Bau- und Nutzfahrzeuge

Routenplanung in Zeiten schwieriger Infrastrukturverhältnisse

Derzeit bekanntestes Beispiel für die problematische Infrastruktursituation im Land ist zwar die A 1 in Nordrhein-Westfalen und die dortige Rheinbrücke zwischen Leverkusen und Köln. Was jedoch die aktuelle ­Infrastrukturthematik jenseits dieser spektakulären Missstände für die tägliche Arbeit der Spezialtransporte bedeutet, zeigt sich auch an einer Unmenge weiterer Hindernisse. Kreisverkehre, Ober­leitungen, kurzfristige Baustellen, Halteverbotszonen und einiges mehr bilden die Herausforderungen, die im Vorfeld sachgerecht berücksichtigt werden müssen, um eine wirtschaftlich sinnvolle Transportstrecke mit Erfolgsaussicht in behördliche Anhörung zu bringen.

Hierfür sind umfassende zeitaktuelle Kenntnisse der jeweiligen Region erfolgsentscheidend. Bewegt sich ein Transport durch mehrere Regionen, stimmen sich die planenden Disponenten der Schwertransport-Kooperation BigMove ab, um das effizienteste Streckenplanungsergebnis zu beantragen. Für die 13 mittelständischen Schwertransportunternehmen ist daraus mittlerweile ein kontinuierlicher Wissensaustausch entstanden, um wettbewerbsfähig bleiben zu können.

Großbehälter von Abensberg nach Burgkirchen

Ein beispielhafter innerbayerischer Transport des BigMovers Geser verdeutlicht den fachgerechten Umgang mit der Situation. Die Gesamtmaße der Großbehältertransportzüge lagen bei je 26,5 m Länge, 5,2 m Breite und 6,15 m Höhe, mit je 76 t Gesamtgewicht. Um die acht auf der Strecke befindlichen Kreisverkehre durchfahren zu können, mussten Verkehrsschilder de- und remontiert werden.

Zwei Halteverbotszonen mit 50 flexiblen Verkehrsschildern wurden eingerichtet. Baustellenbetreiber wurden im Vorfeld informiert, um eine reibungslose Durchfahrt zu gewährleisten. Notwendig war zudem die Vermessung einer zu überfahrenden Kuppe, um die Bodenfreiheit der Tieflader zu gewährleisten. Oberleitungen mussten angehoben und zum Teil umfahren werden. Denn für das Anheben dürfen Überlandleitungen oftmals auch kurzzeitig nicht mehr abgeschaltet werden, um die regionale Energieversorgung nicht zu gefährden.

So spielt nicht nur der Zustand der Infrastruktur, sondern auch der aktuelle Status der »Energiewende« bei mancher Streckenplanung wirtschaftlich eine Rolle.

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