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Mit DYNAVIS formulierte Hydraulikfluide »erhöhen die Produktivität und sparen so Kosten«

»Wir haben mit großem Aufwand in unzähligen Feldversuchen nachgewiesen, dass mit DYNAVIS formulierte Hydrauliköle bei Baggern ein Einsparpotenzial von 5 % bis 30 % erzielen«, so Dr. Oliver Eyrisch, Director Marketing und Branding des EVONIK-Geschäftsgebiets Oil Additives, im Gespräch mit dem bauMAGAZIN. »Doch bis heute ist diese Technologie beim Endverbraucher nahezu unbekannt, werden Hydraulikfluide nur äußerst selten unter dem Aspekt Effizienz vermarktet.« Erst in jüngster Zeit, da angesichts ständig steigender Kraftstoffkosten das Thema Energieeffizienz auch im Baumaschinenbereich an Dynamik gewinne und mit den immer ausgereifteren Datenübertragungs- und Ortungssystemen auch die entsprechenden Instrumente zur Verfügung stünden, ändere sich diese Sichtweise, so der 47-Jährige. »Wenn von Kraftstoff­einsparungen im zweistelligen Prozentbereich die Rede ist, wird man hellhörig. Zumal unsere DYNAVIS-Technologie grundsätzlich den Wirkungsgrad eines hydraulischen Systems erhöht.«


Wer mit Oliver Eyrisch über Öle im Allgemeinen und Hydrauliköle im Speziellen redet, der merkt ziemlich schnell, dass für ihn als Chemiker das bisherige Desinteresse an der Leistungsfähigkeit eines Hydraulikfluids im Baumaschinenbereich ein Rätsel ist. »Wenn man mit Anwendern redet, hört man immer wieder den Spruch: ›Öl ist doch Öl‹. Dabei kann man mithilfe unseres Kalkulators dezidiert berechnen, wie sich die Produktivität eines Baggers durch den Einsatz der DYNAVIS-Technologie signifikant erhöht – man also weniger Zeit braucht für die gleichen Arbeitsprozesse. Und da erreichen wir in der Regel ein Plus von 5 bis 10 %, in der Spitze sogar von bis zu 30 %. Wobei der Effizienzvorteil durch DYNAVIS umso größer ist, je heißer das Öl wird – beispielsweise bei Arbeiten in einer Mine, bei denen die Hydraulik extremen Belastungen ausgesetzt ist.«

Größeres Viskositäts-Fenster

Der Grund dafür ist, dass DYNAVIS das nutzbare Temperatur-Viskositäts-Fenster von Hydraulikölen nachhaltig vergrößert. Warum die Viskosität eines Hydrauliköls ein entscheidender Faktor ist, erläutert Eyrisch so: »Die bei Baumaschinen verwendeten Hydrauliköle sind normalerweise Einbereichsöle, deren Eigenschaften bei tiefen und bei hohen Temperaturen unzureichend sind. So hat das Öl beim Starten der Maschine im Winter eine sehr hohe Viskosität, weshalb die hydraulischen Komponenten wegen der daraus resultierenden Schwerfälligkeit etwas zögerlich reagieren. Dieses Problem löst der Baggerfahrer in der Regel, indem er die Maschine für einige Minuten warmlaufen lässt. Das allerdings hat einen zusätzlichen Kraftstoffverbrauch zur Folge, die Produktivität ist geringer und der Verschleiß höher. Zudem emittieren die Maschinen unnötigerweise Schadstoffe.«

