JCB Deutschland GmbH In neue Dimensionen vorstoßen

Mitte Mai präsentierte JCB am Hauptsitz in Staffordshire eine beeindruckende Auswahl an Produktneuheiten. Im Fokus standen zwei Kettenbagger der 50- und 40-t-Klasse, ein knickgelenkter Muldenkipper mit einer Nutzlast von 12,75 t und die Einführung der »DualDrive«-Technologie bei den 9-t-Raddumpern. Zudem wurden zwei Walzenzüge für den 4- bis 8-t-Bereich und zwei weitere mit Stage-V-Motoren in der 12- bis 15-t-Klasse sowie ein »3CX Sitemaster«-Baggerlader vorgestellt. Dazu kamen die emissionsarmen Lösungen: Mit dem »3CX Hydrogen« feierte der erste serienmäßig produzierte wasserstoffbetriebene Baggerlader sein Debüt. Passend dazu stellte JCB ein mobiles H2-Betankungssystem sowie mit dem »G60RS H« ein Stromaggregat mit Wasserstoffmotor vor. Nicht zuletzt präsentierte JCB-Chairman Anthony Bamford persönlich den »JCB Hydromax«. Dieser soll 20 Jahre nach dem »JCB Dieselmax« einen neuen Geschwindigkeitsrekord für Landfahrzeuge aufstellen. Die Redaktion des bauMAGAZINs war vor Ort und lässt die zweitägige Veranstaltung Revue passieren.

Lesedauer: min | Bildquelle: JCB Deutschland
Von: Thomas Seibold

Ergänzend zu den zahlreichen Neuheiten wartete JCB mit interessantem Zahlenmaterial auf: So investiert das Unternehmen derzeit im texanischen San Antonio rund 500 Mio. US-Dollar in den Bau eines neuen Werks. Darin sollen auf einer Fläche von knapp 100 000 m2 künftig von 1 500 Mitarbeitenden Maschinen und Zubehör für den US-Markt produziert werden. Nach Angaben von CEO ­Graeme Macdonald exportiert JCB rund 75 Prozent seiner in Großbritannien hergestellten Maschinen. Mit einer neuen Fertigungsstätte in Übersee reagiert das Unternehmen auf die Herausforderungen bei den Lieferketten und Zöllen. Nicht nur deswegen blickte Graeme Macdonald durchaus zuversichtlich in die Zukunft.

Zwei neue Bagger der »X-Serie«

Die zwei größten und schwersten Neuheiten – das neue Spitzenmodell »520X« in der 50-t-Klasse und der leistungsstarke »420X« – wurden zum Abschluss eines Werksrundgangs am zweiten Tag präsentiert. Die Einführung dieser zwei neuen Modelle für die Bereiche Erdbewegung, Steinbruch, Abbruch und Schwerlastanwendungen komplettiert laut JCB die »Heavyline«-Kettenbagger-Reihe der 2018 erstmals vorgestellten »X-Serie«. Mit dem »520X« verfügt das Unternehmen nun über seinen bislang größten Kettenbagger, was ein Blick auf die Gewichts- und Leistungsdaten eindrucksvoll zeigt. Mit einem Einsatzgewicht von 52 bis 57 t, abhängig von der jeweiligen Ausstattungsvariante, deckt das Modell in der Tat neue Leistungsdimensionen ab. Die Maschine kann wahlweise mit einem 6,9 m langen Standardausleger für maximale Vielseitigkeit oder mit einem 6,5 m langen »Mass-Excavation«-Ausleger für hohe Produktivität konfiguriert werden.

Für den 6,5-m-»Mass-Excavation«-Ausleger des »520X« stehen wahlweise ein 2,55-m- oder ein 3-m-Heavy-Duty-Löffelstiel zur Verfügung. Beim 6,9-m-Reichweitenausleger kann die Maschine mit einem 3-m- oder einem 3,3-m-Löffelstiel ausgestattet werden. Abhängig von der jeweiligen Spezifikation ist der »520X« für Löffelgrößen von 2,8 bis 3,4 m³ ausgelegt. Mit Reichweitenausleger und verlängertem Arm erreicht die Maschine eine maximale Grabreichweite von 11,8 m und eine Grabtiefe von bis zu 7,8 m. Die maximale Ausschütthöhe liegt bei 7,5 m. Damit ist die Maschine für vielfältige Lastzyklen und Anwendungen ausgelegt. Die Losbrechkraft am Löffelstiel beträgt bis zu 279 kN, die maximale Losbrechkraft am Löffel liegt bei 318 kN.

