Zeppelin Baumaschinen GmbH Weichen für nachhaltigen Wachstumskurs gestellt

Lesedauer: min | Bildquelle: Zeppelin
Von: Thomas Seibold

Mitte April stellte die Zeppelin-Gruppe in der Deutschlandzentrale in Garching bei München ihre Zahlen für das Geschäftsjahr 2025 vor. Trotz eines herausfordernden wirtschaftlichen und geopolitischen Umfelds wurde ein Umsatz von 4,4 Mrd. Euro (2024: 3,8 Mrd. Euro) und ein Ergebnis vor Steuern von rund 135 Mio. Euro (2024: 108 Mio. Euro) erzielt. Für dieses Jahr peilt die Zeppelin-Gruppe eine Steigerung auf rund 5 Mrd. Euro an. Auf aktuelle Krisen wie die Hormus-Blockade reagiert das Unternehmen mit einem wöchentlich tagenden Krisenstab und der Bevorratung von Treibstoff.

Mit der Bilanz für 2025 zeigte sich Matthias Benz, Vorsitzender der Geschäftsführung der Zeppelin-Gruppe, grundsätzlich zufrieden. Neben einer stabilen Entwicklung des operativen Geschäfts war das letzte Jahr maßgeblich durch die Akquisition der Pepp Group B. V. geprägt. In diesem Zuge übernahm Zeppelin die Verantwortung für den Vertrieb und Service von ­Caterpillar-Produkten in den Niederlanden und Norwegen. Der bislang größte Zukauf in der Unternehmensgeschichte führte – mit einer Teilkonsolidierung über sieben Monate – nach Unternehmensangaben zu einem deutlichen exogenen Wachstum und zu einer signifikanten Ausweitung der Präsenz in Europa. Bei voller Konsolidierung der Akquisition rechnet die Zeppelin-Gruppe mit einem Umsatz von rund 5 Mrd. Euro in diesem Jahr.

»2025 war für Zeppelin ein Jahr des Fortschritts und wichtiger Weichenstellungen«, ordnet Matthias Benz, Vorsitzender der Geschäftsführung der Zeppelin-Gruppe, die Gesamtentwicklung ein. »Wir haben unsere Marktposition weiter gestärkt, unsere internationale Präsenz ausgebaut und damit die Grundlage für weiteres nachhaltiges Wachstum gelegt. Die Akquisition der Pepp Group war dabei ein wichtiger Schritt und beinhaltet auch den bewussten Ausbau eines Geschäftsmodells, das breit, international und langfristig tragfähig aufgestellt ist.«

Finanziell präsentiert sich die Zeppelin-Gruppe auch im Geschäftsjahr 2025 solide. Ein operativer Cashflow von über 410 Mio. Euro, ein Eigenkapital von rund 1,3 Mrd. Euro sowie eine langfristig gesicherte und diversifizierte Finanzierung unterstreichen die gute Aufstellung des Unternehmens. Das Investment‑Grade‑Rating (BBB+, stabiler Ausblick der Creditreform Rating AG) bestätigt dies. »Gerade in wirtschaftlich und geopolitisch herausfordernden Zeiten zeigt sich, wie wichtig eine solide finanzielle Aufstellung ist, um nachhaltiges und profitables Wachstum abzusichern bzw. überhaupt erst zu ermöglichen. Das haben wir 2025 erneut bewiesen«, so Christian Dummler, Geschäftsführer und CFO der Zeppelin-Gruppe.

Operative und strukturelle Veränderungen

Das vergangene Jahr stand für Zeppelin auch im Zeichen zentraler operativer und struktureller Veränderungen. So wurden mit Wirkung zum 2. Juni 2025 die bisherigen Strategischen Geschäftseinheiten (SGE) Baumaschinen Deutschland & Österreich (BDA) und Baumaschinen International (BIN) zur neuen SGE Construction Industry & Mining (CIM) zusammengeführt. In Folge gibt es seitdem vier statt wie vorher fünf SGE: CIM, Rental, Power Systems und Plant Engineering. Der neue Zuschnitt der SGEs soll mit klareren Verantwortlichkeiten und einer noch stärkeren Kundenorientierung einhergehen sowie die konsequente Ausrichtung auf Effizienz unterstützen. Bei der Anzahl der Mitarbeitenden gab es im Vergleich zu 2024 einen deutlichen Zuwachs: Im Jahresdurchschnitt wuchs deren Anzahl von 10 490 (2024) auf 12 314 im vergangenen Jahr. Was die wirtschaftliche Rückschau angeht, zeigt sich in den einzelnen SGE ein differenziertes Bild, wie die nachfolgende Aufschlüsselung zeigt.

Zuwachs bei Construction Industry & Mining (CIM)

Die SGE CIM konnte im Vergleich zu 2024 ein Umsatzplus von 15 Prozent erzielen. Mit 53,1 Prozent und 2 404 Mio. Euro (2024: 2 086 Mio. Euro) trug sie damit den Löwenanteil zum Konzernumsatz bei. Profitiert hat der Geschäftsbereich insbesondere von einer höchst erfolgreichen Bauma 2025: Dort wurden 1 368 neue und gebrauchte Cat-Baumaschinen sowie Anbaugeräte, Technologien und Services verkauft, ein neuer Stückzahlrekord. Ein weiterer Treiber war die erweiterte internationale Aufstellung. Auf dieser Grundlage konnte die Geschäftseinheit die eigene Marktposition weiter festigen und ausbauen.

