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Reparatur oder Erneuerung? – Kanalsanierung auf der IFAT 2014

Austretendes Schmutzwasser kann den Boden und das Grundwasser verunreinigen. Zudem erhöht in die Kanalisation eindringendes Fremdwasser die Betriebskosten der Kläranlagen. Weiterhin kann es zu ­Bodenausspülungen kommen. Die damit im ­Extremfall verbundenen Senkungen können dann die ­darüber liegenden Infrastruktureinrichtungen und Gebäude gefährden. Der Markt bietet vielfältige Sanierungslösungen, aktuelle Technologien zeigen auch die IFAT-Aussteller.


Nach Angaben des Statistischen Bundesamts misst das Kanalnetz in Deutschland derzeit fast 562 000 km. Die Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA) geht davon aus, dass rund 20% aller Abwasserkanalhaltungen im Land schadhaft sind. Otto Schaaf, DWA-Präsident und Vorstand der Stadtentwässerungsbetriebe Köln weiß, dass »für viele dieser Schadensfälle Reparatur- und Renovierungsverfahren mittlerweile qualitativ und wirtschaftlich echte Alternativen zur ­Kanalnetzerneuerung sind – vorausgesetzt natürlich, Planung und Umsetzung stimmen.«


Gütesicherung Kanalbau

RAL-GZ 961


Vor der Vergabe von Sanierungsaufträgen prüfen Auftraggeber und Netzbetreiber die Eignung der Bieter. Eine zwischen Auftraggebern, Ingenieurbüros und Auftragnehmern abgestimmte Grundlage zur Bewertung der fachtechnischen Eignung ist die Gütesicherung Kanalbau RAL-GZ 961. Unternehmen mit Gütezeichen Kanalbau haben für bestimmte Ausführungsbereiche nachgewiesen, dass sie technisch leistungsfähig, erfahren und zuverlässig sind. Dipl.-Ing. Hans-Christian Möser vom Güteschutz Kanalbau hierzu: »Fast alle Firmen, die in Deutschland in der Sanierung von Abwasserkanälen tätig sind, führen das entsprechende Gütezeichen ­Kanalbau. Die Anzahl der pro Sanierungsverfahren verliehenen Gütezeichen spiegelt die Marktverhältnisse wider. Demnach sind die Schlauchlining-Verfahren nach wie vor dominierend.«


Hochauflösende Kameras


Nach den Beobachtungen von Möser erscheinen die Sanierungssysteme so ausgereift, dass Weiterentwicklungen hauptsächlich in Details stattfinden. Ähnlich sehe es auch bei der Kanalinspektion aus. Als Beispiel nennt der Prüfingenieur neue, hochauflösende Kameras, die sich besonders für den Einsatz in Großprofilen eignen. Auch bei der Untersuchung der Grundstücks­entwässerungsleitungen gehe es voran. »Durch weitere Miniaturisierung stehen bogengängige, ab­biegefähige Kameras mit Dreh-/Schwenkkopf zur Verfügung. Die Weiterentwicklung der 3D-Vermessungssysteme ermöglicht eine weitgehend automatisierte Erstellung von Bestandsplänen, bei der alle relevanten Daten während der Inspektion vom System erfasst und ausgewertet werden,« schildert Möser.


Auf der IFAT 2014 werden die Aussteller aus diesem Bereich in den Hallen B4 und B5 sowie auf einem Teil des Freigeländes auf insgesamt rund 20 000 m² einen umfassenden Marktüberblick über die neuesten Injektions-, Reling-, Einzieh- und Beschichtungsverfahren der Kanalsanierung geben.

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