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Bandbrücke unterstützt den Schutzdeichbau an der Lippe

Mit dem Neubau der Schutzdeiche zwischen Haltern-Lippramsdorf und Marl unter dem Projektnamen »HaLiMa« erneuert der nordrhein-westfälische Lippe-Verband während eines Zeitraums von mehr als sieben Jahren umfassend den Hochwasserschutz an der Lippe. Rund 3,2 Mio. m³ Boden müssen allein für den Deichneubau auf einer Strecke von 5 km bewegt werden. Das Baumaterial wird zuerst von Schiffen über den Wesel-Datteln-Kanal angeliefert, dann auf Baufahrzeuge verladen und zu einer Aufnahmestation transportiert. Damit es dann beiderseits des Flusses verbaut werden kann, kommt eine mehr als 4 Mio. Euro teure Bandbrücke des österreichisch-italienischen Anbieters Leitner zum Einsatz.

Der vom beauftragten Bauunternehmen Bunte errichtete neue Hochwasserschutz wird zwar eine Höhe von bis zu 14 m aufweisen, er soll sich aber deutlich harmonischer in die Natur einfügen als der bisherige. Die neuen Deiche sind nicht nur deutlich flacher gebaut als die bisherigen, sie entstehen auch deutlich weiter vom Fluss weg, was nach dem Deichbau ermöglicht, eine Auenlandschaft auf einer Gesamtfläche von 60 ha entstehen zu lassen.

Wenn die neuen Deiche Stück für Stück fertig gestellt sind, wird der alte Hochwasserschutz ebenso in Abschnitten abgetragen. Mit dem ausgebauten Deichmaterial entsteht im Hinterland ein temporärer Hochwasserschutz, später wird das Material dann zudem in die ­Lippe verfüllt, was deren Fließgeschwindigkeit zusätzlich verlangsamen sollte.

Pro Stunde 20 Lkw-Ladungen einsparen

Das auch im Skiliftbau erfolgreiche Unternehmen Leitner setzt für das »HaLiMa«-Projekt auf ein 80 cm breites Förderband, das mittels zweier Pfeiler die Lippe im Übergang vom nördlichen Ruhrgebiet zum südlichen Münsterland überspannt. Die Förderanlage, die mit der speziell errichteten Aufnahmestation für Baumaterial verbunden ist, wurde auf eine Leistung von bis zu 500 t/h ausgelegt und macht vergleichbare Lkw-Transporte zur anderen Flussseite unnötig.


Während die Geländeerhöhung auf der südlichen, der Marler Seite der Lippe deutlich fortgeschritten ist, wird seit dem Frühjahr die nördliche, Halterner Flussseite in Angriff genommen. Das Material wird dafür über das Leitner-Brückenband angeliefert.

Spannweite misst rund 500 Meter

Die Errichtung der Transportbandanlage war bereits im November letzten Jahres in Angriff genommen worden. Die beiden Stützpfeiler der Bandförderanlage ruhen auf Bohrpfahlfundamenten aus Beton, die bis zu 20 m tief in die Erde reichen. Die Bandbrücke überspannt eine Gesamtweite von rund 490 m, etwa 220 m führen über die Lippe. Bis Ende 2023 wird damit das Material für das Hochwasserschutzprojekt »HaLiMa« auf die nördliche Flussseite transportiert.

Schritt für Schritt wird dann ein neu fertiggestellter Deichabschnitt temporär an den Bestandsdeich angeschlossen. Im Sommer 2019 handelte es sich dabei beispielsweise um den Bereich des Bergwerks Auguste ­Victoria. Dabei wird der alte Deich auf einer Breite von rund 300 m erst geöffnet und dann mit dem neuen Deichstück verbunden. Dieser Anschluss dauert voraussichtlich zehn Wochen. Anschließend beginnt der Rückbau des Altdeichs in dem Teilabschnitt.     tü  t

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