Sennebogen Maschinenfabrik GmbH Sennebogen Maschinenfabrik GmbH Schwerlastarbeiten für das neue U-Bahn-Netz von Paris

Die Spezialtiefbauarbeiten für das künftige U-Bahn-Netz des Grand Paris Express laufen auf Hochtouren. Auf der Linie 15 West sind die Teams von NGE Fondations an mehreren Baustellen gleichzeitig im Einsatz und nutzen gleich mehrere Krane und Seilbagger von Sennebogen sowohl für die anfallenden Fundament- als auch für die Hebearbeiten.

Pressemitteilung | Lesedauer: min | Bildquelle: Sennebogen

Der Grand Paris Express ist ein neues Untergrund-Verkehrsnetz für den Großraum Paris, das bereits seit 2016 im Bau ist und Anfang der 2030er-Jahre finalisiert werden soll. Das Infrastrukturprojekt ist eines der derzeit größten in Europa und umfasst sechs vollautomatisch betriebene U-Bahn-Linien, die das bestehende Pariser Metro-System erweitern, inklusive 68 Stationen und sieben Technischer Zentralen. Es entsteht ein neues, nachhaltig ausgelegtes Liniennetz, das vor allem die Anbindung und den Austausch der umliegenden Gemeinden unter­einander deutlich verbessern soll. Die neue Linie 15 West wird nach ihrer Fertigstellung die längste U-Bahn-Linie Frankreichs und als Umgehungsstrecke um den Stadtkern insgesamt 45 Gemeinden und vier Departements der Region Île-de-France ­durchqueren.

Zusammen mit dem General-Bauunternehmen Webuild und dem französischen Technikdienstleister Equans France hat das französische Tiefbauunternehmen NGE Fondations als Gruppe Ende Mai den vierten und letzten Staatsauftrag für die Planung und den Bau des westlichen Abschnitts der Linie 15 erhalten. Das Projekt hat ein Volumen von 1,38 Mrd. Euro und soll bis Ende 2031 fertiggestellt werden. Dieses finale Teilstück wird letztlich die Linie 15 abschließen. Es wird den Bahnhof Bécon-les-Bruyères mit dem Bahnhof Saint-Denis – Pleyel verbinden und umfasst 7 km Tunnel, vier neue Bahnhöfe mit ­Anschlüssen an das bestehende Netz und wichtigen Gebäudeblöcken.

Zwei Spezialtiefbauprojektein Gennevilliers

Seit einigen Monaten haben die Teams von NGE Fondations mit den Arbeiten an den Schlitzwänden begonnen, um die Fundamente für die ersten beiden Bauprojekte des von NGE geleiteten Konsortiums zu erstellen: Dies betrifft zum einen den Servicetunnel »Les Caboeufs« in der Gemeinde Gennevilliers. Dieser Standort wird der Eingangsschacht bzw. das Servicebauwerk für die Tunnelbohrmaschine sein, die einen 7,5 km langen Tunnel bohren wird. Die Besonderheit dieses Bauabschnitts liegt in der Arbeitsweise der Tunnelbohrmaschine, die in zwei aufeinanderfolgenden Schritten arbeitet. Ein erster Abschnitt von 1,2 km wird in östlicher Richtung bis nach Saint Ouen gebaut, ein zweiter Abschnitt stellt dann die Verbindung zum Geschäftsviertel »Bécon les Bruyères« in Richtung Courbevoie / La Défense her.


1 200 mm dicke Schlitzwände erstellt

Als Vorbereitung für die anstehende Tunnelbohrung kümmert sich NGE um den Bau der 1 200 mm dicken Schlitzwände. Diese werden mit einem »6130HD«-Seilbagger von Sennebogen mit Stein-Schlitzwandgreifer und einer Hydrofräse durchgeführt. Die Schlitzwandlamellen weisen eine Tiefe von 50 m auf, wobei die Außenwände 1 000 mm und die zentrale Trennwand sogar 1 200 mm Wandstärke misst. Zwei Verschlussplatten – je eine an beiden Enden – vervollständigen das Bauwerk und fungieren als Abschirmung in beide Richtungen, sodass eventuell von der Tunnelbohrmaschine generierte Leckagen vermieden werden können.

Schwerlasthübe mit Raupenkran

Die anfallenden Hebearbeiten, insbesondere die der Bewehrungskörbe, werden mit dem Raupenkran »3300« mit einer Tragkraft von 125 t durchgeführt, der von der Firma Force-Loc zur Verfügung gestellt wurde. Ausgestattet mit einer Hauptwinde und einer Hilfswinde gewährleistet der Kran das sichere Anheben der Baustahlmatten, sodass die geschweißten Metallkonstruktionen unversehrt bleiben. Die Schwerlasthebearbeiten übernimmt der ebenfalls auf der Baustelle eingesetzte 140 t schwere Seilbagger »6140 HD«. Ausgestattet mit zwei 350-kN-Freifallwinden wird dieser mit einem 1 500 mm-Schlitzwandgreifer ebenfalls bei den Tiefbauarbeiten auf der nächsten Baustelle des Bahnhofs Gare des Agnettes zum Einsatz kommen.

Ninos Salur, Bauingenieur des Servicebauwerks, erklärt: »Sowohl beim Heben als auch bei den Fundamentarbeiten haben sich die Krane und Seilbagger als effizient erwiesen. Auch bei der nächsten Baustelle am Bahnhof Les Agnettes werden wir die Seilbagger wieder einsetzen und dabei den ›6130HD‹ für die Schwerlasthübe und den ›6140HD‹ für die Erstellung der Schlitzwände nutzen. Die Schlitzwände sollen an diesem Bahnhof eine Breite von 1 500 mm haben.« Nach der Fertigstellung der Schlitzwände übergibt das Bauunternehmen das Projekt planmäßig an die Erdbau- und Tiefbauteams, die das Material ausheben und so die eigentliche Baugrube erstellen, damit ab Herbst die Tunnelbohrmaschine loslegen kann.

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