Nicht weniger bedeutend ist der neue »420X«, der serienmäßig mit dem »Earthmoving Pro«-Pack inklusive einer 2,6-m³-HD-Schaufel angeboten wird. Damit bietet der »420X« ein rund 10 Prozent größeres Schaufelvolumen als der »370X« mit seiner 2,34 m³ großen Schaufel. Um dieses größere Volumen zu realisieren, verfügt der »420X« serienmäßig über einen schwer verstärkten Ausleger und Stiel. Der Stiel ist in Längen von 2,63 m und 3,23 m erhältlich. Beim »420X« wurde der Durchmesser des Hydraulikzylinders am Stiel im Vergleich zum »370X« vergrößert, was eine deutlich höhere Losbrechkraft liefern soll – insbesondere beim Arbeiten in dichtem oder schwer lösbarem Material. Gleichzeitig tragen die größeren Zylinderdurchmesser zu einer erhöhten Hubleistung über die Front bei. So kann der »420X« bei maximaler Reichweite über 940 kg mehr heben als das leichtere Vorgängermodell. Dies steigert die Grableistung und ermöglicht den Einsatz schwerer Abbruchanbaugeräte.

Starke Antriebsaggregate in beiden Modellen

Ausgestattet ist der »520X« mit einem 11,8-l-Aggregat von Cummins, das eine Leistung von 298 kW bei 1 800 U/min bereitstellt. Das maximale Drehmoment von 1 969 Nm wird bereits bei 1 400 U/min erreicht, wodurch der »520X« laut JCB »eine hohe Zugkraft im unteren Drehzahlbereich für anspruchsvolle Grabarbeiten und das Potenzial für eine beeindruckende Produktivität in Tonne pro Liter Kraftstoff bietet«. Der Motor treibt zwei Axialkolben-Hydraulikpumpen mit variabler Förderleistung an, die jeweils einen Förderstrom von bis zu 404 l/min bereitstellen. Modernste Hydraulikkomponenten, Rohrleitungen mit größerem Durchmesser sowie ein hydraulisch angetriebener Kühllüfter sollen zur Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs beitragen. Ein Doppelschwenkmotor-System sorgt laut JCB zudem für wettbewerbsfähige Arbeitszyklen und ermöglicht eine maximale Grab- sowie Ladeleistung.

Der »420X« wird von einem 8,9-l-Stage-V-Dieselmotor mit einer Leistung von 240 kW und einem maximalen Drehmoment von 1 526 Nm angetrieben. Im Vergleich zum »370X« wurde die Motordrehzahl erhöht, was zu einer gesteigerten Leistungsabgabe beitragen soll. Gleichzeitig ermöglicht der höhere Hydraulikvolumenstrom ein laut JCB besonders effizientes Multitasking beim Graben und Heben, wodurch sich die Gesamtproduktivität der Maschine erhöht. Die serienmäßig integrierte »Auto Boost«-Funktion sorgt für zusätzliche Leistungsreserven, indem sie bei Bedarf automatisch den Hydraulikdruck anhebt und somit auch bei anspruchsvollen Einsätzen maximale Performance sicherstellt.

Überarbeitete Unterwagen für mehr Produktivität

Beim Unterwagen des »420X« wurden die oberen Laufrollen neu positioniert und auf jeder Seite zusätzlich eine weitere untere Laufrolle verbaut. Dies soll die Mobilität auf unebenem Gelände verbessern. Optimierte Verzurrpunkte verhindern laut JCB aterialansammlungen unter dem X-Rahmen. Abgerundet wird das Unterwagenkonzept des »420X« durch Fahrmotoren der 50-t-Klasse, die eine Steigerung der Zugkraft um 21 Prozent auf bis zu 345 kN liefern. Das Modell verfügt oberhalb des Unterwagens über einen um 40 mm größeren Drehkranz mit erhöhter Tragfähigkeit. Das soll die Haltbarkeit bei drehmomentintensiven Schwenkzyklen, wie sie beispielsweise beim Bankettladen oder bei Haldenarbeiten auftreten, erhöhen. Auch das Drehwerk und das Drehgetriebe wurden weiterentwickelt und bieten ein höheres Schwenkmoment bei gleichzeitig geringerer Geräuschentwicklung. Kunden, die ein Höchstmaß an Robustheit und Leistungsfähigkeit benötigen, können die Maschine mit dem »Heavy Duty Pro«-Pack ausstatten. Dieses umfasst u.a. zusätzliche Seitenschutzplatten, schwere Unterbodenschutzbleche, einen Zylinderschutz für den Schaufelzylinder sowie Schutzgitter für die Arbeitsscheinwerfer.

