Bau- und Nutzfahrzeuge Titelstory

»Erweitern unser Portfolio für das Segment Bau noch einmal deutlich«

Von Michael WulfDass sich der Anhänger-Spezialist Humbaur mit seinen Tiefladern sowie mit der neuen Mulden-Kipper-Generation inzwischen als ein starker Partner für die Bauindustrie präsentieren kann, hat vor allem zwei Gründe: Mit der Schwester-Firma Kögel im benachbarten Burtenbach sowie dem gemeinsam genutzten Schweißwerk in Tschechien verfüge man in der Unternehmensgruppe über außergewöhnlich vielfältige Produktionsmöglichkeiten, so Christian Dieminger, und könne deshalb eine hohe Fertigungstiefe bieten.

Zum zweiten gebe es große Synergieeffekte bei den Vertriebsaktivitäten. Während Humbaur eher in regionalen Märkten seine Stärken ausspielen könne, sei die Marke Kögel in Deutschland flächendeckend präsent und zudem international bekannt. Auch habe Kögel aufgrund der früher schon produzierten Mulden-Kipper eine große Tradition in diesem Segment. »Wir brauchen uns mit unseren Produkten für den Bereich Bau wirklich nicht verstecken«, sagte Dieminger. »Wir sind überzeugt davon, dass sich uns in Zukunft große Möglichkeiten bieten.«

»Absatz ungefähr verdoppelt«

Das zeige auch, betonte Christian Dieminger, der Erfolg, den man in den vergangenen Jahren mit den Tiefladern verzeichnen konnte. »Wir haben un­seren Absatz im vergangenen Jahr ungefähr verdoppeln können und sind wirklich auf einem sehr guten Weg.« So werde Humbaur in diesem Jahr voraussichtlich deutlich mehr als 200 Einheiten in der Gewichtsklasse von 30 t bis knapp 50 t absetzen können. Der Exportanteil beläuft sich dabei derzeit auf etwa 40 %, wobei Skandinavien der derzeit erfolgreichste Markt für Humbaur-Tieflader ist.

Mit dem neuen 5-Achs-Drehschemel-Tieflader hat Humbaur sein Schwerlast-Anhängerprogramm »nach oben« erweitert. Die Fahrzeuge der HTD-Serie sowie die Sattel-Tieflader nehmen Bagger, Baumaschinen und schwerstes Arbeitsgerät bis gut 40 t mühelos auf. Extrem flache Auffahrrampen, die optional hydraulisch unterstützt werden können, sorgen für ein sicheres Verladen. So können auch Maschinen mit geringer Bodenfreiheit ohne Probleme transportiert werden.

Hohe Sicherheit

Professionelle Ladungssicherung und ein ausgeklügeltes Bremssystem sorgen für eine hohe Sicherheit beim Transport. Ein umfangreiches Zubehörpaket – wie beispielsweise zusätzliche Rungentaschen und Zurrpunkte, Kletterleisen an den Rampen oder verschiedenste Zuggabelausführungen – erlauben eine individuelle Ausstattung, die sich ganz an den Anforderungen des Nutzers orientiert. »Das gehört mit zu unseren großen Stärken«, so Christian Dieminger.

Ganz neu im Humbaur-Portfolio ist der 3-Achs-Asphalt-Mulden-Kipper HSK 24 mit 24 m³ Ladevolumen, der in Burtenbach produziert wird. Das auf den »Bautagen« präsentierte Modell zeigte die Variante mit einem 5 mm starken Muldenboden und einer 4 mm starken Rückwand aus vergütetem Hardox-450-Stahl und Seitenwänden aus hochfestem 4-mm-S700-Stahlblech. Diese Kombination eigne sich optimal für den täglichen Praxiseinsatz für Asphaltmischgut und Kies, so Humbaur.

