Bau- und Nutzfahrzeuge Im Blickpunkt

»Wir wollen vor allem in Deutschland wachsen und unseren Marktanteil verdoppeln«

Vor knapp zwei Jahren, im Juli 2013, hat Jan Willem Jongert seinen Job als CEO bei Schwarzmüller angetreten, um das nach der Krise in unruhiges Wasser geratene Familienunternehmen wieder auf Kurs zu bringen. Für den heute 51-jährigen Niederländer war dies »genau die ­Herausforderung«, die er nach seiner Zeit beim Intralogistik­anbieter Jungheinrich AG – bei dem der studierte Maschinenbauer 25 Jahre lang in verschiedenen Management-Aufgabenbereichen tätig war, unter anderem auch als Verantwortlicher für die Region Asien/Pazifik – gebraucht habe. »Schwarzmüller war und ist eine traditionsreiche Firma mit einer starken Marke«, sagt Jongert, »die bis zum Ausbruch der Krise ein großes Wachstum verzeichnete.« Dann jedoch geriet es in die roten Zahlen und musste noch 2012 ein Minus von 7,6 Mio. Euro verkraften. Mittlerweile ist der »Turn­around geschafft« (Jongert), schreibt das vor mehr als 140 Jahren im benachbarten Passau gegründete Familienunternehmen wieder schwarze Zahlen, zuletzt »im einstelligen Millionenbereich«.

Dass dies so schnell gelingen konnte, führt Jan Willem Jongert auf mehrere Faktoren zurück, vor allem auf die zusammen mit den Mitarbeitern entwickelte Strategie 2020. »Bereits nach einem halben Jahr haben wir festgestellt, diese Weichenstellung hat positive Auswirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung des Unternehmens. Das war für uns die Bestätigung, wir sind auf dem richtigen Weg. Als Technologieführer und Hidden Champion im Fahrzeugbau spielt Schwarzmüller seine Stärken jetzt systematisch aus.« Als derzeitige Nummer vier in der Branche mit einem Absatz von rund 7 000 Fahrzeugen setze man künftig vor allem auf den Pre­miumbereich, den Ausbau der ­Vertriebskanäle und der Dienst­leistungsbereiche Kundendienst ­sowie Miet- und Gebrauchtfahrzeuge. »Im Bereich Standardfahrzeuge gibt es in Europa immer noch enorme Überkapazitäten«, sagt Jongert. »Deshalb wollen wir uns auf diesem Spielfeld nicht bewegen.«Hohe Qualitätsansprüche

In diesem Zusammenhang verweist Jan Willem Jongert auf die hohen Qualitätsansprüche, auf die Innovationsfähigkeiten des Unternehmens mit drei Produktionsstandorten in Österreich, Ungarn und Tschechien und darauf, dass man als Komplettanbieter jederzeit dazu in der Lage sei, kundenspezifische Lösungen zu kreieren und zu entwickeln. »Es gibt keinen anderen Hersteller, der für so viele unterschiedliche Einsatzbereiche Fahrzeuge produziert«, sagt Jongert. »Wir können ganz schnell und sehr flexibel reagieren. Das gehört zu unseren absoluten Stärken. Dabei sind wir als Unternehmen nicht zu klein für große Kunden und nicht zu groß für kleinere.« Positiv ausgewirkt ­habe sich auch die Einrichtung der Kompetenzzentren in der ­Produktion. So werden in den ­Werken in Žebrák (Tschechien) vornehmlich die Fahrzeuge für die Bauindustrie gefertigt, in Budapest (Ungarn) die Sattelauflieger und im Stammwerk Freinberg vor allem Sonderanfertigungen wie Tankfahrzeuge, Tieflade- oder Wechselfahrzeuge.

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