In der beim »520X« standardmäßigen »Earthmoving Pro«-Ausstattung sind zwei »Heavy Duty«-Unterwagenoptionen verfügbar: eine feste Spurweite von 2 740 mm oder ein mechanisch verstellbarer Unterwagen mit variabler Spurbreite von 2 390 bis 2 890 mm. Darüber hinaus können Kunden Kettenplatten in Breiten von 600 bis 900 mm wählen, um die Maschine optimal an individuelle Baustellenbedingungen und Transportanforderungen anzupassen. Ergänzt wird das Angebot durch zwei Kontergewichtvarianten: ein festes Kontergewicht mit 10,5 t oder ein hydraulisch abnehmbares Kontergewicht mit 9,8 t. Als Option für anspruchsvollste Einsätze bietet JCB auch hier die »Heavy Duty Pro«-Spezifikation an. Für beide Ausstattungsvarianten – »Earthmoving Pro« und »Heavy Duty Pro« – sind klappbare seitliche Laufstege zur Vereinfachung von Wartung und Service erhältlich.

Hoher Bedienkomfort für mehr Effizienz

Die »CommandPlus«-Kabine von JCB bildet bei allen »X-Serie«-Modellen die Basis für hohen ­Bedienkomfort und maximale Sicherheit. Die serienmäßige »Pro«-Ausstattung der »Heavyline«-Maschinen umfasst einen beheizten und belüfteten Fahrersitz mit elektrischer Lendenwirbelverstellung sowie eine hochwertige Innenausstattung. Zur Serienausstattung der »X-Serie« zählt die JCB-UX-Bedienoberfläche mit einem 10-Zoll-Touchscreen in Vollfarbdarstellung. Die Bedienstruktur lässt sich individuell konfigurieren, inklusive frei belegbarer Hotkeys für häufig verwendete Funktionen. Das neu eingeführte schlüssellose Startsystem ermöglicht das Aktivieren oder Deaktivieren des Displays per Knopfdruck. Insgesamt können bis zu 25 Benutzerprofile gespeichert werden, um individuelle Einstellungen für Joysticks und Bedienelemente dauerhaft abzurufen.

Die Kabinen des »520X« und »420X« sind serienmäßig ROPS-zertifiziert und verfügen über das JCB-»2 Go«-System zur hydraulischen Abschaltung, das in allen Anwendungen für erhöhte Sicherheit sorgen soll. Eine hochauflösende 360°-Kamera ist ebenfalls serienmäßig vorhanden und in das neue UX-Display integriert. Für optimale Sichtverhältnisse bei allen Lichtbedingungen sorgen 14 serienmäßige LED-Arbeitsscheinwerfer. Darüber hinaus ist JCB »LiveLink« serienmäßig integriert und stellt Echtzeit-Maschinendaten zur Verfügung, einschließlich Verbrauchskennzahlen, Leerlaufzeiten und Tankfüllständen. Durch Service- und Wartungsalarme unterstützt das System eine effiziente Fehlerdiagnose und vorausschauende Wartung. Zusätzlich bietet »LiveLink« erweiterte Sicherheitsfunktionen wie die Fernüberwachung des Maschinenstandorts.

Neuer knickgelenkter Muldenkipper »715«

Der »715« wurde von JCB als Zweiachser konzipiert und als »idealer Transportpartner für zahlreiche Rad‑ und Raupenbagger sowie Ladetechnik« ausgelegt. Dank einer breiten Auswahl an Reifenoptionen lässt sich die Maschine an unterschiedlichste Bodenverhältnisse und Einsatzbedingungen anpassen. Mit einem Einsatzgewicht von 9,32 t ist der »715« bewusst robust ausgelegt. So verfügt die Mulde serienmäßig über einen Boden aus verstärktem »Hardox 450«-Stahl und ein Fassungsvermögen von 7,1 m³ bei einer Nutzlast von 12,75 t. Angetrieben wird der Muldenkipper von einem JCB-Dieselmotor »Typ 448« der Abgasstufe V, der eine Leistung von 129 kW bereitstellt. Die Kraftübertragung erfolgt über ein JCB-Achtgang-Automatik-Power­shift-Getriebe mit Wandlerüberbrückung. Das soll Wandlungsverluste reduzieren und einen direkten Kraftschluss für hohe Traktion auch unter anspruchsvollen Geländebedingungen ermöglichen.

