkus ist überzeugt davon, dass Cramo seinem Ziel, Marktführer und Vorreiter der Vermietbranche zu sein, mit eCRent einen weiteren Schritt näher kommt. Zumal man auch in der Lage sei, für Kunden den kompletten Bauprozess zu planen, angefangen von der Logistikleistung über den Maschinen- und Gerätepark bis hin zur Überwachung der Baustelle. Bislang allerdings werde dieses Angebot der »vernetzten Baustelle« in Deutschland noch nicht so oft nachgefragt wie beispielsweise in Skandinavien.

Stabile Wachstumsrate

Trotzdem sei Deutschland für die Cramo-Gruppe »ein sehr wichtiger Markt«, so Dirk Schlitzkus, weil es der »Wachstumsmarkt« sei. Das Engagement in Österreich und Ungarn mit einberechnet, habe man dank einer stabilen Wachstumsrate immerhin rund zwölf Prozent des Gesamtumsatzes der Cramo-Gruppe in Höhe von 668 Mio. Euro (2015) erwirtschaftet.

»Wachstum ist unser Thema«, so Dirk Schlitzkus weiter, der angesichts der »äußerst positiven Messeauftritte« auf der Bauma und der GaLaBau, einer »guten Nachfragesituation in Deutschland und Österreich« sowie der »allgemein guten Stimmung in der Baubranche« die Zukunftsaussichten für Cramo sehr positiv beurteilt.

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