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Sensor-Technik Wiedemann: Welche Rolle »Retrofit« beim Übergang vom Diesel-Motor zum elektrischen System spielen kann

Elektrifizierte Fahrzeuge drängen auf den Markt, sei es aufgrund verschärfter Emissionsrichtlinien, besserer Effizienz und Regelbarkeit oder einem grünen Käufer­bewusstsein. Verbunden damit entstehen Begriffe wie »Retrofit«, die nicht jedem geläufig sind. STW – Sensor-Technik Wiedemann will hier für Aufklärung sorgen und kann auf ein erfolgreiches Praxisprojekt verweisen.

Im Juni 2020 waren 17,4 % der Neuzulassungen laut Kraftfahrbundesamt Fahrzeuge mit Hybrid- oder Elektroantrieb. Nicht immer ist aber eine komplette Neuentwicklung wie im Pkw-Bereich für eine Elektrifizierung rentabel. Bei Fahrzeugen mit Spezialaufbauten, Modellen mit kleinen Stückzahlen oder Projekten mit nur einem Prototyp als Demonstrator bietet sich mit »Retrofit« eine andere Lösung: Dem bestehenden Dieselfahrzeug wird dabei durch den Ausbau des alten Verbrenners und Einbau eines neuen, elektrischen Antriebsstrangs neues Leben eingehaucht.

Auf günstigere Alternative setzen

Retrofit ermöglicht sowohl eine verlängerte Gebrauchsdauer als auch einen künftig umweltschonenderen Betrieb des Fahrzeugs. Im Vergleich zur Neuentwicklung gilt Retrofit als deutlich günstigere Alternative. Nicht nur bei den Anschaffungskosten kann Retrofit punkten, denn die gesamte J1939-Umgebung bleibt ebenso erhalten, sodass typische Antriebsstrangteilnehmer wie Brems-Management-Systeme oder Chassis-Controller beibehalten werden können und einen funktional sicheren Betrieb des Fahrzeugs nach den gültigen Normen (wie ISO 26262) ermöglichen. Somit verringert sich nicht nur der Aufwand für die Homologation des neuen Gesamtsystems, sondern erlässt einem auch die Integration neuer Komponenten, um diese Funktionen zu erfüllen. Will man eine elektrische und eine konventionelle Version des Fahrzeugs vertreiben, so erleichtert Retrofit den Aufwand der Produktpflege, da viele (Teil-)Systeme identisch bleiben.


Konvertiert zum batterieelektrischen Fahrzeug

In einem von »Bayern Innovativ« geförderten Projekt ELIAS wurde eine 44-t-MAN-Serienzugmaschine per Retrofit zu einem batterieelektrischen Fahrzeug konvertiert. Am Projekt beteiligt war Ansorge Logistik (Anwender), Toni Maurer (Fahrzeugbauer) und STW (Elektronikspezialist für Antriebe, Energie-Manage­ment und Sicherheit). ELIAS-Ziel war nicht nur die Umstellung auf einen elektrischen Antrieb, sondern auch das Beibehalten aller Fahr- und Komfortfunktionen. Der elektrische Lkw kann durch höhere Fahrdynamik und geringere Lärmemissionen punkten. Auch Reichweitenangst müsse laut STW keine bestehen, mit vier integrierten Batteriepacks kann ELIAS eine Distanz von 200 km zurücklegen. Zudem kann das Fahrzeug mit 150 kW an allen öffentlichen DC-Ladesäulen geladen werden.

STW hat Retrofit-Komponenten entwickelt, um mit Standardschnittstellen die Anbindung an den konventionellen Teil des Fahrzeugs zu ermöglichen. Die Steuerung, die sich per J1939 wie ein Diesel-Motor verhält, kann an die bestehende CAN-Struktur angeschlossen werden. Die Elektromotoren, die per Getriebe summiert werden, können per SAE-1-Flansch direkt an das Schaltgetriebe gekoppelt werden. Kombiniert worden sind die Merkmale im STW-Antriebspaket powerMELA.duo280.    t

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