Zur Kraftübertragung auf den Untergrund kommen Heavy-Duty-ZF‑Achsen mit Differenzialsperre zum Einsatz, die das maximale Motordrehmoment von 690 Nm laut JCB auch unter schwierigen Bodenbedingungen zuverlässig umsetzen. Der kompakte knickgelenkte Muldenkipper erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 40 km/h für schnelle und effiziente Lade‑ und Transportzyklen. Die Maschine ist mit der »Command‑Plus«‑Kabine der neuesten Generation ausgestattet und serienmäßig ROPS-/FOPS‑zertifiziert. Die Fahrerposition ist für eine optimale Rundumsicht zentral angeordnet. Teil der Serienausstattung sind  LED‑Arbeitsbeleuchtung, Weitwinkelspiegel sowie eine Rückfahrkamera für ein möglichst hohes Maß an Übersicht.

Das 7-Zoll-Touchscreen-Display in der Kabine nutzt die neueste »JCBUX«-Bedienoberfläche, wie sie auch aus den »X-Serie«-Baggern bekannt ist. Zur Serienausstattung zählt zudem das JCB-Telematik-System »LiveLink« . Darüber hinaus verfügt der Dumper über elektronische Start-Checks, die alle betriebsrelevanten Flüssigkeitsstände und Systemparameter überprüfen und die Ergebnisse digital in der Kabine anzeigen. Der Servicezugang erfolgt vollständig vom Boden aus, wobei abnehmbare Kotflügel einen schnellen und unkomplizierten Zugriff auf Filter und Wartungspunkte ermöglichen sollen. Das patentierte Kühlerpaket ist hoch am hinteren Bereich des Vorderwagens angeordnet, um es wirksam vor Staub und Schmutz zu schützen. Ein drehzahlgeregelter Umkehrlüfter bläst automatisch Staub aus dem Kühlerpaket und passt zugleich die Lüfterdrehzahl bedarfsgerecht an.

»DualDrive« nun auch bei den 9-t-Raddumpern

JCB bringt die bewährte »DualDrive«-Technologie nun auch in die 9-t-Raddumper-Klasse – sowohl für Frontkipper als auch für Schwenkkippmulden-Varianten. Die neue »DualDrive«-Kabine soll nicht nur die Sicherheit des Bedieners, sondern die Sicherheit auf der Baustelle generell erhöhen. Basierend auf der Technologie des bewährten JCB-»DualDrive«-Baggerladers kann der Bediener Sitz und Bedienelemente drehen, sodass er stets in Fahrtrichtung blickt. Dies erhöht die Übersicht und reduziert gefährliche Fahrmanöver. Der luftgefederte Sitz ist zentral in der Kabine positioniert und bietet Sicht in alle Richtungen. Dabei wurde aufs Detail geachtet: So sind die Heizungs- und Klimakomponenten unterhalb des Kabinenbodens integriert, um den Rundumblick nicht zu beeinträchtigen. Die Sitzeinheit inklusive Lenkrad und Bedienelemente lässt sich über das »HealClick«-System um 180° drehen – ganz ohne manuelles Betätigen von Hebeln. Ein Sitzverriegelungssystem stellt sicher, dass Antrieb und Hydraulik nur dann aktiviert werden können, wenn der Sitz in einer der beiden definierten Fahrpositionen sicher eingerastet ist.

Darüber hinaus wurde die Kabine des »JCB 9T Dual Drive« einem Aufpralltest unterzogen und hält Kräften stand, wie sie beim Kontakt mit einem 20-t-Bagger auftreten können. Zusätzlich verfügt die Maschine über »Follow-me-home«-Arbeitsscheinwerfer, die dem Fahrer ein sicheres Verlassen der Baustelle ermöglichen. Zur Serienausstattung gehören zusätzlicher Stauraum, ein 7-Zoll-Touchscreen-Display, ein Radio sowie eine Wegfahrsperre mit Tastenfeld. Angetrieben wird der »9T Dual Drive« von einem 55-kW-JCB-»Diesel-Max«-Motor. Der neu entwickelte zweistufige hydrostatische Fahrantrieb treibt für maximale Traktion beide Achsen an. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 30 km/h. Ein servounterstütztes Bremssystem reduziert den Kraftaufwand für den Fahrer. Die größte Entlastung für den Bediener bietet nach Einschätzung des Herstellers jedoch die drehbare Sitzeinheit. Sie verringert die Notwendigkeit, den Oberkörper zu drehen oder im Rückwärtsgang zu fahren. Das konsequente Fahren in Blickrichtung bietet optimale Sicht, bessere Kontrolle und mehr Sicherheit auf der Baustelle.

