Grundsätzlich lässt sich festhalten: Das Einsatzspektrum der Maschine ist weitreichend. Verarbeitet werden hauptsächlich Granit und Recyclingmaterial, durch den häufigen Wechsel des Aufgabematerials sind auch Anpassungen der Maschineneinstellungen notwendig. Deshalb kommt ein kompletter Anlagenzug, bestehend aus drei Kleemann-Maschinen, zum Einsatz: Vom Backenbrecher gelangt das gebrochene Material mit einer Körnung von 0 bis 150 mm zum Kegelbrecher, danach mit 0 bis 60 mm auf die mobile Klassiersiebanlage, wo es in drei Körnungen separiert wird: 0 – 16 mm, 16 – 32 mm und >32 mm.
Rein elektrisch angetrieben
Es gibt laut Wirtgen einen Unterschied zu den bisherigen Materialaufbereitungsprozessen des Unternehmens: Der gesamte Zug wird ausschließlich elektrisch betrieben. »Unsere Entscheidung für den vollelektrischen Betrieb wurde durch Energiesparaspekte und den Wunsch, Emissionen zu reduzieren, motiviert«, erklärt Freddie Erickson, Miteigentümer von Kentas Last & Schakt AB. Gleichzeitig zahle sich die Investition wirtschaftlich aus: Das Unternehmen schätze, dass die Betriebskosten bei einer Stromversorgung etwa halb so hoch sind wie beim Dieselverbrauch. Auch die Abläufe seien einfacher und sparen wertvolle Zeit: Keine tägliche Betankung, keine Aufwärmzeit und sogar die Wartung sei einfacher und überschaubarer, da sich die elektrischen Systeme als zuverlässiger erweisen würden. Die Standortbedingungen rechtfertigten für das schwedische Unternehmen das Vorhaben auch in finanzieller und logistischer Hinsicht. Investiert wurde ein höherer sechsstelliger Euro-Betrag in Infrastrukturmaßnahmen, darunter eine Trafostation und unterirdische Leitungen. Staatliche Förderungen gab es keine.
Robust für rauen Einsatz
Der Anlagenzug ist intelligent verkettet, was laut Hersteller aufgrund der automatischen Regelung einen stabilen Prozess gewährleistet. Die Maschinen kommunizieren über Füllstandsensoren und regeln ihre Leistung. So reduziert etwa die vorgelagerte Maschine die Aufgabe, wenn die nachgelagerte einen hohen Füllstand durchgibt. Wird irgendwo im Zug ein Not-Halt betätigt, stoppen alle Maschinen gleichzeitig. Für die Bedienung vor Ort kommt »Spective Connect« zum Einsatz. Damit können Maschinendaten und Einstellungen bequem per Smartphone eingesehen und angepasst werden – sicher und effizient, ohne sich direkt an der Anlage aufhalten zu müssen, wie Wirtgen klarstellt.
Wandel weiter vorantreiben
Die Erfahrungen mit dem vollelektrischen Betrieb sind laut Aussage der Unternehmen durchweg positiv. Angesichts dieser Bilanz plane man in Schweden bereits die Elektrifizierung weiterer Maschinen: »Wir arbeiten aktiv daran, so viele Maschinen wie möglich auf Elektro umzurüsten. Das ist eindeutig der Weg in die Zukunft, und wir sind entschlossen, diesen Wandel in unserer gesamten Flotte umzusetzen.« d