Auf der seeseitigen Böschung werden im Zuge des Projekts 82 Schlitzwandelemente hergestellt, um ein Abrutschen des Hangs im Falle eines Erdbebens zu verhindern. Entlang von rund 500 Metern Deich entstehen tief gegründete Betonelemente, die die Tragfähigkeit des Baugrunds für die späteren Behandlungsanlagen und Becken sichern. Mit der Ausführung dieser Arbeiten wurde Fayat Fondations beauftragt. Das Projekt umfasst ein Gesamtinvestitionsvolumen von rund 700 Mio. Euro (inklusive Bau und Betrieb) und stellt hohe Anforderungen an Planung, Technik und Qualität auf der Baustelle. Dabei verbindet es moderne Bewehrungstechnik mit präziser Bauausführung.
Bewehrungstechnik für die Herstellung von Schlitzwandelementen unter beengten Platzverhältnissen
Die Herstellung der Schlitzwände erfolgt mittels Schlitzwandtechnik. Nach dem Aushub mit dem Greifer werden die insgesamt 82 Schlitzwandfelder entsandet, anschließend Bewehrungskörbe aus Betonstahl eingebracht und bis in eine Tiefe von 40 m verlegt und betoniert. Jedes Bauteil weist eine Breite von ca. 6,5 bis 6,6 m bei einer Stärke von 800 mm auf. Die Bewehrungselemente werden aus Betonstahl gefertigt, individuell an die Anforderungen des Projekts angepasst und stellen eine stabile Verbindung zwischen den späteren Betonbauteilen her.
Für die auf der Baustelle erforderlichen Hebe- und Handhabungsarbeiten kommt ein moderner teleskopierbarer Raupenkran Sennebogen 6113E zum Einsatz, der von SAML, einem Subunternehmer der Fayat Gruppe, bereitgestellt wird. Der Kran unterstützt die Arbeiten insbesondere beim Handling der Bewehrungskörbe für die Schlitzwandfelder.
Diese Lösung ermöglicht eine flexible und wirtschaftliche Umsetzung der Arbeiten unter den gegebenen Bedingungen. Beim Einbau der Körbe werden die Elemente zunächst liegend aufgenommen, kontrolliert aufgerichtet und anschließend präzise in die vorbereiteten Schlitzwandfelder eingesetzt. Dabei profitieren die Bediener von der Möglichkeit, Bewegungen parallel auszuführen und die Bauteile sicher zu positionieren.
Dank der Möglichkeit, mit angehobener Last zu verfahren und den Ausleger unter Belastung zu teleskopieren, können die Körbe auch bei eingeschränkten Platzverhältnissen sicher positioniert werden. Die volle Tragfähigkeit über 360° erlaubt es zudem, Lasten unabhängig von der Ausrichtung des Oberwagens zu bewegen. Diese Eigenschaften bieten eine zuverlässige Anwendung der Bewehrungstechnik auch unter anspruchsvollen Bedingungen.
Vorarbeiter und Kranführer Gilles Cortes erklärt: „Gerade auf dieser Baustelle ist die gleichzeitige Steuerung aller Bewegungen entscheidend. Wir können Unterwagen, Oberwagen und Auslegerbewegung parallel ausführen, ohne die Last abzusetzen. Das erleichtert das Positionieren der Bewehrungskörbe erheblich.“
Sichere Handhabung bei hoher dynamischer Beanspruchung
Neben dem Einsetzen der Bewehrungskörbe übernimmt der 6113E sämtliche weiteren Hebeaufgaben auf der Baustelle. Dazu gehören das Ein- und Ausheben von Verrohrungen sowie das Handling der Ausrüstung beim Entsanden der Bohrlöcher.
Insbesondere beim Herausziehen der Komponenten wirken erhöhte Kräfte auf Maschine und Ausleger. Der Kran hält diesen Belastungen dank seiner stabilen Konstruktion und des robust ausgelegten Raupenunterwagens zuverlässig stand. Seine entwickelte Technik wurde für solche Anwendungen geprüft und ermöglicht einen sicheren Einsatz auch unter dynamischen Belastungen.Auch bei wiederholten Hebevorgängen unter anspruchsvollen Bedingungen bleibt die Maschine standsicher und präzise steuerbar. Dadurch profitieren die Baustellenteams von einer schnellen und sicheren Durchführung der Arbeiten.
Sicherheit und präzise Arbeitsabläufe auf der Baustelle in unmittelbarer Flughafennähe
Eine besondere Herausforderung ergibt sich aus der direkten Nähe zum Flughafen. Die maximal zulässige Auslegerhöhe ist durch luftfahrtrechtliche Vorgaben begrenzt. Diese Anforderungen stellen besondere Anforderungen an Planung und Sicherheit auf der Baustelle. Der eingesetzte Kran verfügt hierfür über ein elektronisches System zur Höhenbegrenzung („Virtuelle Wand“), mit dem die zulässige Arbeitszone exakt definiert werden kann. Zusätzlich ist die Auslegerspitze mit einer Tag- und Nachtkennleuchte ausgestattet. Diese Systeme stellen sicher, dass sämtliche Arbeiten korrekt innerhalb der vorgegebenen Sicherheitsparameter erfolgen. Gerade unter diesen Rahmenbedingungen ermöglicht die Kombination aus kontrollierter Höhenbegrenzung und voller Tragfähigkeit über 360° einen sicheren und kontinuierlichen Arbeitsablauf.
Vielseitige Lösung für wirtschaftliche Abläufe auf der Großbaustelle
Im täglichen Baustellenbetrieb unterstützt der Sennebogen 6113E sowohl beim Rüsten der Geräte als auch bei sämtlichen Hebevorgängen während der einzelnen Bauphasen. Durch die Kombination aus Tragfähigkeit, Manövrierfähigkeit und präziser Steuerung übernimmt er unterschiedliche Aufgaben, ohne dass zusätzliche Maschinen benötigt werden. Seit rund 18 Monaten wird der Raupentelekran auf verschiedenen Baustellen eingesetzt. Besonders geschätzt werden seine Flexibilität sowie die Möglichkeit, Lasten auch unter beengten Bedingungen sicher zu bewegen. Für Bauunternehmen stellt dies eine wirtschaftliche Alternative dar, um unterschiedliche Anforderungen auf der Baustelle effizient zu erfüllen.