Verdichtungsprogramm um neue Walzen erweitert

Im Steinbruch hat JCB mit der »VM58D« und der »VM78D« zwei Walzenzüge vorgestellt, welche die 4- bis 8-t-Klasse abdecken. Sie sind mit Stage-V-Dieselmotoren ausgestattet, die niedrige Emissionen und hohe Effizienz bieten sollen. Dazu kommt eine laut JCB spürbar verbesserte Verdichtungsleistung: Konkret sorge die Zentrifugalkraft von 81 bis 138 kN für weniger Überfahrten. Darüber hinaus erweitern neben den größeren Modellen »VM118D«, »VM128D« und »VM138D« nun die neue »VM58D« und die »VM78D« das Portfolio. Diese verfügen über Einsatzgewichte von 5,4 t bzw. 7,1 t. Durch die nahezu vollständige Gleichteilstrategie im Hinterwagen profitieren beide von einer hohen Komponentengleichheit und damit von vereinfachter Wartung und effizienter Teilelogistik.

Angetrieben werden die kompakten Modelle von einem JCB-by-Rehlko-Dieselmotor mit 55 kW Leistung. Das Aggregat erfüllt die Stage-V-Norm, ohne dass DEF oder ein System zur selektiven katalytischen Reduktion (SCR) erforderlich sind. Ausgestattet sind sie mit unabhängigen hydraulischen Radmotoren ohne Hinterachse. Diese bieten laut JCB Arbeits- und Fahrtraktionsmodi sowie die Fähigkeit, Steigungen von bis zu 60 Prozent zu bewältigen. Der Entfall der Hinterachse ermöglicht zudem eine tiefere Motorposition, was Schwerpunktlage und Stabilität im unwegsamen Gelände verbessern soll.


Die »VM58D« verfügt über einen 2,7-t-Vorderwagen und verdichtet mit einer Frequenz von 31 Hz sowie einer Amplitude von 1,70 mm, was einer Zentrifugalkraft von 81 kN entspricht. Die schwerere »VM78D« verfügt über einen Vorderwagen von 4,05 t und bietet zwei Verdichtungsfrequenzen von 29 Hz und 31 Hz. Es stehen zwei Amplituden von 1,8 mm und 0,8 mm zur Verfügung und der Vibrator entwickelt Zentrifugalkräfte von 138 kN und 84 kN. Die Bandagenstärke beträgt bei der »VM58D« 22 mm plus einen 10-mm-Versteifungsring. Bei der »VM78D« sind es 25 mm mit ebenfalls 10-mm-Ringverstärkung. Dies sorgt laut JCB für »eine hohe Vibrationsmasse und eine hervorragende Haltbarkeit selbst unter anspruchsvollen Einsatzbedingungen«.

Alle fünf Walzenzug-Modelle nutzen das gleiche neu entwickelte Bedienerstand-Konzept. Die beiden kleineren Modelle können wahlweise mit einem ROPS/FOPS-Fahrerschutzdach oder einer klimatisierten Kabine ausgestattet werden. Das Kabinenpaket umfasst LED-Arbeitsleuchten vorne und hinten, in die Dachecken integrierte gelbe Rundumleuchten, rundum verbaute Flachverglasung für schnellen Scheibentausch, eine Klima- und Heizungsanlage, ein Radio sowie einen stoffbezogenen Fahrersitz. Beide Maschinen können zudem mit »Connected Compaction« über das JCB-»LiveLink«-Telematiksystem ausgestattet werden. Darüber hinaus steht das »Intellicompaction«-Messsystem zur Verfügung. Dieses liefert Verdichtungsmessungen und kann so die Anzahl der Überfahrten sowie Überverdichtung auf der Baustelle reduzieren. Die beiden kompakten Modelle werden zunächst mit einer Glattmantelbandage angeboten; eine Stampffußbandage folgt später.

