Straßenbau – Tiefbau Titelstory

Wegbereiter in felsigem Gelände

Es ist ein ungewöhnlicher Anblick auf einer Bundesstraße im texanischen Fort Worth. Wo normalerweise Straßenbaumaschinen das Bild der Baustelle prägen, arbeiten sich drei Mining-Maschinen durch den felsigen Grund. Hier geht es nicht um die Gewinnung von Nutzmineralien, sondern um Trassierung – auch das geht mit Surface Minern von Wirtgen. Der hier entstehende 28 Meilen lange Chisholm Trail Parkway wird von der North Texas Tollway Authority (NTTA) gebaut.


 Ohne Bohren und Sprengen

Bei der Projektplanung sah sich die NTTA vor zwei Probleme gestellt. So führt der geplante Streckenverlauf durch felsiges Gelände, das aus massivem Kalkstein besteht. Zudem ist das herkömmliche Verfahren des Bohren und Sprengen bei diesem Projekt nicht erlaubt. »Wir arbeiten innerhalb der Stadtgrenzen von Fort Worth. Dort und in der nahen Umgebung gehört das Bohren und Sprengen der Vergangenheit an«, sagt Mike Manley, Equipment Division Manager bei Mario Sinacola & Sons Excavating. Das mit der Baumaßnahme beauftragte Unternehmen hatte jedoch eine schnelle, wenn auch auf den ersten Blick ungewöhnliche Lösung. Warum nicht Surface Miner im Straßenbau nutzen, um den extrem harten Kalksteinboden selektiv, zügig und millimetergenau abzutragen? Im Mininggeschäft setzt Mario Sinacola & Sons die Maschinen seit Jahren zum Abbau von Nutzmineralien ein, denn Surface Miner von Wirtgen schneiden, brechen und verladen das Material in einem Arbeitsgang. Zusätzliche Maschinen sind nicht erforderlich, Geräte-, Personal- und Zeitaufwand können dadurch reduziert werden.Außergewöhnliche Lösung

»Die Erdarbeiten sind großflächig, die Mengen an abzutragendem Gestein verhältnismäßig groß, die Arbeiten sehr intensiv«, sagt Chris Logan, Project Manager, Mario Sinacola & Sons. Das zeigen auch die folgenden Zahlen: 2,14 Mio. m³ Kalkstein mit einem durchschnittlichen Härtegrad von 6 000 bis 10 000 PSI, wobei einige Stellen bis 16 000 PSI aufweisen. »Speziell dort, wo Bagger an ihre Leistungsgrenze stoßen, sind die Surface Miner von ganz entscheidender Bedeutung. Mit ihrer Hilfe können wir das harte Gestein in die gewünschte Körnung zerkleinern und direkt vor Ort verwenden«, ergänzt Logan. Und Channing D. Santiago, Projektadministrator des Unternehmens, fügt hinzu: »Ohne die Wirtgen Surface Miner würden die Arbeiten nur sehr langsam vorangehen. Alternativ müssten wir monatelang mit Presslufthammer arbeiten und dabei hohe Kosten verursachen. Für diese Anwendung sind Surface Miner die beste Wahl.«Während der 1 065 PS-starke 2500 SM mit einer Schneidtiefe von bis zu 600 mm den Hauptkorridor Meter für Meter erstellt, spielen die beiden 2200 SM ihre Stärken mit dem nur 2,5 m kleinen Wenderadius bei der Trassierung engerer Abschnitte wie Rampen und Kreuzungen aus. »Die Kombination aus den gängigen Wirtgen-Nivelliersystemen für die einfache Steuerung der exakten Schneidtiefe mit einem zusätzlichen GPS gestützten System ermöglicht es dem Fahrer, den Schneideprozess optimal auf das Geländeprofil abzustimmen«, erklärt Robert Bauer, verantwortlich für die Mining Division bei der Wirtgen Group Niederlassung Wirtgen America. Durch die spezielle Schneidtechnologie ist der Verschleiß der Schneidwerkzeuge auch in hartem, abrasivem Material gering, die Abbauleistung gleichzeitig aber konstant hoch. Santiago schätzt zudem die Vorzüge des einfachen, schnellen Meißelwechsels: »Weder Zange noch Hammer werden benötigt, der Wechsel ist mit einem Meißelaustreiber schnell erledigt.«Dank der Wirtgen-Technologien wird das projektierte Sohlenprofil sauber in der vordefinierten Tiefe geschnitten, die Trasse bildet so den idealen Unterbau für die Belagsschichten. In Fort Worth wird ein Teil des ausgebauten Materials auf 20 cm Höhe als untere Tragschicht genutzt. Am Ende besteht die dreispurige Fahrbahn neben dem Unterbau aus einer 10 cm dicken oberen Tragschicht und einer 33 cm starken, durchgängig verstärkten Betondecke.

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