Im Blickpunkt Straßenbau – Tiefbau Titelstory

Konzentration auf den Premium- und Spezialbereich: »Alles andere macht für Liebherr keinen Sinn«

Zum Jahresende rechnet man bei Liebherr mit einem Gesamtumsatz von 8,982 Mrd. Euro, der damit auf dem Niveau des Vorjahres (9,964 Mrd. Euro) liegen würde, so Stefan Heissler. Dabei erwartet man einen geringfügigen Rückgang im Bereich Baumaschinen und Mining. »Da sich die weltweite Gewinnungsindustrie nach wie vor in einer schwierigen Situation befindet, wird dies auch weiterhin den Umsatz der Sparte Mining beeinträchtigen«, so Heissler. »In den Sparten außerhalb von Baumaschinen und Mining gehen wir insgesamt von einem Plus aus. Steigerungen erwarten wir insbesondere in der Sparte Maritime Krane und bei den sonstigen Erzeugnissen und Leistungen. Die positive Entwicklung der ersten Jahreshälfte wird sich dort voraussichtlich fortsetzen.«

In den ersten sechs Monaten dieses Jahres betrug der Umsatz des Bereichs Baumaschinen und Mining – zu dem die Sparten Erdbewegung, Mining, Fahrzeugkrane, Turmdrehkrane und Betontechnik gehören – 2,624 Mrd. Euro, was im Vergleich zum Vorjahreszeitraum einen Rückgang um 6,6 % bedeutet. Leicht über Vorjahr (891,4 Mio. Euro) bewegte sich mit 913 Mio. Euro der Umsatz der Sparte Erdbewegung, während in der Sparte Mining aufgrund der weltweiten Schwäche im Tagebau und in der Gewinnungsindustrie ein deut­licher Rückgang um 40,1 % auf 372,8 Mio. Euro verzeichnet wurde. Ebenfalls leicht über Vorjahresniveau bewegte sich der Umsatz bei den Fahrzeugkranen (1,036 Mrd. Euro) und im Turmdrehkranbereich (194,1 Mio. Euro), während der Umsatz in der Betontechnik mit 107,7 Mio. Euro leicht unter dem Vorjahreswert lag.


Erfreuliche Entwicklung in Europa

Außerhalb des Bereiches Baumaschinen und Mining hat die Liebherr-Gruppe im ersten Halbjahr ein Plus von 5,5 % erzielt. So stieg der Umsatz von 1,591 Mrd. Euro auf 1,678 Mrd. Euro, wobei die Sparte Maritime Krane ihren Umsatz auf 447,5 Mio. Euro ­erhöhte und damit ein Umsatzplus von 22,1 % erwirtschaftete. Heissler betonte zudem, dass man hinsichtlich der Umsätze nach Absatzregionen differenzieren müsse: So habe sich der Umsatz in Westeuropa, der für Liebherr bedeutendsten Absatzregion, erfreulich entwickelt. Auch in Osteuropa sei der Umsatz im ersten Halbjahr leicht über dem Vorjahresniveau gelegen, wobei der russische Markt trotz der Sanktionen aufgrund des Ukraine-Konflikts »bislang einigermaßen stabil« geblieben sei. Dagegen hätten sich die Erlöse im Nahen und Mittleren Osten, in Amerika und Afrika und insbesondere in der Region Fernost/Australien rückläufig entwickelt.


»Schlüsselprojekt« in Bulle

Heissler erläuterte außerdem, dass die Firmengruppe zum Jahresende weltweit knapp 41 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigen und auch in Zukunft erheblich in die Produktionsstätten und die weltweite Vertriebs- und Service-Organisation investieren werde. Neben dem neuen, für rund 115 Mio. Euro gebauten Ersatzteillogistikzentrum im Kirchdorfer Ortsteil Oberopfingen, von wo aus vom kommenden Jahr an die weltweite Ersatzteilversorgung für Erdbewegungsmaschinen erfolgen wird (mehr dazu in der nächsten bauMAGAZIN-Ausgabe), stellte Heissler ein anderes »Schlüsselprojekt« von Liebherr vor. Dabei handelt es sich um die Erweiterung des schweizer Standortes Bulle, wo Liebherr seit 1978 Hydraulikkomponenten, Dieselmotoren, Gasmotoren, Einspritzsysteme und Verteilergetriebe entwickelt und produziert.


