Am europäischen Hauptsitz von HCEE wurde im Grunde das fortgeführt, was der südkoreanische Baumaschinenhersteller bereits im vergangenen Jahr mit viel Aufsehen angestoßen hatte: Aufbauend auf der erfolgreichen Markteinführung seiner neuen Generation an Raupenbaggern im Jahr 2025 erschließt HCEE jetzt weitere Marktsegmente in Europa – und setzt dabei auf richtig kraftvollen Stahl. Mit den beiden Raupenbaggern »HX230« und »HX260« erweitert das Unternehmen die bestehende »Next Generation«-Baureihe, während der »HX300« das 30-t-Segment stärkt. Im Bereich der Minibagger vervollständigt der »HX10A Z« nun die angestrebte Aktualisierung der »A«-Serie. Aber damit nicht genug: HCEE zeigte mit dem »HA45A« als 4x4 einen zweiachsigen knickgelenkten Dumper, der die Baureihe nunmehr ergänzen wird. Und was sicherlich viele Unternehmer in Europa freuen dürfte: Hyundai bringt seine Kompaktlader und kompakten Raupenlader auf den Kontinent. Last but not least ließ es sich HCEE nicht nehmen, im Rahmen des Launch-Events auch den »HX520A HRD« vorzustellen – eine leistungsstarke Abbruchmaschine, die hierzulande sicherlich mit großer Reichweite, hoher Stabilität und Robustheit punkten dürfte.
Smarte Technologie verbaut
Bevor das bauMAGAZIN in die neuen Maschinen steigen und diese ausgiebig testen durfte, begrüßten Sanhoh Shin, CEO von HCEE, sowie Vertriebsleiter Mauricio Chiarotti die Fachbesucher und zeigten die Agenda des Herstellers auf. Und zwischen den Zeilen lässt sich durchaus lesen, dass HD Hyundai keine halben Sachen plant. Man möchte den europäischen Markt mit sinnigen Maschinen versorgen, die auch und gerade aufgrund der gestiegenen Anforderungen sowohl Leistung als auch Einsparpotenzial mit sich bringen. Was auffällt: Der Hersteller verbaut High-End-Technologie – und dürfte damit so manchem Maschinisten eine Freude bereiten. Sichtbar wurde das beispielsweise bei den neuen Baggern: Die Modelle der nächsten Generation sind mit dem »Smart Around View-Monitor« (»SAVM«) ausgestattet. Dabei handelt es sich um eine strikte Weiterentwicklung der bewährten »AAVM«-Technologie, die aus der vorangegangenen Baggergeneration stammt. Das »SAVM«-System verfügt über sechs an der Oberwagenkonstruktion der Maschine montierte Kameras mit KI-basierter Personenerkennung und der Option einer Radar-Objekterkennung, um den Fahrer auf Gefahren in der Nähe aufmerksam zu machen. Für die Baustelle bedeutet das eine deutliche Steigerung der Sicherheit.
Neue Raupenbagger vorgestellt
Ein Highlight war zweifelsohne die Vorstellung des neuen Raupenbaggers »HX230«. Nachdem Hyundai das Modell im Rahmen der ConExpo in Las Vegas gezeigt hatte, sollte nun auch Europa die Möglichkeit erhalten, einen genauen Blick auf die neue Bagger-Generation zu werfen. Was direkt auffällt, ist der Antrieb: Verbaut wurde ein leistungsstarker »DX05«-Dieselmotor, der samt Doppelturbo eine Leistung von 141 kW »auf die Kette« bringt. Laut Herstellerangaben verbraucht die Maschine bis zu 7 Prozent weniger Kraftstoff sowie knapp 30 Prozent weniger AdBlue als das Modell der »A«-Serie, das der 23-Tonner nun ersetzt. Wichtig zu erwähnen ist außerdem, dass der »230er« über eine vollelektrohydraulische Steuerung (FEH) verfügt: Der Maschinist kann die Hebelsteuerung und das Ansprechverhalten individuell abstimmen. Gleichzeitig, so Hyundai weiter, habe man die Wartungsintervalle auf 1 000 Stunden verdoppelt, was die Betriebskosten verringern und Ausfallzeiten reduzieren soll. Die größeren Brüder des »HX230« sind im Übrigen der »HX260« sowie der »HX260N« – diese Modelle kommen auf ein Einsatzgewicht von rund 26 t und profitieren ebenfalls vom verbauten »DX05«-Motor und der FEH-Steuerung. Und wo wir schon dabei sind: Mit dem »HX300«, den wir hier in Europa bereits kennen, setzt Hyundai auf einen 30-Tonner, der aufgrund seines »DX08«-Motors mit 207 kW Leistung auftrumpfen kann und als waschechtes Arbeitstier gilt. Geeignet ist dieser Koloss insbesondere für schwere Grab-, Hub- und Planierarbeiten.