Deutlich erhöhte ­Temperaturstabilität


Die Mulde des Asphaltkippers ist gemäß der Asphalt-Verordnung vollisoliert und mit einer integrierten Fünf-Punkte-Messtechnik und einem Temperaturanzeigegerät samt Drucker ausgestattet. Das Display zeigt wechselnd die fünf Einzelmesspunkte und die Durchschnittstemperatur an.

Als Isolierung dient ein duroplastischer Hochleistungsdämmstoff mit spezieller Eignung im Hochtemperaturbereich von bis zu 200°C. Die Außenverkleidung ist wie der gesamte Fahrzeugrahmen und die Mulde durch die Nano-Ceramic-Technologie plus KTL-Beschichtung mit anschließender UV-Lackierung nachhaltig vor Korrosion geschützt. Eine Wartung der Temperatur-Sensorik ist einfach über Blechabdeckungen möglich. Zur Isolation kommt ein hitzebeständiges Polyurethan-Schiebeverdeck zum Einsatz. Die Wärmedämmeigenschaften der vollisolierten Asphaltmulde liegen laut Humbaur über den geforderten Werten. Das garantiere eine deutlich erhöhte Temperaturstabilität des Asphalts.Der neue Asphalt-Muldenkipper verfügt über einen um 170 mm verlängerten Überhang der Mulde. Damit eigne sich der Asphalt-Kippmulden-Sattelanhänger bestens für den Straßenfertigereinsatz. Eine optional angebrachte Schütte sei somit nicht nötig, heißt es. Zudem lassen sich die vom Kotflügelhalter getrennten Leuchtenträger einfach und schnell in der Höhe versetzen, um mehr Abstand zum Asphalt beziehungsweise Fertiger zu erhalten. Auch die bereits im letzten Jahr vorgestellte weiterentwickelte nach oben schwenkende Klappverriegelung am Unterfahrschutz sei perfekt für den Straßenfertigereinsatz. Verschmutzungen durch den Asphalt würden damit deutlich reduziert.

Für vielfältige Einsatzzwecke


Die dritte präsentierte Neuheit bei den »Bautagen« in Gersthofen war der 19-t-Tandem-Dreiseitenkipper HTK 19, der für vielfältige Einsatzzwecke konzipiert worden ist. Seine Fahr- und Kippeigenschaften machten ihn zum unverzichtbaren Helfer gerade bei Heavy-duty-Einsätzen – und das bei verhältnismäßig geringem Eigengewicht. Die Ladehöhe kann mittels der Luftfederung sehr niedrig eingestellt werden. Zudem will der neue 19-t-Tandem-Kipper durch perfekt aufeinander abgestimmte Materialkomponenten überzeugen. So bieten die Hardox-Bordwände, kombiniert mit einem Hardox-Boden, maximale Verschleißresistenz.

Alternativ ist der HTK 19 t auch in lackierter Ausführung bzw. mit verzinkter Brücke und einem S355-Stahlboden erhältlich. Das dachförmige Zugrohr wie auch das motorhydraulische Dreiseitenkippwerk und der fünfstufige hartverchromte Zylinder mit Hubbegrenzung sorgen für optimale Abkippresultate. Optional kann der HTK 19 t mit einem klappbaren Unterfahrschutz, einem Smart-Board sowie einer Multi-Voltage-Licht- und Bremsanlage in 12 V – 24 V-Ausführung ausgestattet werden. Die Abschleppkupplung sowie in der Stirnwand versenkte 6-t-Zurrpunkte sind selbsterklärend.

»Humbaur wird im Bausegment richtig Fahrt aufnehmen«, sagte Monika Niederreiner, bei Humbaur Leiterin der Unternehmenskommunikation, und kündigte für die Bauma »einen deutlich erweiterten Auftritt« an. So verfüge man jetzt insgesamt über eine Fläche von 840 m² und könne deshalb sein Angebot an Fahrzeugen für die Bauindustrie wesentlich besser präsentieren.

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