Drei kompakte Raupen
Darüber hinaus hat Bobcat die neue Generation seiner »R«-Laderserie vorgestellt. Auf dem Papier sollen die Kompakt-Raupenlader »T66-2«, »T76-2« und »T86-2« sowie die Kompaktlader »S66-2«, »S76-2« und »S86-2« eine größere Auswahl, mehr Kontrolle und verbesserte Bedienfreundlichkeit bieten. Nachdem die bauMAGAZIN-Redaktion die neuen Modelle getestet hat, lässt sich festhalten, dass die bessere Bedienbarkeit tatsächlich im Mittelpunkt steht. Die Fahrerkabine wirkt insgesamt aufgeräumt, klar strukturiert und ermöglicht angenehmes Arbeiten auch über einen längeren Zeitraum hinweg. Aus Erfahrung weiß man, dass Bobcat hier von seiner langjährigen Expertise in diesem Segment profitiert – und das macht sich auch bei den Leistungsdaten bemerkbar. Das Fazit lautet: Die drei Raupenlader, der 4 t schwere »T66-2« mit 3,2 t Kipplast, der »T76-2« mit 4,6 t Einsatzgewicht und 4 t Kipplast sowie der 5,4-Tonner »T86-2« mit 5 t Kipplast, arbeiten auf engstem Raum, lassen sich präzise und direkt steuern und gewähren dem Maschinisten auffallend guten Bedienkomfort.
Weitere kompakte Lader
Im Segment der Kompaktlader hat Bobcat hingegen die Modelle »S66-2«, »S76-2« und »S86-2« ins Rennen geschickt. Mit einer Motorleistung von 55 bis 85,8 kW sollen die 3,2, 3,7 und 4,4 t schweren Kompaktlader ordentlich Kraft auf die Räder bringen. Und das war auf dem Demogelände auch spürbar. Aufgrund der Tatsache, dass das bauMAGAZIN die Vorgängermodelle der vergangenen Jahren bereits kennt, hat sich durchaus gezeigt, dass Bobcat hier nachgelegt hat. Das betrifft beispielsweise das neu konstruierte Elektriksystem, um die Haltbarkeit zu erhöhen, die Betriebszeitverbesserung und vor allem die erhöhte Hubhöhe von bis zu 3,7 m beim »S86-2«. Laut Bobcat soll das vorrangig das Beladen von Kippern mit hohen Bordwänden erleichtern – auch das Stapeln von Material gelingt besser als bisher. In der Fahrerkabine fällt hingegen ein neues Display auf, in das zahlreiche Zusatzfunktionen und Anpassungsmöglichkeiten integriert worden sind. Unter anderem lässt sich zwischen vier Beschleunigungsmodi wählen, um die Maschinenreaktion individuell an den Bedarf anzupassen. Oder anders gesagt: Hier lässt sich von »sanft und gleichmäßig« bis »schnell, kraftvoll und aggressiv« genau die Balance finden, die man für den jeweiligen Einsatz braucht. Die Kipplast der drei Kompaktlader liegt bei 2,2, 2,7 und 3,1 t.
Demo-Days-Premiere gefeiert
Besondere Aufmerksamkeit erhielt im Übrigen der neue Kompakt-Raupenlader »T650«. Über den »650er« hatte das bauMAGAZIN bereits ausführlich in seiner Titelstory ab Seite 10 in der Mai-Ausgabe berichtet. Die Zusammenfassung lautet: Der »T650« ist ein kompakter Alleskönner. Die Stage-V-konforme Maschine kommt auf ein Betriebsgewicht von 4,19 t und greift aufgrund ihres »D24«-Motors auf knapp 55 kW Leistung zurück. Die Kipplast liegt laut Hersteller bei 3,4 t. Der »T650« ist Teil der neuen »R«-Serie und setzt daher u. a. auf mehr Bedienkomfort, individuell anpassbare Modi, hohe Sicherheitsstandards und kann »auf der Stelle« drehen. Durch den Nullwendekreis sind weder Kurvenradius noch Rangieren nötig, was den Kompaktlader extrem flexibel, vielseitig und schnell in seinen Bewegungen macht. Und genau das hat die Redaktion auch in Tschechien festgestellt: Der Lader macht, unter Maschinisten gesprochen, einfach riesig Spaß. Trotz seiner kompakten Abmessungen von (L x B) 3 475 x 1 981 mm bietet der Lader eine bemerkenswerte Arbeitskapazität mit vertikalem Hubweg sowie eine Nennbetriebslast von 1,19 t. Grundsätzlich dürfte sich der Kompaktlader damit vor allem für das Beladen von Lkw, den Paletten-Transport sowie für Erdbewegungsarbeiten auf beengtem Raum eignen. Und zur Wahrheit gehört auch, dass Bobcat nicht nur für den »650er«, sondern für die gesamte Lader-Bandbreite ein auffallend großes Anbaugeräteportfolio zur Verfügung stellt. Dadurch ist der Bobcat-Lader mehr und mehr zu einem kompakten Geräteträger geworden, der auf der Baustelle unterschiedlichste Aufgaben übernehmen kann. Gefertigt wird der »T650« übrigens direkt vor Ort im Bobcat-Werk in Dobříš.