Kompakt und vielseitig
In der Riege neuer Bagger darf der »HX10A Z« nicht unerwähnt bleiben: In der Kompaktbaggerreihe der »A«-Serie setzt diese 1,1 t schwere Maschine auf einen 7,6 kW starken Dieselmotor sowie ein einziehbares Fahrwerk. Auf diese Weise kann der Bagger auch auf engsten Baustellen agieren. Ein Blick in die Fahrerkabine zeigt, dass hier viel Wert auf hohen Bedienkomfort gelegt wurde – die Steuerung ist hochpräzise und der Bediener erhält eine gute Sicht auf den Arbeitsbereich. Zu den weiteren kompakten Maschinen, die das bauMAGAZIN vor Ort testen durfte, zählen im Übrigen auch die neuen Kompaktlader »HS80V« und »HS120V« sowie der Kompakt-Raupenlader »HT100V«. Gerade in Nordamerika gelten diese Modelle als bewährte »Vielkönner« – jetzt sollen sie ihr Können auch in Europa unter Beweis stellen. Und bereits nach den ersten gefahrenen Metern wurde deutlich: Diese kleinen, kompakten Stahlmonster haben es wirklich in sich. Alle drei Modelle verfügen über einen hauseigenen Dieselmotoren der Stufe V – die Motorleistung reicht von 49,5 kW beim »80er« über 52 kW für den »HS120V« bis zum »HT100V«, der satte 54,9 kW mit sich bringt. Grundsätzlich lässt sich festhalten, dass alle Kompaktmodelle mit guter Handhabung und hoher Leistungskraft überzeugen können. Letztlich deckt das Trio eine auffallend große Bandbreite an Einsatzmöglichkeiten ab. Bei einem Einsatzgewicht von 3,2 t, 3,7 t und 4,4 t gehen sie zudem mit ordentlicher Performance an den Start. Von Vorteil ist sicherlich auch die generelle Geometrie mit vertikalem Hubweg.
Knickgelenkte Geländegänger
Schweres Gerät wurde auch für das Segment der knickgelenkten Muldenkipper (ADT) aufgefahren. Hier stellte Hyundai beispielsweise den »HA45A« in einer 4x4-Version vor: Diese Maschine kommt mit einer neu gestalteten Kabine daher – das sorgt für weitaus mehr Platz und geringere Geräuschentwicklung. Der neue Zweiachser soll laut Hersteller die Geschwindigkeit und Kraftstoffeffizienz eines starren Muldenkippers bieten, ohne dabei auf die gute Geländegängigkeit sowie Steigfähigkeit eines klassischen ADT zu verzichten. Eine Besonderheit ist, dass man das Modell mit einer selbstnivellierenden Hydro-Gas-Federung sowie mit Sperrdifferenzialen an Vorder- und Hinterachse ausgestattet hat – laut Hyundai sei das geschehen, um im Bedarfsfall die maximale Traktion zu gewährleisten. Entwickelt wurde der knickgelenkte Muldenkipper für den Einsatz in Steinbrüchen, im Bergbau sowie für die klassische Erdbewegung. Aufgrund der Tandem-Hinterachse und der Einzelradaufhängung an der Vorderachse ist diese Maschine gerade für den Einsatz bei schwierigen Bodenverhältnissen geeignet. Unter der Haube hat der »HA45A« einen »DC13«-Motor von Scania, der 368 kW Leistung mit sich bringt. Das Volumen (mit Heckklappe) beträgt rund 26 m3 – die Nutzlast liegt bei 41 t. Was vor Ort auffiel: Der Muldenkipper besitzt eine herausragende Manövrierfähigkeit. Aufgrund des schrägen Heckrahmens, der die Lasten nach vorn leitet, erhöht sich außerdem die Traktion.
52-Tonner für Abbruchsektor
In Belgien ließ es sich HCEE nicht nehmen, auch auf Spezialmaschinen aufmerksam zu machen. Im Repertoire hatte der Hersteller beispielsweise einen »HX520A« in HRD«-Abbruchausführung, der in Zusammenarbeit mit dem niederländischen Abbruchspezialisten STC entwickelt worden war. Die 52 t schwere Großmaschine kann sowohl mit geradem Abbruchausleger als auch mit Standard-Grabarm oder Long-Reach-Ausleger ausgestattet werden. Die Maschine bietet eine Arbeitshöhe von bis zu 27 m, eine Reichweite von knapp 16 m sowie eine maximale Gerätetragkraft von 3 t. Der Hersteller hierzu: »Ausgestattet mit einem hydraulisch verstellbaren Fahrwerk, einer kippbaren Fahrerkabine und einem Staubunterdrückungssystem, erschließt der ›HX520A HRD‹ einen der beliebtesten Hochreichweiten-Sektoren des Markts. Die Maschine unterstreicht unser Engagement, Kunden in allen Bereichen der Baubranche mit spezialisierten Maschinen zu versorgen.« Tatsache ist, dass dieser Abbruchgigant extrem vielseitig eingesetzt werden kann – je nach Konfiguration übernimmt der Bagger verschiedene Aufgaben. Nach Ansicht der Redaktion handelt es sich bei diesem Modell um eine eindrucksvolle Maschine. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass gerade das 50- bis 60-t-Segment der Abbruchbagger als hart umkämpft gilt. Angesichts der Leistungsdaten und der Anwendungsvielfalt dürfte der »HX520A« in »HRD«-Ausführung jedoch keine Probleme haben, sich insbesondere am deutschen Markt zu behaupten.