Keine »interne Leckage« mehr

Wesentlich gravierender sind jedoch die Probleme, so Eyrisch, sinkt die Viskosität des Öls, weil dessen Betriebstemperatur im Dauerbetrieb steigt. Dann kann das Öl so dünnflüssig werden, dass es in der Hydraulik bei hohen Drücken entgegengesetzt zur gewünschten Richtung strömt, vorbei an den Pumpenflügeln oder der Kolbendichtung. Dieses als »interne Leckage« bekannte Phänomen reduziert die Nutzleistung der Pumpe und die Hydraulik spricht nur noch verzögert an. Weshalb mehr Kraftstoff notwendig ist, um eine ähnliche Leistung wie zuvor zu erreichen. »Die optimale Hydraulikflüssigkeit ist also dünn genug, um gut zu fließen, und dick genug, um sich gut pumpen zu lassen«, sagt Eyrisch. »Und da die Viskosität temperaturabhängig ist, muss ein hochwertiges Hydrauliköl diese Balance in einem weiten Temperaturbereich halten.« Exakt das erreiche man mit der patentierten DYNAVIS-Technologie, so Eyrisch. Die sorge für eine stabile Leistungsabgabe der Hydraulikpumpe und erhöhe so deren Agilität und die Anzahl der Ladungsspiele. »DYNAVIS macht bei Kälte das Öl dünnflüssiger und bei hohen Temperaturen dickflüssiger.«


Einer der großen Mineralölhersteller führt nun ein Hydrauliköl ein, das mit der DYNAVIS-Technologie formuliert ist. TOTAL ist der Hersteller, das Produkt wird unter dem Namen TOTAL EQUIVIS HE vermarktet. Doch das soll erst der Anfang sein, geht es nach Oliver Eyrisch. »Als Weltmarktführer im Segment Viskositätsverbesserer ist DYNAVIS für uns ein globales Thema und dementsprechend führen wir Gespräche.« Schließlich sei das Potenzial enorm: »Mehr als zwei Drittel aller weltweit eingesetzten Hydraulikfluide sind Einbereichsöle. Jedes Prozent davon, das wir mit DYNAVIS formulieren, entspricht 50 Millionen Litern Hydrauliköl.« Dabei habe man neben den etablierten Märkten in Westeuropa und in Nordamerika vor allem auch die Emerging Markets im Fokus, so Eyrisch. »Die BRIC-Staaten Brasilien, Russland, Indien und China sind für uns natürlich höchst interessant, denn da spielt die Musik im Baumaschinenbereich. Dort gibt es die großen Minen, die Großprojekte im Hoch- und Tiefbau sowie riesige Infrastrukturmaßnahmen, wo die schweren Bagger flottenweise im Einsatz sind und man mit unserer Technologie signifikante Einsparungen realisieren kann.« Mittlerweile sei man zudem mit vielen namhaften Baumaschinenherstellern in Kontakt, so Eyrisch, nachdem man Sany Heavy Industry als ersten strategischen Partner gewonnen und sich zusammen auf der Intermat und der Bauma Shanghai präsentiert hat. Und auch auf der Bauma in München werde man die Marke DYNAVIS gemeinsam vorstellen. »Sany hat seinerzeit auf unsere Anfrage, ein gemeinsames Projekt zu starten, einfach am schnellsten reagiert«, erläutert Eyrisch die Gründe für die Zusammenarbeit mit dem größten chinesischen Baumaschinenhersteller. »Sany hat schnell erkannt, wie groß das Potenzial der DYNAVIS-Technologie bei einem Bagger ist. Jetzt wollen wir natürlich die Effizienz von DYNAVIS auch bei anderen Baumaschinen ausloten, wie bei Radladern, Raupen oder Gradern.«


Aber auch mit Anwendern in Deutschland arbeitet man eng zusammen, »schließlich setzen wir bei unserem prämierten Marketingkonzept bewusst auf die Karte ›Made in Germany‹«, sagt Eyrisch. »Wir stellen Endkunden mit unserer Technologie formulierte Hydrauliköle für ihre Maschinen zur Verfügung, damit wir ein direktes Feedback erhalten und dazulernen können«, sagt Eyrisch.

Auch für ältere Maschinen geeignet


Zu den Rückmeldungen gehöre zum Beispiel, dass Baggerfahrer sofort gemerkt hätten, wenn ein Öl ohne DYNAVIS-Technologie verwendet worden sei, weil dann die Hydraulik nicht mehr so direkt reagiert habe. Selbst beim Einsatz in älteren Bau­maschinen biete DYNAVIS besondere Vorteile. »Es ist die einfachste und kostengünstigste Methode, um die Effizienz auch eines schon etwas betagten Hydrauliksystems zu erhöhen«, so Eyrisch.


 


Von Michael Wulf


 

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