Mini-Raupenlader »MT120«
Ein weiteres, wenn auch etwas handlicheres Highlight war zweifelsohne der Mini-Raupenlader des Typs »MT120«. Hier trifft ein kompaktes Design mit Fahrerpodest auf durchaus bemerkenswerte Performance: Die Kipplast liegt bei 1,5 t, während der Motor mit 18,3 kW Leistung bei einem Betriebsgewicht von 1,6 t ordentlich Power mit sich bringt. Die Hubhöhe liegt hier bei 2,2 m – die fahrbare Nutzlast beträgt 540 kg. Festhalten lässt sich außerdem, dass der »MT120« robust aufgebaut wurde und aufgrund der Kipplast sowie eines Vertikal-Hubwegs vielseitig eingesetzt werden kann. Wichtig zu erwähnen ist an dieser Stelle, dass Bobcat über 25 kompatible Anbaugeräte für dieses Modell anbietet, was die Einsatzmöglichkeiten nochmals erweitert. Das betrifft Schaufeln, Bodenfräsen, Hydraulikhämmer, Gabeln oder auch Grabenfräsen. Ein Vorteil ist, dass mittels »Bob-Tach« oder gängiger Kupplungen schnell zwischen den Anbaugeräten gewechselt werden kann.
Ein abschließendes Fazit
Die drei Tage in Tschechien waren geprägt von ausgiebiger Maschinenerprobung – und davon, sich dabei nicht von schicken Broschüren oder Selbstbeweihräucherung beeinflussen zu lassen. Die Demo Days sollen natürlich das Beste von Bobcat repräsentieren, keine Frage. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass der Hersteller viel Raum für konstruktive Kritik lässt und sich nicht davor scheut, auf Entwicklungsprobleme, neue Denkansätze oder Verbesserungsvorschläge einzugehen. Aufgrund der Tatsache, dass sowohl Händler und Kunden, aber eben auch Anwender und Fachjournalisten vor Ort sind, hat es Bobcat mit erfahrenen Profis zutun, die mitunter seit Jahrzehnten in der Maschine sitzen und genau wissen, wovon sie da sprechen. Die neue »R«-Serie ist ein gutes Beispiel für die aktuelle Entwicklungsarbeit: Seit Jahren feilt Bobcat hier an der Balance zwischen Leistungsdaten, Design und Bedienkomfort. Und abgesehen davon, dass der Hersteller seine Modelle den weltweiten Marktanforderungen anpassen muss, befinden sich die kompakten Lader nach Ansicht vieler Event-Teilnehmer mittlerweile auf einer extrem ausgereiften Entwicklungsstufe.
Zu hören war außerdem, dass Bobcat gerade in den vergangenen Jahren gelernt hat, auf individuelle Bedürfnisse der Maschinisten einzugehen. Das betrifft sowohl den Einsatz smarter Assistenzsysteme als auch den deutlich gestiegenen Bedienkomfort. Gleichwohl, und auch das war ein interessantes Feedback der Teilnehmer, kann Bobcat offensichtlich von durchdachten Anbaugeräten profitieren – die Auswahl ist hier in den vergangenen Jahren immer weiter gewachsen. Und auch ein Blick hinter die Kulissen der Fertigung sowie des Innovationscenters hat gezeigt, dass sich der Hersteller nicht auf Lorbeeren ausruhen will.d