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02. Januar 2018

KRD: Wenn Steine fliegen, reicht Glas nicht mehr

KRD: Wenn Steine fliegen, reicht Glas nicht mehr

Swecon Baumaschinen stattet Volvo-Radlader der Serie L60 bis L250 für den Einsatz in besonders rauen Einsatzumgebungen auf Wunsch auch mit einer Kasiglas-Sicherheits-Frontscheibe aus abriebfest beschichtetem, schlagzähem Polycarbonat aus. Das Besondere an dieser Lösung der KRD Sicherheitstechnik – dem Ergebnis vieler Monate Arbeit im KRD-Entwicklungslabor: Die Kasiglas-Scheibe erfüllt alle ­Anforderungen, die der §22 der StVZO an Kunststoff-Front­verscheibungen stellt – damit verfügt das Produkt in Deutschland und Europa über eine offizielle Straßen­zulassung.

Die Scheibe vereint durch ihre besondere 3D-Gestaltung zudem auch Front- und Seitenscheiben in einem Bauteil. Das steigert die Sicherheit des Maschinenführers im Vergleich zu konventionellen Aufbauten erheblich, da frühere Sollbruchstellen im Bereich der A-Säule des Fahrzeugs von Anfang an eliminiert sind. Außerdem sieht der Maschinenführer nun erheblich mehr.

»Manchmal müssen Radlader in Umgebungen Dienst tun, in denen brüchiges, splitterndes Mineralglas als Scheibenwerkstoff für den Maschinenführer zu einem Risiko werden kann«, erläutert Jochen Lanio, Baufahrzeug-Experte bei KRD Sicherheitstechnik. »Zum Beispiel auf Schrottplätzen, beim Umschlag scharfkantiger oder schwerer Güter, in Sägewerken. Sogar bei der Befüllung von Biogasanlagen kommt es immer wieder zu Unfällen, etwa wenn hoch verdichtetes organisches Material bewegt werden muss.« Geht die Mineralglas-Scheibe etwa durch den Aufprall eines Steinbrockens oder eines schweren Stahlträgers zu Bruch, drohen ernste Verletzungen – oder Schlimmeres. Abhilfe versprechen Scheiben aus Polycarbonat, einem transparenten Kunststoff, der auch schnell heranfliegende oder scharfkantige Objekte wegfedern kann. »Aber Vorsicht! Wer den Maschinenführer wirklich effektiv schützen will, muss einiges beachten«, betont KRD-Mann Lanio. Denn auch Polycarbonat alleine sei nicht der Weisheit letzter Schluss.


Auch Schlägen auf die Scheiben-Kanten den Zahn gezogen

Da, wo die üblichen Monoscheiben aus einer einzigen Polycarbonat-Schicht auf der Karosserie aufliegen, kann unter Umständen auch dieser Werkstoff brechen – dort kann er Schlägen nicht mehr flexibel ausweichen. »Darum haben wir die Kasiglas-Sicherheitsscheibe für Swecon bewusst so konzipiert, dass die bisherigen Front- und Seitenscheiben nunmehr aus einem Guss bestehen«, erläutert KRD-Geschäftsführer Bernhard Brammer: Damit sei auch Schlägen auf die Scheibenkanten, früher eine gefürchtete Schwachstelle der Kunststofflösung, der Zahn gezogen. »Damit zeigt dieses Projekt in besonderer Weise, was uns von Mitbewerbern unterscheidet«, so Brammer. »Denn aus Erfahrung wissen wir, dass ein 1:1-Austausch von Glas gegen Kunststoff oft nicht die optimale Lösung ist. Für uns hat Sicherheit aber die allerhöchste Priorität. Wir liefern eben nicht einfach nur Kunststoffscheiben, sondern Sicherheit – was oft mit einer erheblichen Entwicklungsarbeit verbunden ist.«

Die Scheibe, die in den Volvo-Radladern von Swecon auf Wunsch binnen weniger Tage montiert ist, misst 1 195 mm x 1 329 mm und ist rund 12 mm dick. Zuschnitt und Umformung aus Polycarbonat-Plattenware erfolgen bei KRD am Standort Bardowick. »Das Know-how, das man benötigt, um eine derart komplex geformte Scheibe in die gewünschte Gestalt zu bringen, haben wir uns in den mittlerweile 30 Jahren unserer Firmengeschichte erarbeitet«, erklärt Sicherheitsfachmann Brammer. Ähnliches gelte für die Expertise, die man zur Beschichtung benötige – denn von Haus aus sei die Oberfläche des Sicherheits-Werkstoffs Polycarbonat eigentlich weich. »Mit unseren Kasi-­Lacken statten wir sie mit einer glasähnlich harten Oberfläche aus – was die Empfindlichkeit gegen Abrieb deutlich verringert und die Lebensdauer des Produkts massiv erhöht.« Dank Straßenzulassung, für die das Produkt bei KRD Tests und Prüfungen zu überstehen hatte, muss der Radlader nicht umständlich verladen werden, wenn er im Einsatz einmal eine Straße kreuzen muss.    §

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