Hochbau (Schalung/Gerüste/Beton)

Sichtbeton macht Schule

 Der Erweiterungsbau des Camerloher-Gymnasiums mit einer Grundfläche von 2 500 m² gliedert sich in fünf Bereiche: eine Sporthalle, ein Mittagsbetreuungsbereich, Fachräume für den Musikunterricht, eine Bibliothek sowie eine Aula, die nicht nur als Pausenhalle, sondern auch für Veranstaltungszwecke genutzt werden kann.


Im August 2012 begann das Bauunternehmen Backer-Bau aus Hainichen mit den Rohbauarbeiten des viergeschossigen Sichtbeton-Bauwerks. Die Anforderungen an die Betonoberflächen in den Sichtbetonklassen SB 3 oder SB 4 waren anspruchsvoll: Während einige Wände in Brettstruktur auszuführen waren, sollten andere Bereiche keine horizontalen Schalhautstöße aufweisen. Zudem war die symmetrische Ankerstelleneinteilung für jedes Stockwerk unterschiedlich vorgegeben.Auf höchstmögliche Anforderungen ausgelegt


Durch die langen Erfahrungen im Sichtbetonbau war man sich bei Backer-Bau im Klaren, welche Herausforderung diese Vorgaben darstellten. Sowohl für die Arbeitsvorbereitung als auch für die Schalungstruppe auf der Baustelle. Backer entschied sich für das leistungsfähige Teleskop-Trägerschalungs-System Primax von Mayer Schaltechnik. Die besonders steifen Stahlträger-Roste der Primax-Schalung sind auf bis zu 100 kN/m² Frischbetondruck – unter Einhaltung der Ebenheitstoleranzen nach DIN 18202, Tabelle 3, Zeile 7 – ausgelegt, was den höchstmöglichen Anforderungen entspricht.Nach den architektonischen Vorgaben waren die Wände der Aula in Teilbereichen bis zu einer Höhe von rund 3 m in Brettstruktur auszuführen und im oberen Bereich in glattem Sichtbeton. Dazu mussten auf 4 m hohen Primax Elementen einzelne 3 m lange Bretter montiert werden. Die unregelmäßige Struktur wurde durch unterschiedliche Breiten und Stärken der Bretter erzielt. Das gleiche Element wurde oberhalb der Bretter mit der für Sichtbeton bewährten Kunststoffverbundplatte Longlife belegt, um im Bereich der einbindenden Dachträger eine glatte Ober­fläche zu erzielen. Auch die hier vorgegebenen äußerst großen Ankerstellenabstände (vertikal 1,623 m, horizontal 1,485 m) stellten für die besonders steifen Primax-Elemente kein Problem dar.Für die Wände der Klassenzimmer und Treppenhäuser waren in den jeweiligen Stockwerken unterschiedliche Wandansichten vorgesehen: So durften keine horizontalen Schalhautstöße sichtbar sein und zudem waren die symmetrischen Ankerstellen auf jeder Etage unterschiedlich auszuführen. Spätestens hier sah man sich bei Backer-Bau darin betätigt, das richte Schalungssystem gewählt zu haben: Primax ist nach Anbieterangaben das einzige System, bei dem sich die Riegellagen stufenlos variieren lassen. Mithilfe der Primax-Variklemme ist es möglich, die Ankerlagen in jeder gewünschten Höhe auszuführen. Damit lassen sich nahezu alle kreativen Gestaltungsideen hinsichtlich Fugenbild und Ankeranordnung erfüllen. Insgesamt erstellte das Backer-Team circa 3 450 m² Sichtbetonflächen, davon ca. 450 m² mit Brettstruktur und ca. 3 000 m² mit absolut ebenen und glatten Oberflächen.Da bei Primax die Schalhaut von der Elementrückseite aus verschraubt wird, entstanden keine Abdrücke auf der Betonoberfläche.

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