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Fritzmeier Cabs: CAB 4.0 à la carte, Augmented Reality und HMI-Cluster

Hersteller von Baumaschinen benötigen unter anderem fahrer­freund­liche Sicherheitskabinen zu vernünftigen Entwicklungskosten. Mit der modular aufgebauten Global CAB will Fritzmeier Cabs auf der Bauma eine für diese Anforderungen entwickelte Lösung vorstellen. Außerdem mit an Bord für die Messe: Anwendungen für Augmented Reality, ein in die Kopfstütze integriertes System zur Lärmminderung für den Fahrer sowie eine standardisierte Benutzeroberfläche, die in Kooperation mit dem HMI-Cluster entstanden ist.

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Die neue Global CAB von Fritzmeier Cabs ist als kundenneutrale, variable Basis-Alukabine konzipiert. Durch den modularen Aufbau ist mit geringen Investitionen eine Anpassung an verschiedene Maschinen möglich. Die Sicherheitskabine deckt ROPS bis 20 t ab, für höhere Gewichte bis 50 t lässt sich ein innenliegender Stahl-ROPS einsetzen. »Damit erreichen wir eine einzigartige Flexibilität«, unterstreicht Uwe Rastel, Vice President Engineering bei Fritzmeier Cabs. Zudem trage die Massenverringerung dazu bei, dass im Vergleich zu Baustählen eine deutlich geringere Überdeckung erreicht werde – und damit bessere Sichtverhältnisse bestehen.

Vom Entwicklungstool bis zu BIM in der Kabine

In Kooperation mit dem österreichischen AR-Spezialisten Holo-Light will Fritzmeier Cabs zeigen, was in Sachen Augmented Reality heute möglich ist – immer den konkreten Kundennutzen im Blick. Zur Vereinfachung von Entwicklungsprozessen lässt sich AR lange vor dem Serienstart nutzen, um verschiedene Varianten, Farbkombinationen oder technische Optionen zu visualisieren – realistisch und kostengünstig. »Das zeigen wir am Beispiel einer realen Kabine«, so Alexandra Herrmann, zuständig für Marketing und Kommunikation Fritzmeier Cabs. Außerdem hat das Unternehmen zusammen mit der TU München, Vemcon – Spezialist für Maschinensteuerung, sowie dem Automatisierungsprofi MTS Maschinentechnik Schrode an der Nutzung von BIM-Daten gearbeitet. »Auf der Bauma zeigen wir, wie AR sich als Schulungs- und Demonstrationsinstrument für Maschinenführer auf der Baustelle nutzen lässt.« Diese Entwicklung ist für das Finale zum Bauma-Innovationspreis nominiert (siehe Seite 38).

Active Noise Cancelling ohne Kopfhörer

Baumaschinenführer sind täglich kritischen Lärmpegeln ausgesetzt, die Wahrscheinlichkeit für einen Hörverlust ist hoch. Auch verringert dauerhafter Lärm Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit, was zu Fehlern und Sicherheitsrisiken führen kann. Kapselgehörschützer, Gehörschutzstöpsel oder auch Active Noise Control (ANC)-Kopfhörer sind keine adäquate Lösung, da beispielsweise eine Kommunikation über Funk nicht mehr möglich ist. Auf der Bauma stellt Recalm in einer Fritzmeier-Kabine eine Alternative vor, die den Lärmpegel durch Gegenschall reduziert. »Der tieffrequente Lärm des Motors wird von einem Mikrofon aufgezeichnet«, erklärt Recalm-COO Lukas Henkel. »Die Software erzeugt in Echtzeit phasenverdrehte Schallwellen, die über Lautsprecher ausgespielt werden. Sie verdrängen die unerwünschten Geräusche und minimieren so den Lärmpegel im Bereich bis 1 kHz um 10 dB bis 20 dB.« Sensoren ermitteln die Kopfposition, um die Ruhezone auf den Anwender zu projizieren. Das System ist direkt in die Kopfstütze integriert oder als Klick-On-Variante verfügbar.

Viele Maschinen – ein HMI

Die Komplexität der Maschinensteuerung nimmt zu, gleichzeitig steigt die Anzahl an HMI-Varianten. Auch bedienen Fahrer häufig verschiedene Maschinen, was die Orientierung nochmals erschwert. Aus diesem Grund hat sich das HMI-Cluster zusammen mit dem VDMA zum Ziel gesetzt, eine Vereinheitlichung zu schaffen. »Wir haben das Cluster zusammen mit Fritzmeier ge­gründet, weil wir einen her­stellerübergreifenden Standard künftig für sehr wichtig halten«, betont Ralf Lüddemann, Kaufmännischer Leiter des Ressorts Technik der Bauunternehmung Leonhard Weiss. »Das beginnt bei der Verwendung gleicher Symbole je Bediengruppe, geht mit der Positionierung der Bediengruppen weiter und reicht bis zur redundanten Steuerung von Sicherheitsfunktionen.« Die bisherigen Cluster-Mitglieder wollen mit der Präsentation auf der Bauma weitere OEM, Hersteller von Anbaugeräten, Verbände sowie Universitäten, Systemintegratoren und Displayhersteller für die Zusammenarbeit gewinnen.    §


 

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