Auch politisch erhält dieser Ansatz Rückenwind. So stellte die Europäische Kommission im Dezember 2025 den Aktionsplan »RESourceEU« vor. Neben Förderprogrammen für eine effizientere Ressourcennutzung sieht er u. a. Exportbeschränkungen für bestimmte Abfallströme – etwa Aluminiumschrott oder Abfälle aus Permanentmagneten – vor, um Recyclingkapazitäten innerhalb Europas zu stärken. Ergänzend sollen neue Kennzeichnungspflichten sowie zusätzliche Recyclinganreize für Batterien eingeführt werden. »Es zeichnet sich deutlich ab, dass unsere Aussteller wertvolle Impulse und Innovationen für mehr Rohstoffsicherheit nach München bringen«, so Philipp Eisenmann. Beispiele dafür seien neue Verfahren zum Recycling von Lithium-Ionen-Batterien, innovative Ansätze im Autorecycling sowie digitale Technologien zur präziseren Sortierung von Wertstoffen. Auch im Veranstaltungsprogramm spielen dieses Thema eine zentrale Rolle. Auf der »Orange Stage« in Halle A5 widmen sich gleich mehrere Podiumsdiskussionen den Chancen und Strategien einer zukunftsfähigen Kreislaufwirtschaft. Organisiert werden sie u. a. vom Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Kreislaufwirtschaft (BDE), von Germany Trade & Invest (GTAI), der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) sowie vom Bundesumweltministerium.
Digitalisierung als Innovationstreiber
Zu den wichtigsten Innovationstreibern der Kreislauf- und Abfallwirtschaft zählen derzeit künstliche Intelligenz, Robotik und digitale Technologien. Von ihnen erwartet die Branche bessere Sortierergebnisse, effizientere Betriebsabläufe, höhere Arbeitssicherheit sowie geringere Emissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Auch in der kommunalen Abfallwirtschaft eröffnen sich dadurch neue Möglichkeiten: KI kann etwa helfen, Fehlwürfe zu minimieren oder die Tourenplanung der Sammelfahrzeuge zu optimieren. Konkrete Anwendungen, Herausforderungen bei der Implementierung sowie strategische Potenziale für Städte und kommunale Betriebe stehen im Mittelpunkt einer Podiumsdiskussion des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU) auf der »Orange Stage«. Der VDMA stellt auf der IFAT zudem eine Initiative vor, die den Datenaustausch sensorgesteuerter Sortieranlagen standardisieren soll, um intelligentere und effizientere Recyclingprozesse zu ermöglichen. In einer weiteren Veranstaltung widmet sich der Verband der Frage, welche Rolle digitale Produktpässe künftig für ein hochwertigeres Recycling spielen können.
Auf der »Blue Stage« stehen Fragen rund um Wasserressourcen, Wasserwiederverwendung, Kanalinstandhaltung und klimaresiliente Infrastruktur im Fokus. Die »Green Stage« bietet Raum für Aussteller, um konkrete Produkte, Lösungen und Innovationen vorzustellen und im direkten Austausch zu erklären. Ergänzt wird das Angebot durch Lösungstouren, Spotlight-Areas, Cross-Industry-Sessions sowie Live-Demonstrationen und Wettbewerbe. Zusätzlich bietet die IFAT Start-up-Unternehmen eine Plattform, um ihre Innovationen und Produkte vorzustellen und sich mit der Branche zu vernetzen. Rund 50 internationale Start-ups werden in der Start-up-Area in Halle C4 vertreten sein und ihre Lösungen für zentrale Herausforderungen in Wasser-, Recycling- und Kreislaufwirtschaft präsentieren. Dabei zeigt sich: KI, neue Sensortechnologien und biobasierte Verfahren entwickeln sich zunehmend zu Schlüsseltechnologien für eine funktionierende Circular Economy.