Aktivitäten weiter ausbauen

Diese sollen künftig nicht nur in Liebherr-Maschinen verbaut werden, sondern auch an Kunden außerhalb der Firmengruppe geliefert werden. »Unser Ziel ist es, diese Aktivitäten weiter auszubauen«, sagte Heissler. »Weiteres Wachstum wollen wir einerseits durch die Entwicklung neuer Produkte und andererseits durch die Gewinnung zusätzlicher Neukunden generieren. Damit werden auch die Stückzahlen zunehmen. Für unsere Produktionsstätte in Bulle bedeutet dies: Wir müssen dort weitere Kompetenzen und Kapazitäten für die Entwicklung, die Fertigung und die Logistik ansiedeln.«

»Grundvoraussetzung für derartige Investitionen ist die Tatsache, dass wir als unabhängiges Familienunternehmen über eine starke finanzielle Basis und

damit auch über einen großen Handlungsspielraum verfügen.«

Stefan Heissler


Jetzt werden auf einer Fläche von 118 000 m² insgesamt gut 160 Mio. Euro investiert. Davon fließen allein 85 Mio. Euro in den Bau eines neuen Entwicklungszentrums für Motoren- und Antriebstechnik, das dann mit 5 800 m² mehr als doppelt so groß sein wird wie das bisherige Zentrum. Zukünftig werden 21 Motoren-Prüfstände für Entwicklungsaktivitäten und fünf für die Serie verfügbar sein. Weil Liebherr in Zukunft größere Stückzahlen produzieren will, werden auch die Lagertechnik und die Produktionslogistik neu ausgerichtet. So investiert man in den Bau des neuen, gut 6 000 m² großen Logistikzentrums rund 35 Mio. Euro.Stabilität und Verlässlichkeit

»Diese Investitionen dokumentieren einmal mehr unsere Strategie, Schlüsseltechnologien wie die Komponenten des Antriebsstrangs von Maschinen bis ins Detail zu beherrschen«, sagte Heissler. Sie unterstreiche die langfristige Orientierung bei der Weiterentwicklung der Firmengruppe. »Grundvoraussetzung für derartige Investitionen ist die Tatsache, dass wir als unabhängiges Familienunternehmen über eine starke finanzielle Basis und damit auch über einen großen Handlungsspielraum verfügen. Auf diese Weise können wir für unsere Kunden seit Jahrzehnten ein verlässlicher Partner sein. Denn auch Stabilität und Verlässlichkeit sind für Liebherr ganz wesentliche Punkte. Unser Ziel ist und bleibt es, eine starke Position auf den für uns relevanten Märkten zu erreichen.«

Mit welcher Produkt- und Servicestrategie die Sparte Erdbewegung (EMtec) dieses Ziel unter Berücksichtigung der derzeitigen wirtschaftlichen Bedingungen realisieren will, das erläuterte Joachim Strobel, Geschäftsführer der Liebherr-EMtec GmbH mit Sitz in Kirchdorf. Dabei machte er klar, dass Liebherr trotz der Aufteilung des Weltmarktes in zwei Hälften – eine mit niedriger und eine mit hoher Abgasstufe – an seiner Strategie festhält, die lautet: »Wir gehen aktiv die Erschließung der Wachstumsmärkte an, ohne jedoch den Fokus auf unsere Stammmärkte zu schmälern. Wir konzentrieren unsere Wachstumsstrategie immer auf unsere stärksten Segmente, und das ist im Premium- und Spezialbereich. Alles andere macht für Liebherr keinen Sinn.«

»Unsere Investition in Höhe von 160 Mio. Euro in den Standort Bulle dokumentiert einmal mehr unsere Strategie, Schlüsseltechnologien wie die Komponenten des ­Antriebsstrangs von Maschinen bis ins Detail zu beherrschen.«

Stefan Heissler


Strobel verwies auf die weltweite Entwicklung des Marktes für Erdbewegungsmaschinen in den vergangenen zehn Jahren mit einem Wachstum von rund 70 %, so die Statistik des Dachverbandes CECE. Allerdings sei das Wachstum sehr unterschiedlich verteilt und vor allem durch die BRIC-Staaten – allen voran China – getrieben gewesen. Aber auch Afrika habe mit einem Wachstum von gut 225 % eine bedeutende Marktsteigerung hingelegt und im Volumen zu Regionen wie Südamerika, Russland oder sogar Nahost aufgeschlossen. Dagegen habe es in den Märkten Nordamerikas und Zentral-Europas ein zweistel­liges Minus gegeben. Dies sei durch die gesetzliche Einführung von strengen Abgasnormen verstärkt worden.


