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Top-Manager zeigen Wege zur Ressourceneffizienz

Die beiden Daimler-Führungskräfte, Gerhard Doll, Leiter Entwicklung V-Otto-Grundmotor, sowie Christoph Kaminsky, Leiter des Center Presswerke, zeigten die Voraussetzungen für ein erfolgreiches »Shop Floor Management« in einem Weltkonzern auf. Dr. Kaminsky: »Schlüssel für den Produktivitätserfolg in den Presswerken ist die ganzheitliche Erfassung unserer Betriebsdaten durch MES (Manufacturing Execution System). Das lässt transparente Rückschlüsse auf das Betriebsverhalten der Anlagen zu und ermöglicht interne wie externe Vergleiche. Zudem werden die SAP-Systeme mit validen Echtzeit-Daten gespeist.«

In sechs Monaten Effizienz um 4,3 % erhöht


Den großen Nutzen eines Cockpits für alle Fabrikdaten hob ­Martin Strehl hervor, Lean Management Coordinator bei BorgWarner Cooling Systems, der deutschen Tochter des weltweit tätigen Unternehmens für Antriebslösungen. Das Unternehmen in Markdorf verbesserte die Gesamtanlageneffizienz durch Echtzeit-Leistungsmessung in nur sechs Monaten um 4,3 %. Voraussetzung dafür ist ein umfassender Verbesserungsprozess, den BorgWarner Cooling Systems gestartet hat. Vom Werker bis zum Manager stellen die an der Produktion Beteiligten heute täglich Leistungsanalysen und Soll-Ist-Vergleiche an, die in eine Regelkommunikation eingespeist werden.

Micro Precision Systems (MPS): ­Anlagennutzung gesteigert


Die Einführung eines Shop Floor Managements mit Forcam bei einem mittelständischen High-Tech-Anbieter stellte Raynald Richard von MPS Micro Precision Systems aus der Schweiz vor. »Die Forcam-Lösung bietet uns ein flexibles Planungstool, eine Echtzeit-Verbindung zu SAP sowie ein vernünftiges Preis-Leistungsverhältnis«, sagte der Assembly Manager des auf hochpräzise Microsysteme für die Industrie spezialisierten Unternehmens. Durch die Verzahnung von Echtzeitdaten aus der Fabrik mit der Planungsebene (Enterprise Ressource Planning – ERP) konnte das Unternehmen die Anlagennutzung in einem ausgewählten Produktionsbereich prozentual deutlich zweistellig verbessern.

US-Wissenschaftler: Millionen Produktionskosten sparen


Gastredner Professor Jay Lee von der University of Cincinnati sagte auf dem Produktivitätskongress, fertigende Unternehmen könnten durch die hochmoderne Technologie »Vorhersagende Fertigung« (»Predictive Manufacturing«) Produktionskosten zwischen 15 und 500 Mio. US-Dollar jährlich einsparen, je nach Branche und Unternehmensgröße. Möglich machen das neuartige IT-Lösungen, die auf Algorithmen und sensorischen Schwingungsanalysen beruhen und den künftigen Zustand von Maschinen und Anlagen sowie deren Energieverbrauch vorhersagen. »Predictive Manufacturing« ist das Spezialgebiet von Lee und seinem »Center on Intelligent Maintenance Systems« (IMS). Die Technologien des IMS, das von der US-Regierung unterstützt wird und mit dem auch deutsche Unternehmen wie Forcam kooperieren, konnten laut Prof. Lee 2011 mehr als 570 Mio. US-Dollar Produktionskosten bei einem halben Dutzend ausgewählter Unternehmen einsparen.

Modernste Technologie und moderne Führungskultur


Einig waren sich die Experten darüber, dass es zur Produktivitätssteigerung zentral wichtig ist, die Belegschaft frühzeitig für den Weg eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses zu gewinnen. Forcam-Geschäftsführer Franz Gruber: »Nur ein ganzheitlicher Ansatz, der modernste Technologie mit moderner Führungskultur verbindet, steigert letztlich die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens und sichert so Standorte und Arbeitsplätze.«

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