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23. Mai 2018

RUD: Hochfester Stahl spart Gewicht und sichert schwere Lasten

RUD: Hochfester Stahl spart Gewicht und sichert schwere Lasten

Wenn es um Ketten aller Art geht, führt am schwäbischen ­Unternehmen RUD kaum ein Weg vorbei. Der Hersteller von der Ostalb setzt auf die Handwerkskunst des Schmiedens und verbindet sie mit den aktuellsten Erkenntnissen der Metallverarbeitung. So ist schon vor zehn Jahren ein Material entstanden, dessen Eigenschaften heute noch genauso gefragt sind wie damals.

Bei Anschlagmitteln und Ladungssicherung will RUD »das richtige Produkt für die richtige Anwendung« bieten, sagt Hermann Kolb, Bereichsleiter für Anschlag- und Zurrketten sowie Lastaufnahmemittel. Um die richtige Anwendung sicherzustellen, gibt es die Produkte nicht im Direktvertrieb, sondern ausschließlich über Vertriebspartner aus dem Fachhandel. Dabei geht es nicht nur um externe Normen, die eingehalten werden müssen, sondern auch um eigene Kriterien, nach denen RUD die Ketten fertigt. Markantestes Beispiel hierfür ist die Farbe Pink, die sich RUD als eingetragenes Warenmuster schützen ließ.


Tieflader-Hersteller haben Hausaufgaben gemacht

In Aalen ist man stolz darauf, bei vielen Entwicklungen im Kettenbereich Vorreiter zu sein bzw. auch gewesen zu sein. Kolb nennt Meilensteine wie die erste BG-Zulassung der Güteklasse 5 (H 1 – 5) im Jahre 1967, gefolgt 1972 von der ersten Zulassung für die Güteklasse 8 (H 1 – 8) und der Entwicklung des Baukasten-Prinzips, das eine stets richtige Zuordnung von Ketten an Bauteilen und Aufhängegliedern gewährleistet.

Mitte der 1980er-Jahre folgte die Entwicklung erster Anschlagpunkte »als Reaktion auf die vielen Unfälle, über die uns aus dem Markt berichtet wurde«, erläutert Kolb, der seit mehr als 30 Jahren im Unternehmen ist und vieles selbst miterlebt hat.

Unfälle durch schlecht gesicherte Ladung zu vermeiden, ist auch heute eines seiner größten Anliegen. Dafür ist er auch in Kontakt mit Tieflader-Herstellern, damit die Transportgeräte mit einer ausreichenden Zahl an Zurrösen ausgestattet sind, die eine sichere Befestigung des Transportguts – meist einer Baumaschine – ermöglichen sollen. »Die Tieflader-Hersteller haben hier ihre Hausaufgaben gemacht«, lobt der Ladungssicherungs-Experte. Mit Goldhofer zum Beispiel hat RUD eine Zurr­öse entwickelt, mit der sich eine Baumaschine auch über Eck verzurren lässt, wenn sie breiter ist als der Anhänger. Andere Hersteller verbauen mittlerweile auf jedem Meter eine Zurröse.

Oft zu wenig Anschlagpunkte

Immer wieder tritt er nun an die Hersteller von Baumaschinen heran, damit sie es den Tieflader-­Herstellern gleich tun und für ausreichend Möglichkeiten zur Ladungssicherung beim Transport der Maschinen sorgen. »Es hat ja keiner mehr Zeit und alles muss immer schneller gehen«, beklagt Kolb mit Blick auf die oft engen Zeitfenster, in denen große Maschinen von A nach B transportiert werden müssen. ­Dabei sei jeder Transport anders: »Es ist selten, dass immer die gleiche Maschine auf immer den gleichen Anhänger verladen werden muss«, stellt er fest.

Um den Verlader und Fahrer mit dem nötigen Wissen zur umfassenden Gefahrenbeurteilung und korrekten Ladungssicherung auszustatten, bietet der Hersteller zahlreiche Broschüren und Schulungen im hauseigenen »Center for Chain Know­ledge« oder auch vor Ort beim Kunden an. Dabei stellt Hermann Kolb klar, dass für Schäden bei fehlerhafter Ladungssicherung längst nicht nur der Fahrer haftet, sondern auch der Fahrzeughalter und der Verlader. »Im ungünstigsten Fall ist das natürlich ein- und dieselbe Person, aber es muss im Interesse aller sein, hier effiziente Lösungen anzubieten«, sagt Kolb. Und beim einen oder anderen Baumaschinen-Hersteller sei er auch schon vorstellig geworden mit konkreten Vorschlägen, wie sich der Transport der großen und teuren Maschinen sicher und ohne Gefahr für Menschen bewerkstelligen lässt. »Große Messen wie die Bauma sind dafür ein guter Platz«, sagt Messe-Profi Kolb: Man müsse nur bei der Anlieferung und beim Auf- und Abladen mal einen Blick werfen, und schon erkenne man, wo die Schwachstellen liegen.

Material spart Gewicht und schont Ressourcen

Um die passenden Anschlag- und Zurrmittel in zeitgemäßer Qualität anbieten zu können, bringt RUD in der Fertigung umfangreiches Know-how zum Einsatz: Das Ergebnis von ausgeklügelten Prozessen beim Umformen, Schweißen, Wärmebehandeln, der Oberflächentechnik sowie dem Schmieden und Zerspanen sind neue Materialien wie der Werkstoff »ICE«. Dahinter steckt die »Innovative Chain Evolution«, die den Hersteller im Jahr 2007 zum Pionier der Güteklasse 12 gemacht hat.

Basis ist ein gemeinsam mit ThyssenKrupp entwickelter hochfester Stahl, der leicht, robust und resistent ist. Bei mehr als 30 % Gewichtsersparnis bieten »ICE 120«-Ketten im Vergleich zur Güteklasse 8 bis zu 60 % mehr Tragfähigkeit und eine um 30 % höhere Oberflächenhärte. »Der Werkstoff erfüllt auch unsere Nachhaltigkeitsansprüche«, erläutert Bereichsleiter Kolb: »Bei höherer Leistung werden weniger Material und Energie benötigt, gleichzeitig weist der patentierte Stahl eine hohe Zähigkeit auch bei niedrigsten Temperaturen auf.« Was laut Kolb in unseren Breitengraden das bedeutendere Argument sein dürfte: »Das reduzierte Gewicht erhöht die Ergonomie, schont den Rücken des Anwenders und spart Transportgewicht und somit Sprit«, erklärt er.

Die pinkfarbene Spezialbeschichtung dient dabei nicht nur der Wiedererkennung der Marke, sondern auch zum Schutz vor scharfen Kanten sowie extrem hohen oder niedrigen Temperaturen. »Die Qualität dieser Produktreihe ist über jeden Zweifel erhaben«, sagt Kolb und verweist auf komfortables Handling und höhere Lebensdauer, wodurch sich der höhere Anschaffungspreis schnell amortisiere. Und der stellt laut Kolb kein Problem dar: »Das Premium-Segment erfreut sich weltweit großer Beliebtheit, die Zahlen steigen«, erläutert er. Auch ein steigendes Interesse auf Händlerseite sei zu verzeichnen, vor allem aus Mittel- und Südamerika, ergänzt Marketingleiter Jürgen Grubmüller.
Die Ansprüche an Service- und Beratungskompetenz sind hoch. »Wir wollen nicht jeden, aber den richtigen«, bringt Kolb es auf den Punkt – und den auch nur, wenn durch einen neuen Partner kein Unfriede bei den bestehenden Handelspartnern aufkommt.    ∞

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