In einer starken Position

Als Hersteller technisch hoch entwickelter und qualitativ hochwertiger Premium-Produkte habe Liebherr, so Strobel, vor allem in den mittleren und oberen Gewichtsklassen der Erdbewegungsmaschinen eine starke Position in den Märkten Mitteleuropas. Darüber hinaus sei man weltweit in einer führenden Position in vielen Spezialanwendungen – wie mit Abriss-, Tunnel- oder Zweiwegebaggern sowie Tunnelradladern oder der breiten Palette von Materialumschlagmaschinen. Um diese Position zu behaupten und vor allem um den Kunden in diesen Märkten weiterhin einen Technologie-Vorsprung bieten zu können, habe Liebherr seine Kapazitäten in den vergangenen Jahren sehr stark auf die Umsetzung der neuen Abgasrichtlinien in Verbindung mit einer nahezu kompletten Neuentwicklung der Produktpalette gebündelt.

Dabei sei es Liebherr gelungen, mit der neuen Maschinenpalette nicht nur die Abgaswerte deutlich unter die geforderte Norm zu senken, sondern auch bei allen Liebherr-Maschinen den Dieselverbrauch signifikant zu reduzieren, gemäß der Formel: »Deutlich höhere Effizienz bei deutlich geringerer Umweltbelastung.«

»Wir gehen aktiv die Erschließung der Wachstumsmärkte an, ohne jedoch den Fokus auf unsere Stammmärkte zu schmälern. Wir konzentrieren unsere ­Wachstumsstrategie immer auf unsere stärksten Segmente, und das ist im Premium- und Spezialbereich. Alles andere macht für Liebherr keinen Sinn.«

Joachim Strobel


Damit sei Liebherr auch in Zukunft für seine Stammmärkte bestens gerüstet. Denn obwohl diese Rückgänge zu verzeichnen hätten, sei es dort trotzdem möglich, mit Spitzentechnologie Wachstum zu generieren. Deshalb halte Liebherr im Gegensatz zu Mitbewerbern am weiteren Ausbau seiner Marktpräsenz in Europa fest. So haben man kürzlich die Aktivitäten in Skandinavien mit einer neuen Zentrale in Schweden weiter ausgebaut. »Aber auch in wirtschaftlich sehr schwierigen Märkten wie Italien, Portugal und Spanien haben wir nicht nur unsere Präsenz aufrechterhalten, sondern diese auch neu strukturiert oder sogar erweitert«, so Strobel. Deshalb ist für ihn der Bau des neuen Ersatzteillogistikzentrums in Oberopfingen »auch ein starkes Signal an unsere Kunden und Partner in diesen Märkten«, denn die Ersatzteile-Verfügbarkeit in Zentral-Europa werde dadurch nochmals verbessert.


USA-Umsatz verdoppeln

Bezüglich der Aufteilung des Weltmarktes in zwei Hälften aufgrund der unterschiedlichen Abgasvorschriften betonte Strobel, dass es durchaus noch Märkte mit strengen Normen gebe, in denen Liebherr mit seinen Premium-Produkten nur bedingt präsent sei. Dazu zählt er in erster Linie die USA, weshalb man das dortige Vertriebs- und Servicenetzwerk komplett restrukturiert habe. So hat man sich mit dem langjährigen Generalimporteur für Materialhandling-Maschinen (Republic Crane) darüber geeinigt, dass Liebherr künftig wieder selbst die vollständige Kontrolle und Führung des US-Händlernetzes übernimmt, die langjährig erfolgreichen Materialumschlag-Händler mit der gesamten Palette der Erdbewegungs- und Spezialmaschinen ausstattet und das Netzwerk mit weiteren starken Vertriebs- und Servicepartnern komplettiert. Gesteuert werden die US-Aktivitäten mit rund 100 Mitarbeitern von Newport News (Virginia), wo Liebherr ein Werk für Großmuldenkipper betreibt. »Wir werden bis Ende 2015 eine Abdeckung von 85 % des US-Marktes erreichen«, sagte Strobel, »und planen, unsere Absatzzahlen dort in den nächsten drei Jahren zu verdoppeln.«Afrika spielt zentrale Rolle

