Gutes Konzept, viele Besucher
Grundsätzlich lässt sich festhalten, dass das Messekonzept der GaLaBau deshalb so schlüssig ist, weil man kurze Wege mit viel Übersicht und guter Abwechslung aus Theorie und Praxis miteinander verbindet. Die Hallengänge waren zu Stoßzeiten proppenvoll, und auch im Außenbereich wurde deutlich, dass das Interesse an neuen Lösungen auch deshalb so groß war, weil man diese direkt vor Ort im Einsatz erlebt hat.
Aber es gab auch Kritik: Gegenüber dem bauMAGAZIN bemängelten diverse Messebesucher und vereinzelte Aussteller, dass man das vorhandene Potenzial für Live-Vorführungen zwar nutze, leider aber nicht genug »ausreize«. Im Klartext heißt das: Es ist viel Fläche da, aber nur selten wagt sich mal eine Baggerschaufel tiefer als knapp unter die Grasnarbe. Tatsache ist aber auch, dass der Veranstalter die Möglichkeiten hierfür durchaus anbietet, wenngleich Vorgaben, Richtlinien und Verordnungen nicht immer »alles« möglich machen. Letztlich darf man sich, so denke ich, guten Gewissens darauf einigen, dass die Nürnberg-Messe mit der GaLaBau ein richtiges Brett abgeliefert hat. Natürlich hat jedes Event immer auch ein gewisses Verbesserungspotenzial, aber das, so befindet die Redaktion, wäre an dieser Stelle ein klassisches Jammern auf hohem Niveau.
Die Highlights der Messe
Was in Nürnberg erstaunlich gut funktioniert, ist die Vermischung von Theorie und Praxis: Mit Formaten wie dem Experten-Forum, den Landscape Talks, dem Grün-Blauen Pfad oder dem Landschaftsgärtner-Cup ist ein vielfältiges Rahmenprogramm entstanden. Gleichzeitig, und auch das gehört zur Wahrheit dazu, ist die GaLaBau mit kreativen Ausstellern gesegnet, die ihre Messestände aufwendig in Szene setzen. Direkt beim Betreten der ersten Halle (7A) trafen die Fachbesucher beispielsweise auf einen Takeuchi-Minibagger, der sich durch einen eigens dafür angelegten »Sandkasten« gegraben hat. Gleich nebenan tauchten kompakte Maschinen von Kobelco, Kiesel (Hitachi), Wacker Neuson und Komatsu auf – teilweise waren die großen Baumaschinenhersteller mit so vielen Exponaten vor Ort, dass sich ein Kettenlaufwerk an das andere reihte.
Und dann waren da noch die vielen Anbaugerätespezialisten: Von Rototilt, Martin, Holp und Lehnhoff über DMS, Hunklinger und Predatore bis hin zu Steelwrist, Malaguti, OilQuick und Cangini Benne wurde nahezu alles aufgeboten, was an Schnellwechslern und Baggeranbautechnik verfügbar ist. Nur eine Halle weiter tauchten dann Namen wie Liebherr, Zeppelin, Bobcat, Robert Aebi und Swecon (Volvo) sowie Sany, Bergmann, Adler, Paus, HKL, Bomag, Beutlhauser oder JCB auf, die mit ihren Exponaten wahre Publikumsmagneten waren.
Ein Treffpunkt der Branche
»Die GaLaBau 2026 hat gezeigt, wie viel Innovationskraft, Fachkompetenz und Gestaltungswille in der internationalen Grünbranche stecken. Die hohe Beteiligung und die intensive fachliche Vernetzung unterstreichen die Bedeutung der GaLaBau als wichtigste Plattform für den Austausch innerhalb der Branche«, erklärt Isabel Grundner, Head of Brand Strategy GaLaBau bei der NürnbergMesse. Und genau das kann die bauMAGAZIN-Redaktion nur unterstreichen. Die GaLaBau war und ist zentraler Anlaufpunkt, um gemeinsam zu diskutieren, manchmal zu streiten, aber eben auch nach vorn zu schauen.
