Straßenbau – Tiefbau

Österreich-Premiere für neuen Bohrwagen

Als die Ausschreibung des rund 100 Mio. Euro teuren Bauprojekts vorlag, entschied sich die ARGE bei der Partnerwahl im Bereich des Sprengvortriebs nicht ohne Grund für Sandvik: »Die Bohrgenauigkeit und die lange Standzeit beim Vollausbruch waren ausschlaggebend«, gibt Projektleiter Herbert Sonnleitner zu Protokoll. »Nach intensiven Bohrstahltests, haben wir uns, aufgrund der guten Ergebnisse, auch hier für den Partner Sandvik entschieden. Frei nach dem Motto: Alles aus einer Hand.«

Im Dezember 2013 begannen die Arbeiten am Nordportal, von dem aus 4 259,4 m vorgetrieben werden. Der Ausbruchquerschnitt beträgt 85 m² im Vollausbruch. Pro Abschlag werden rund 180 bis 190 Bohrlöcher im Vollausbruch zwischen 3 m und 3,5 m Tiefe gebohrt. Die vier im Dreischichtbetrieb arbeitenden Teams benötigen für das Bohren eines Abschlages rund zwei bis drei Stunden. Der Vortriebsbeginn für den 3 788 m langen Südvortrieb erfolgte Mitte Januar 2014. Das gesamte ­Ausbruchsmaterial wird am Nordportal auf der Deponie Rehgraben (380 000 m³) sowie den Deponien Weitenthal und Heigl (330 000 m³ bzw. 40 000 m³) am Südportal deponiert. Derzeit arbeiten rund 75 Mitarbeiter im Vortrieb sowie in der Werkstatt.

Nach ein- bis zweimonatiger Schulung im Umgang mit dem vollautomatischen Sandvik-Bohrwagen, waren die Bohristen und Mineure mit dem neuen Arbeitsgerät vertraut. Sie führen auch die regelmäßigen Wartungsarbeiten am DT1130i aus. Im Bereich der Schutterung sind 10 bis 15 weitere Personen am Tunnelvortrieb beteiligt. Mit der Umsetzung des Innenausbaus werden es rund 100 Mitarbeiter vor Ort sein. Gleichzeitig mit dem Vollausbau des Gleinalmtunnels beginnt mit dem Einsatz der Sandvik DTi-Serie eine neue Ära. Die erstmals in Österreich eingesetzten Bohrwagen stehen für modernste Technologie in Kombination mit Lösungen für aktuelle Kundenbedürfnisse in Sachen Präzision, Geschwindigkeit und Benutzerfreundlichkeit.

 


 


»Die Bohrgenauigkeit und die lange Standzeit beim Vollausbruch waren ausschlaggebend für Sandvik.«

Projektleiter Herbert Sonnleitner


 


 


 


Produktionsdatenerfassung und Prozessinformationen

Zu den intelligenten Funktionen der DTi-Tunnelbohrwagen zählen u. a. die Produktionsdatenerfassung und Prozessinformationen über den Abschlag, kumulative Produktionsdaten und Bohrparameter. Diese Daten werden für die Produktionslogistikplanung, turnusmäßige Wartungsarbeiten und Verbesserung der Leistung genutzt.

Exakt nach dem erstellten Bohrplan und der vorgegebenen Bohrsequenz arbeiten die Maschinen im Automatikbetrieb. Als weiterer Vorteil gilt die Lock-to-Target-Funktion. So kann der Bohrmaschinenführer die korrekte Bohrposition schnell finden. Während sich die Bohrarme bewegen, richtet die Dynamic-Correct-Funktion die Bohrrichtung kontinuierlich neu aus. Somit ist sichergestellt, dass die ­definierte Bohrtiefe stets eingehalten wird. Diese und weitere Aspekte tragen zur verbesserten Vortriebsqualität bei. Die Maschinen der Sandvik DTi-Tunnelbohrwagenserie können mit ­vielen unterschiedlichen Funktionen und Komponenten konfiguriert werden.

»Bei der Zuverlässigkeit der Sandvik-Bohrwagen, sehe ich dem geplanten Durchschlag Anfang nächsten Jahres gelassen entgegen«, resümiert Sonnleitner. Dann können sich die Fachleute gedanklich schon mit der Sanierung der ersten, bereits im Jahre 1978 eröffneten Tunnelröhre befassen.

Nach oben
facebook youtube twitter rss