In den sogenannten »Merger-Markets« spielt Afrika für Liebherr künftig eine zentrale Rolle, sagte Strobel. So habe sich in Nordafrika die eigene Organisation in Algerien erfolgreich entwickelt, ebenso ein Joint Venture für die Produktion ausgewählter Erdbewegungsmaschinen. Im südlichen Afrika ist Liebherr zudem mit Bell Equipment eine Vertriebskooperation für die gesamte Baggerpalette und definierte Radlader sowie Planierraupentypen eingegangen. Die Maschinen werden in diesen Märkten mit Ausnahme der ­jeweils größten Typen wie den R 964 und R 974 sowie der PR 764 unter dem Label von Bell über rund 30 Vertriebs- und Serviceniederlassungen vertrieben. »Diese Vertriebskooperation hat sich für beide Seiten als enorm erfolgreich erwiesen«, sagte Strobel. »Während dieser seit zweieinhalb Jahren laufenden Kooperation konnten schon mehr als 400 zusätzliche Maschinen abgesetzt werden.«


Modifizierte Maschinen

In den Märkten des Mittleren und Fernen Osten sieht Liebherr, so Strobel, weiterhin »verlockende Absatzmärkte« hinsichtlich der Anzahl der Maschinen. Allerdings seien die Marktbedingungen dort auch die »mit Abstand am schwierigsten«. So seien die Finanzierungsmöglichkeiten für Kunden in China deutlich schwieriger geworden, seitdem die Wachstumsraten dort auf unter 8 % gefallen seien. Außerdem fänden in diesen Regionen die extremsten Preiskämpfe statt, die sich vor allem auf die Preise in den Standardmaschinen niederschlage. Bei Groß- und Spezialmaschinen jedoch sehe Liebherr ein »interessantes Potenzial«. Liebherr konzentriere sich deshalb in seiner Wachstumsstrategie immer auf seine stärksten Segmente, so Strobel, »und das ist der Premium- und Spezialbereich«. Allerdings werde der Begriff »Premium« von Markt zu Markt unterschiedlich interpretiert, weshalb Liebherr seine Maschinen entsprechend den jeweiligen Marktanforderungen modifiziere.Preisrelevante Volumenmaschinen

»Um Premium- und Spezialmaschinen in einen Markt erfolgreich absetzen und positionieren zu können, bedarf es einer kompletten Palette an Volumenmaschinen, mit denen ein Vertriebs- und Servicenetzwerk wirtschaftlich betrieben werden kann«, sagte Strobel. Dafür seien preisrelevante Volumenmaschinen in den Hauptklassen der Raupenbagger und Radlader erforderlich. Diese würden derzeit entwickelt und in den Liebherr-Werken in China, Brasilien oder Russland unter Einbeziehung eines hohen Lokalisierungsgrads produziert. »Die ersten Maschinen gehen bereits 2015 in Serie«, so Strobel. »Da wir diese Maschinen in ›modularer Bauweise‹ konstruieren, können wir dadurch auch Synergien zur Kostenoptimierung für unsere Premium-Maschinen nutzen. Und je stärker sich ein Markt entwickelt, umso größer wird in der Folge die Nachfrage nach ­effizienten und technisch ­anspruchsvollen Maschinen – so wie Liebherr sie produziert.«

Weltpremiere für die PR 746 und PR 756


Als einer von sieben Fertigungsstandorten der Erdbewegungssparte von Liebherr ist das Liebherr-Werk in Telfs, das über eine Fläche von 170 000 m² verfügt und in dem derzeit etwa 470 Mitarbeiter beschäftigt sind, für die Entwicklung, Herstellung und den Vertrieb hydrostatisch angetriebener Planierraupen, Laderaupen, Teleskopladern, Rohrlegern und Spezialmaschinen für die Gewinnungs­industrie zuständig. Geschäftsführer Martin Längle und Marketingleiter Alexander Katrycz sowie die Produktmanager Johann Fritz, Hannes Lichtmanegger und Markus Neuner haben im Rahmen der Informationsfahrt der internationalen Baufachpresse als »Weltpremiere« die neuen Planierraupen PR 746 und PR 756 sowie die neuen Teleskoplader-Modelle in der 7-m-Klasse (siehe Seite 84) präsentiert. Dabei betonte Längle unter anderem, dass Liebherr mit dem Ausbau seines Teleskop­lader-Portfolios künftig auch verstärkt den Bereich Landwirtschaft im Fokus haben werde.Mit der PR 736 hat Liebherr zu Beginn dieses Jahres das erstes Modell der neuen und ­innovativen Planierraupen-Serie Generation 6 eingeführt. Die Generation 6 wurde für anspruchsvolle Kunden in hoch industrialisierten Wirtschaftszonen mit den strengsten Abgasrichtlinien entwickelt. Die PR 736 war die erste Erdbewegungsmaschine von Liebherr, die mit einem Stufe IV/Tier 4 final-Dieselmotor von Liebherr ausgestattet wurde. Die Modelle PR 746 Litronic und PR 756 Litronic erweitern jetzt das Programm der Planierraupen-Generation 6. Somit bietet Liebherr jetzt drei Planier­raupen an, die die Emissionsrichtlinien der Stufe IV/Tier 4 final erfüllen.