Preis für Innovationen
Am ersten Messetag verlieh der Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e. V. (BGL) die GaLaBau-Innovations-Medaille 2026. Insgesamt 16 Unternehmen wurden für Produkte und Lösungen ausgezeichnet, die den Arbeitsalltag erleichtern, Ressourcen schonen oder neue Potenziale für die grüne Branche erschließen. Die Ehrung erfolgte durch BGL-Vizepräsident Armin Knauer und Jürgen Hoppe, Vorsitzender der Bewertungskommission, auf dem GaLaBau-Experten-Forum.
Und abgesehen davon, dass sich unter allen Teilnehmern tatsächlich hochinteressante Neuentwicklungen und Ideen finden, stach eine Lösung aus Sicht des bauMAGAZINs hervor – nämlich Optimas. Der Spezialist für Straßen- und Pflasterbausysteme hatte mit »SilentCut MR400« eine Lösung vorgestellt, die das Schneiden von Beton-, Klinker- und Natursteinen nahezu staubfrei, extrem geräuscharm und ohne Zufuhr von Wasser ermöglicht. Die Vollkapselung mit integrierter Hochleistungsabsaugung reduziert Staub, Lärm und Verletzungsrisiken; der automatische Vorschub passt sich zudem der Materialstärke an. Der Clou dürfte sein, dass dadurch sicheres, sauberes und wirtschaftliches Arbeiten ermöglicht wird – auch und gerade auf Baustellen in Wohngebieten und Innenstädten.
Ebenfalls stolzer Träger der Innovations-Medaille wurde Stihl: Dort vereinfacht man das Nachschärfen von Sägeketten mit einem akkubetriebenen, mobilen Schärfgerät, das den Werkstattbesuch ersetzen kann. Das »KSA 20« ermöglicht ein gleichmäßiges, reproduzierbares Schärfergebnis, was den Zeitaufwand reduziert und letztlich mehr Flexibilität durch Mobilität schafft.
Zeit für ein Messefazit
Abschließend lässt sich festhalten, dass in Nürnberg abwechslungsreiche Exponate, engagierte Aussteller und ein fleißiger Messeveranstalter auf ein zutiefst interessiertes Fachpublikum getroffen sind. Auffällig war im Übrigen auch, dass gerade die namenhaften Hersteller von Baumaschinen kluge Neuheiten im Gepäck hatten. Die erklärte Zielsetzung sei laut Zeppelin, Komatsu, Hitachi (Kiesel), Kobelco, Wacker Neuson sowie Bobcat, Liebherr, Sany, Volvo (Robert Aebi/Swecon) und JCB, der grünen Branche kompakte Maschinen anzubieten, die aufgrund deutlicher Effizienzsteigerung und kluger Vernetzung mit smarten Hilfssystemen einen tatsächlichen Mehrwert bieten und als Antwort auf die Frage zu verstehen sind, wie man auf den gestiegenen Kostendruck reagieren kann.
Hinzu kommen die zahlreichen Anbaugerätehersteller: Noch nie waren Löffel, Fräsen, Greifer, Sägen, Schaufeln und Siebeinheiten derart vielfältig vertreten – und zu hören war an allen Ecken und Kanten, dass die Maschinisten hier vor allem auf Langlebigkeit und Zuverlässigkeit setzen. Im Mittelpunkt steht der Gedanke, den Bagger zum Multi-Tool-Carrier weiterzuentwickeln und ihn damit weit vielseitiger einsetzbar zu machen, sodass die Produktivität ebenso gesteigert wird wie die einzelne Maschineneffizienz. Die GaLaBau hat, so denke ich, die richtigen Akzente gesetzt und konnte nach Ansicht zahlreicher Fachbesucher auch diesmal wieder eine gelungene Ausgabe der grünen Messe abliefern. Der Termin für die nächste Ausgabe steht bereits fest: Die kommende GaLaBau findet von 12. bis 15. September 2028 wieder in Nürnberg statt.