Ergänzend dazu präsentierte JCB zwei weitere Stage-V-Modelle in der 12- bis 15-t-Klasse: die »VM128D« mit 12,1 t und die »VM138D« mit 13,2 t. Gemeinsam mit der 2025 eingeführten »VM118D« bilden die drei Walzenzüge eine modular aufgebaute Maschinenplattform. Die »VM118D« wird von einem «JCB 430«-Dieselmotor mit 55 kW angetrieben und erfüllt die Emissionsstufe V vollständig ohne DEF- oder SCR-System. Die größeren Modelle »VM128D« und »VM138D« setzen auf den »JCB 448«-Dieselmotor mit 97 kW Leistung. Zum Einsatz kommt ein Traktionssystem mit vier Betriebsmodi – Arbeits-, Fahr-, Steigungs- und PD-Modus für Stampffußeinsatz mit Steigfähigkeiten von bis zu 55 Prozent.

Die Vibrationsbandage bietet Frequenzen von 32 Hz und 36 Hz sowie zwei Amplituden von 1,8 mm und 0,8 mm. Die beiden kleineren Modelle nutzen ein 256-kN-Vibrationssystem und eine Vorderachslast von 6,75 t, während die größere »VM138D« mit 292 kN Zentrifugalkraft und 7,8 t Vorderachslast ausgestattet ist. Mit einer Bandagenstärke von 28 mm und 10 mm starken Versteifungsringen (»VM118D« und »VM128D«) sowie einer 32-mm-Bandagenstärke mit 10-mm-Ringen bei der »VM138D« bieten alle drei Modelle hohe Vibrationsmassen. Auch hier stehen optional die »Intellicompaction«Technologie sowie »Connected Compaction« über den JCB »LiveLink« zur Verfügung. Ein »LiveLink«-Vertrag für die ersten fünf Jahre ist bei jeder Maschine bereits enthalten.

Neuer Baggerlader »3CX Sitemaster«

Mit dem neuen »3CX Sitemaster« stellte JCB ein Modell vor, das Unternehmensgründern einen wirtschaftlichen Start in die Selbstständigkeit ermöglichen soll. Gleichzeitig eignet sich das Modell für Vermieter. Die Maschine mit 55 kW wird in einer einzigen, fest definierten »HighSpec«-Ausstattung angeboten. Diese bietet serienmäßig eine klimatisierte Kabine, eine 6-in-1-Schaufel mit Gabeln, einen teleskopierbaren Löffel­stiel, eine »Return-to-Dig«-Funktion sowie die hydraulische Schwingungsdämpfung (SRS). Serienmäßig sind zudem einfach- und doppeltwirkende Zusatzhydraulikkreise, um damit Anbaugeräte wie Hydraulikhämmer oder Schwenklöffel zu betreiben.

Neuheiten aus dem Hydrogen-Portfolio

Das Engagement von JCB für emissionsfreie Hydrogen-Antriebe reicht bereits mehrere Jahre zurück. Mehr als 100 Mio. Pfund wurden in die Entwicklung des JCB-Wasserstoffmotors sowie entsprechender Technik investiert.  Mit der offiziellen Markteinführung des »3CX Hydrogen« stellte das Unternehmen nun den ersten serienmäßig produzierten wasserstoffbetriebenen Baggerlader vor. Der »3CX Hydrogen« wird von einer 55‑kW‑Version des JCB-Wasserstoffmotors angetrieben. Die Maschine verfügt über drei mit Verbundwerkstoff ummantelte Wasserstofftanks mit einem Druck von 350 bar, die auf dem Kabinendach montiert sind und ausreichend Speicherkapazität für einen ganztägigen Einsatz bieten sollen. Passend dazu hat JCB in Zusammenarbeit mit HyKit das mobile Betankungssystem »MHR X75« entwickelt, das eine einfache und schnelle Befüllung direkt auf der Baustelle ermöglichen soll. Es erfüllt die Anforderungen der Standards TPED, ADR und UK CDG und entspricht damit den relevanten Transport- und Sicherheitsvorgaben. Außerdem vorgestellt wurde mit dem »G60RS H« ein Stromaggregat mit einem EU‑Stage‑V‑konformen Wasserstoffmotor und einer Nennleistung von 58 kVA bei 50/60 Hz.

Abschließend lässt sich festhalten, dass JCB bei dieser Veranstaltung für die internationale Presse wirklich auf ganzer Bandbreite aus dem Vollen geschöpft hat. Gezeigt wurden eine Vielzahl neuer und modernisierter Maschinen und Technologien sowie die eine oder andere Überraschung.s

Firmeninfo

JCB Deutschland GmbH

Europaallee 113a
50226 Frechen

Telefon: +49 (0) 2234 68296 00

[228]
Socials