Die PR 746 hat ein Einsatzgewicht von 28 900 kg bis 30 800 kg und eine Leistung von 185 kW/252 PS. Die größte Planierraupe der Generation 6, die PR 756, verfügt über ein Einsatz­gewicht von 38 300 kg bis 41 150 kg und ­eine Motorleistung von 250 kW/340 PS.

Um die geforderten Emissions- und Verbrauchsziele zu erfüllen, hat Liebherr bei den 6-Zylinder-Motoren den gesamten Verbrennungsprozess optimiert und bereits innermotorisch die Partikel auf ein Minimum reduziert. Die ideale Anpassung der verschiedenen Parameter wird unter anderem durch die Entwicklung eines eigenen Common-Rail-Einspritzsystems inklusive einer eigenen elektronischen Motorsteuerung unterstützt. Zur Vereinfachung des Systems und zur Optimierung der Abgasnachbehandlung für anspruchsvollste Einsätze, wurde auf die selektive katalytische Reduktion (SCR-Technologie) und damit auf den Einsatz einer wässrigen Harnstoff­lösung (u. a. Adblue) gesetzt. Die effiziente Verbrennung sorgt für einen niedrigeren Kraftstoffverbrauch und bringt wirtschaftliche Vorteile für den Kunden.


Integrierte Eco-Steuerung

Die Planierraupen der Generation 6 verfügen über eine neu entwickelte, elektronisch geregelte Fahrsteuerung mit integrierter Eco-Funktion. Diese ermöglicht es dem Fahrer zwischen hohem Leistungsvermögen und maximaler Wirtschaftlichkeit zu wählen. Dabei sorgt die Eco-Steuerung in leichten bis mittelschweren Einsätzen im Vergleich zur Vorgängergeneration für einen effizienteren Betrieb des Fahrantriebes. Eine weitere Neuerung der Generation 6 ist die proaktive Leistungsanpassung. Dabei werden sowohl innermotorische als auch externe Maschinenparameter – wie zum Beispiel die momentane Auslenkung des Fahrjoysticks – erfasst und die Motorleistung automatisch entsprechend dem aktuellen Bedarf kurzzeitig erhöht. Daraus resultiert für die Maschinen neben schnelleren Reaktionszeiten auch eine spürbare Steigerung des Leistungs- und Durchzugsvermögens. Durch den hydrostatischen Antrieb wird die Motor-Drehzahl konstant gehalten. Sämtliche Antriebskomponenten und das intelligente Liebherr-Motormanagement sind optimal aufeinander abgestimmt.Kabine neu konstruiert

Die Fahrerkabine wurde von Grund auf neu konstruiert: Die neuen Fahr­geber lassen sich in Längsrichtung an die für den Fahrer ergonomisch günstigste Position verschieben und erlauben durch die neue T-Form eine ergonomischere Handhaltung und damit noch bequemeres Arbeiten. Der gewünschte Fahrgeschwindigkeitsbereich kann direkt am Joystick vor­gewählt werden. Dadurch kann die Raupe insbesondere bei niedriger Geschwindigkeit präzise gesteuert werden. Die Fahrererkennung erfolgt ­automatisch durch den integrierten Sitzkontaktschalter, ohne dass ein ­Sicherheitshebel betätigt werden muss.

Das Laufwerk beider Planierraupen wurde von Grund auf neu entwickelt. Der deutlich größere Durchmesser des geteilten Turasrades mit mehr Zähnen im Eingriff bewirkt eine verlängerte Lebensdauer von Büchsen und Turas.

»Mit 50 Jahren Erfahrung in der Entwicklung und im Einsatz sind die ­Planierraupen der Generation 6 auf optimale Sicherheit, Leistung und ­Zuverlässigkeit ausgelegt«, so Martin Längle. »Durch die Verwendung von Komponenten der Liebherr-Komponentensparte können unsere Ingenieure garantieren, dass Motor, Hydraulik und Elektronik optimal aufeinander abgestimmt sind.«

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