Die Energieinfrastruktur wird durch das System des Projektpartners bereitgestellt. Es deckt die komplette elektrische Auslegung vom Netzanschlusspunkt bis zum Antrieb des Fahrzeugs ab. Die 5 km lange Rampe ist in drei Versorgungsabschnitte mit jeweils eigenen Gleichrichterstationen unterteilt. Die Oberleitung arbeitet mit einer Gleichspannung von 900 bis 1 500 V und stellt pro Abschnitt eine Leistung von bis zu 1,5 kW bereit. Damit können zwei Förderfahrzeuge gleichzeitig mit voller Leistung betrieben werden. Bei höherem Fahrzeugaufkommen steht zusätzliche Leistung über die Fahrzeugbatterie zur Verfügung. Der Fahrzyklus ist so ausgelegt, dass die beladenen Dumper die 5 km lange Steigung überwiegend im Trolley-Betrieb zurücklegen. Auf flacheren Streckenabschnitten ohne Oberleitungen erfolgt der Übergang in den reinen Batteriebetrieb. Bei der anschließenden Talfahrt wird durch Rekuperation ein Großteil der Energie in die Batterie zurückgespeist. Ein vollständiger Förderzyklus dauert rund eine Stunde.
Die Sicherheit im Blick
Besonderes Augenmerk lag auf der elektrischen Sicherheit. Über ein Jahr hinweg wurden Isolationsmessungen unter realen Betriebsbedingungen durchgeführt. Zusätzlich kamen umfangreiche Simulationen zum Einsatz, um Lastfälle, Redundanzkonzepte und das Verhalten bei Teilausfällen von Komponenten zu analysieren. Es ist möglich, die gesamte Anlage inklusive aller elektrischen und energetischen Prozesse in Echtzeit lückenlos zu überwachen.
Auf Teststrecke bewährt
Für die Energieinfrastruktur wurde die Förderung auf einer Teilstrecke von 850 m inklusive einer Kurve getestet. Dabei wurden 14 Prozent Steigung überwunden. Nach dem erfolgreichen Betrieb der Demonstrationsstrecke in den Jahren 2023 und 2024 konnte die Funktionsfähigkeit und Wirtschaftlichkeit des Gesamtsystems gezeigt werden. Die Fahrzeuge erreichten im beladenen Zustand eine batterieelektrische Autonomie von über 4 km und konnten die maximalen Steigungen im Trolley-Betrieb mit voller Leistung bewältigen. Auch unter extremer Luftfeuchtigkeit zeigte sich die elektrische Isolierung dauerhaft stabil.
Durch die vollständige Elektrifizierung des Förderverkehrs konnten die Dieselabgase eliminiert werden. Da Wärmeentwicklung, Lärmemissionen und Schadstoffbelastung im Grubenwetter reduziert wurden, sinkt gleichzeitig der Bedarf an energieintensiver Wetterführung. Dies führt zu deutlich geringeren Betriebskosten und verbessert die Arbeitsbedingungen unter Tage.
Ein wesentlicher Erfolgsfaktor des Projekts war außerdem die enge Zusammenarbeit zwischen dem Bergwerksunternehmen, Epiroc und dem Elektroinstallationspartner. Die gemeinsame Entwicklung von Schnittstellen, Sicherheitskonzepten und Betriebsstrategien ermöglichte es, technische Risiken frühzeitig zu identifizieren und gezielt zu minimieren. Die kontinuierliche Einbindung der späteren Betreiber des Systems stellte sicher, dass die Lösungen auch im praktischen Alltag unter Tage zuverlässig funktionieren.