Peri GmbH Durchdachtes Konzept für den Bau eines Lärmschutztunnels

Die A7 ist mit knapp 1 000 km Länge Deutschlands längste Autobahn und markiert gleichzeitig die wichtigste Nord-Süd-Verbindung – von Flensburg an der dänischen bis Füssen an der österreichischen Landesgrenze. Nördlich des Hamburger Elbtunnels zieht sich die A7 seit den 1970er-Jahren allerdings wie eine Schneise durch die westlichen Stadtteile Hamburgs. Diese sollen durch drei sogenannte »Hamburger Deckel« künftig wieder zusammenwachsen. Nach Fertigstellung der Tunnel Schnelsen und Stellingen befindet sich mit dem Tunnel Altona nun auch der dritte und längste Lärmschutztunnel im Bau.

Pressemitteilung | Lesedauer: min | Bildquelle: Peri

Der 2,23 km lange Tunnel in Hamburg-Altona ist für einen achtstreifigen Ausbau ausgelegt und somit 42 m breit und über 5 m hoch. Er wird angrenzend an den Elbtunnel in offener Bauweise parallel zum Autobahnverkehr errichtet. Auf dem neuen Tunnel sollen später ein Erholungspark und Kleingärten angelegt werden, mehrere Stadtstraßen werden über das Tunnelbauwerk geführt. Innerhalb des Tunnelabschnitts befinden sich zwei Anschlussstellen mit entsprechenden Auf- und Ausfahrtsrampen. Die derzeit noch im Bau befindliche Tunnelröhre West soll 2027 in Betrieb gehen. 

Das gibt dann den Weg frei, um den Tunnelquerschnitt nach Osten hin zu ergänzen und die zweite Tunnelröhre für die Richtungsfahrbahn Nord anzuschließen. Nach aktuellem Stand soll um den Jahreswechsel 2029/2030 der Verkehr durch beide Tunnelröhren des »Altonaer Deckels« geführt werden, sodass der A7-Autobahnverkehr für alle Anwohner lärmfrei unter Tage geführt werden kann. Im Anschluss erfolgen die Rückbauarbeiten der Provisorien und die endgültige Herstellung der Anschlussstellenbereiche mit der Anbindung an das vorhandene Stadtnetz.

Tunnelbau mit flexiblem System

Eine Peri-Tunnelschalungslösung auf Basis des »Variokit«-Ingenieurbaukastens unterstützt die Arge-Partner von Hochtief und Implenia bei der Herstellung der 112 Tunneltakte mit je 20 m Länge. Insgesamt fünf verfahrbare Tunnelschalwagen »VTC« arbeiten für die aufgelöste Bauweise parallel. Ausgestattet mit hydraulischen Hub- und Absenk­einheiten lassen sich die Deckenschalwägen ohne aufwendige Umbaumaßnahmen an die stark variierende Tunnelkontur anpassen. Zusätzlich zur flexiblen Breiten- und Höhenanpassung berücksichtigt die »Variokit«-Schalwagenkonstruktion gleich zwei Durchfahrtsöffnungen für den laufenden Baustellenverkehr.


Neben der geforderten Flexibilität zur Geometrieanpassung erforderten wechselnde Gründungssituationen auch flexible Lasteinleitungen. Die Einbindung von projektspezifischen Sonderteilen aus vorangegangenen Projekten in die »Variokit«-Systemlösung erhöhte dabei die Wirtschaftlichkeit. Eine ganzheitliche, flexible und sichere Lösung wurde zudem durch die Kompatibilität des »Variokit«-Systems mit dem »Peri Up«-Gerüstbaukasten erreicht.

Umfassend unterstützt

Das durchdachte Peri-Konzept berücksichtigte von Beginn an den gesamten Tunnelverlauf. Hierfür bildeten Ingenieure der Hamburger Peri-Niederlassung zusammen mit den Weißenhorner Infrastrukturspezialisten ein schlagkräftiges Projektteam. Dieses unterstützte die Arge-Baustellenverantwortlichen beim gesamten Bauprozess: von der Projektplanung bis hin zur Projektabwicklung vor Ort mit der entsprechenden Materialbereitstellung, einer kompletten Vormontage der Schalungselemente, der kompetenten Einweisung durch einen Peri-Richtmeister sowie einer baubegleitenden Projektleitung.

[11]
Socials