Hochbau (Schalung/Gerüste/Beton)

Sichtbeton-Schalung optimal planen

Als neuer Mittelpunkt des Universitätscampus bietet der Gebäudekomplex mit einer Nutzfläche von mehr als 4 900 m² sechs neue Hörsäle und sechs Seminarräume. Mit seinem fünfeckigen Grundriss folgt das fünfgeschossige HCC in seiner Geometrie den umgebenden Straßen. Der Rohbau ist eine Stahlbetonkonstruktion. Als vertikaler Lastabtrag dienen vor allem die Wände, aber auch V-förmige Innenstützen in SB4 sowie geschosshohe Stahl-Fachwerk träger. Die 20 cm starken Plattenbalkendecken über den Hörsälen und im Anschluss daran überbrücken lichte Weiten von 15 bis 20 m. Die im Abstand von 2 m platzierten Unterzüge sind 80 cm hoch und besitzen Aussparungen zur Bedienführung. Decken mit geringeren Spannweiten sind als Flachdecken konzipiert.

Die Beschreibung lässt es erahnen: Das HCC geizt bei der Rohbauerstellung nicht mit schalungstechnischen Herausforderungen. Kein Geschoss gleicht dem anderen – jede Gebäude­ebene hat einen anderen Grundriss, besitzt bis zu 20 m weit spannende Decken. Trotz der unterschiedlichen Grundrisse müssen beispielsweise im Treppenhaus alle lotrechten Fugen exakt übereinanderstehen – von der untersten Etage bis ins oberste Geschoss. »Erschwerend kommt hinzu, dass wir die Sichtbetonflächen teilweise bei schwierigen Witterungsbedingungen herstellen müssen«, beschreibt Riedel-Bauleiter Bernd Böttcher die hohen Anforderungen.Ambitionierte Planung

Um das Projekt erfolgreich abwickeln zu können, haben Architekten, Bauleitung, Schalungsfachleute und Betonlieferant das Sichtbeton-Konzept erarbeitet und abgestimmt. Entsprechend aufwendig gestaltete sich die Planung, Berechnung und Ausführung der für den Rohbau erforderlichen Sonderschallösungen. Als Sichtbetonschalung diente Neumaterial der Harsco-Großflächenträgerschalung GF 20. Für jede zu schalende Wandfläche mussten Ansichts-, Stell- und Montagepläne entwickelt werden, zum Teil im 3D-Format.

Zu den aufwendigsten Konstruktionen zählten Sichtecken mit Sparschalung aus Vollkonstruktionsholz oder auch bis zu 3 x 6 m große, geometrisch komplizierte Aussparungskästen in Sichtbetonklasse 4. Um die hohe Sichtbetonqualität erreichen zu können, hat die Schalungsplanung detaillierte Vorgaben für die Elementmontage entwickelt. Beim Schalungsbauer wurden dann die Schalelemente exakt nach Vorgabe und gemäß Montageplan zugeschnitten und montiert. Anschließend wurden die Elemente mit einer Sonderabmessung (4,2 x 2 m) der Schalhaut Betoplan Top (Westag & ­Getalit) belegt und über eine Sparschalung von hinten verschraubt.


Die Sonderbehandlung der Schalemente setzte sich dann auf der Baustelle fort, wo das wertvolle Schalmaterial ausschließlich stehend gelagert wurde. Riedel-Bauleiter Bernd Böttcher zeigt sich sehr zufrieden mit den von Harsco bereitgestellten Schallösungen: »Sichtbeton-Baustellen dieser Art sind stets eine echte Herausforderung. Da hilft es sehr, wenn man mit kompetenten Schalungsplanern zusammenarbeitet, die ihr Handwerk verstehen und wissen, worauf es ankommt.«


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