Zeppelin-Mietgeschäft mit stabilem Ergebnis

Die SGE Rental behauptete sich in einem insgesamt herausfordernden Marktumfeld und erwirtschaftete mit 820 Mio. Euro (2024: 805 Mio. Euro) einen Anteil von 18,1 Prozent am Konzern­umsatz. Eine Herausforderung in diesem Bereich ist laut ­Matthias Benz jedoch, dass »die Nachfrage nach gebrauchten Maschinen extrem hoch sei und kaum welche zu bekommen seien«. So lag die Anzahl der zu Miet­zwecken erstmals in den Markt gebrachten Maschinen und Geräte mit 1 060 Einheiten unter dem Niveau des Vorjahres mit 1 596 Einheiten. Viele Unternehmen würden in der gegenwärtigen wirtschaftlichen Lage jedoch vermehrt Maschinen mieten anstatt zu investieren. Dementsprechend positiv sei die Erwartung, hier künftig weitere Zuwächse zu generieren.

Power Systems mit Umsatzsprung

Die Geschäftseinheit Power Systems konnte mit einem Anteil von 19,1 Prozent und 862 Mio. Euro das Ergebnis im Vergleich zu 2024 mit 553 Mio. Euro deutlich steigern. Sie profitierte von einer hohen Nachfrage nach Energie‑, Antriebs‑ und Serviceleistungen. Matthias Benz wies in diesem Zusammenhang u. a. auf die Erstellung von Stromkonzepten für Baustellen hin. Dadurch werde Unternehmen der Einsatz elektrisch betriebener Maschinen und Geräte erleichtert, da sie sich nicht selber um die Stromversorgung kümmern müssen.

Umsatzrückgang bei Plant Engineering

Die SGE Plant Engineering verzeichnete im Jahr 2025 einen Umsatz von 437 Mio. Euro, während 2024 noch 472 Mio. Euro erwirtschaftet wurden. Einer der Gründe dafür sind laut ­Matthias Benz Kunden, für die der deutsche Wirtschaftsstandort nicht mehr attraktiv genug sei und die zunehmend ins Ausland abwandern. Vor diesem Hintergrund wurde das vergangene Geschäftsjahr »konsequent zur Effizienzsteigerung, Fokussierung und organisatorischen Weiterentwicklung in einem weiterhin sehr anspruchsvollen wirtschaftlichen Umfeld genutzt«.

Blick nach vorn: Ausrichtung auf »Megatrends«

Beim Blick nach vorn richtet die Zeppelin-Gruppe den Fokus nun bereits auf die kommenden Jahre. Ein auf mehrere »Megatrends« ausgerichtetes Portfolio soll dabei die Grundlage für weiteres nachhaltiges Wachstum bilden. In diesem Rahmen baut Zeppelin beispielsweise die Aktivitäten im Bereich von Sicherheit und Verteidigung aus. Eine leistungsfähige Infrastruktur und resiliente Energieversorgung gewinnen dabei europaweit an Bedeutung. Zeppelin will sich in diesem Umfeld als verlässlicher und kompetenter Partner mit einem vielfältigen und breit aufgestellten Produkt- und Dienstleistungsportfolio verstehen.

Auf globale Krisen wie die Hormus-Blockade reagiert das Unternehmen mit einem wöchentlich tagenden Krisenstab, welcher die Preisentwicklung im Energiebereich beobachtet, und der Bevorratung von Treibstoff, der laut Matthias Benz »für zwei Wochen reicht«. Darüber hinaus treibt Zeppelin die eigene Transformation voran. Im Mittelpunkt stehen eine weiterentwickelte Organisationsstruktur sowie harmonisierte Prozesse, Daten und Systeme. Das Transformationsprogramm ermöglicht es Zeppelin, sich langfristig als verlässlichen Lösungsanbieter, attraktiven Arbeitgeber und starken Partner in wachstumsrelevanten Märkten noch besser zu positionieren.


»Für 2026 liegt unser Fokus klar auf der konsequenten Realisierung von Synergien, der abschließenden Integration der zugekauften Pepp Group und profitablem Wachstum. Unser Anspruch ist es, aus Marktchancen nachhaltige Wertschöpfung zu machen – für unsere Kunden, für unsere Partner und für die langfristige Stärke von Zeppelin«, erläutert Matthias Benz. »Zugleich zeigten sich in den ersten Monaten dieses Jahres große geopolitische und weltwirtschaftliche Herausforderungen. Dennoch sollte Zeppelin auch in 2026 auf Wachstumskurs bleiben, sofern sich keine noch größeren Verwerfungen auftun.«

Der Vorsitzende des Aufsichtsrats der Zeppelin GmbH, Simon Blümcke, ergänzt: »2025 hat gezeigt, dass die Zeppelin-Gruppe verantwortungsvoll, stabil und zukunftsorientiert geführt wird. Die wirtschaftliche Solidität, die klare strategische Ausrichtung und das hohe Engagement der Mitarbeitenden bilden eine starke Grundlage für die weitere Entwicklung des Unternehmens.«
 

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