bauma Aktuelles Verkehrswegebau / Tiefbau

Marini: Mit dem »Master Tower« gleich drei Ziele erreichen

Marini, Fayat-Marke für Asphaltanlagen und das Bitumen-Engineering, wartet zur Bauma mit dem Master Tower auf. Mit dem neuen Asphaltwerk will der Hersteller gleich drei Pluspunkte erreichen – geringe Emissionen, gesteigerte Leistung bei Ausbau­asphalt (RAP) und hohe Energie­ersparnisse. Die Messe in München nutzt Marini auch für die Vorstellung der beiden mobilen Anlagen Xpress 1500 und Xpress 2000.

Die größtmögliche Wiederverwendung von Ausbau­asphalt (RAP – Reclaimed Asphalt Pavement) gilt als eine bedeutsame Aufgabe im Verkehrswegebau. Die Verwendung von RAP ist umweltfreundlich und wird zudem als kostengünstige Entscheidung gesehen. Der Anstieg der Energiekosten und die hohe Nachfrage nach Rohölprodukten regt einen hohen Anteil von Ausbauasphalt in Heiß- und Warm­asphalt an.

Weil Asphalt ein organisches Material ist, gelte es, so informiert Marini, zu berücksichtigen, dass sich die mechanischen Eigenschaften, die chemische Zusammensetzung und die Mikrostruktur des Bitumens aufgrund von Umwelteinflüssen während seiner Lebensdauer ändern. Der Rückgang volatiler Komponenten bei hohen Temperaturen und die Oxidation nennt Marini als zwei der Hauptfaktoren für diese Änderungen. Die Eigenschaften von Asphalt nach seiner Alterung sind wichtige Parameter für die Definition langfristiger Garantien dieser Materialien.

Die Eigenschaften des im RAP enthaltenen Bitumenrests nennt Marini als die wesentlichen Faktoren, die erhalten werden müssen. Die darauf basierende und gewählte Technologie – die Bearbeitung und Erhitzung von RAP im Asphaltwerk – gelte als entscheidend.

Master-Tower-Konzept

Seinen Master Tower kündigt Marini als Meilenstein in Bezug auf die Herstellung von Heiß- und Warm­asphalt bei geringen Emissionen und niedrigem Energieverbrauch an. Traditionelle Technologien würden auf der Verwendung eines doppelten Trocknungssystems beruhen, bei dem beide Trockentrommeln über einen separaten Brenner verfügen. Dabei liege es auf der Hand, so Marini, dass dieses doppelte Trocknungssystem einen hohen Energieverbrauch habe. Darüber hinaus führe es auch zur Freisetzung hoher Emissionen.

Marini setzt für beide Trockentrommeln auf lediglich einen gemeinsamen Brenner, der die Energie bereitstellt, um die Neumaterialien in der ersten Trommel aufzuheizen und die Wärme als Heißgas in die zweite Trommel zu übertragen. Das von Marini gewählte Heißluftzirkulationssystem soll ermöglichen, dass die gesamte Wärmeenergie im geschlossenen System bei einem sehr hohen Wirkungsgrad genutzt werden kann.

Der RAP wird durch die heißen Gase aus der ersten Trommel der neuen Zuschlagstoffe getrocknet und erhitzt. Die Verwendung heißer Gase vermeidet den Kontakt zwischen der Flamme des Brenners und dem recycelten Material wie auch die direkte Strahlung der Flamme auf den RAP. Die RAP-Materialien verlassen den RAP-Trockner (zweite Trommel) mit einer Temperatur von 160 °C. Hiermit soll sichergestellt werden, dass Asphalt mit 100 % RAP oder alternativ Asphalt mit hohen Prozentsätzen von RAP hergestellt wird, ohne dabei die Zuschlagstoffe zu überhitzen.

Mobile Anlagen Xpress 1500 und Xpress 2000

Marini führt zur Bauma auch die neuen Xpress 1500 und Xpress 2000 als mobile Anlagen mit einer Produktion von je 120 t/h bzw. 160 t/h ein. Beide Anlagen gelten als Lösungen für Nutzer, die große Mengen an Asphalt innerhalb kurzer Zeit produzieren müssen und dabei nicht auf die Mobilität verzichten wollen. Die Anlage kann nach Beenden der Produktion mit geringem Aufwand zu einem anderen Standort verlagert werden.


Die Anlage besteht aus zwei Trailern mit 3 m Breite, auf denen alle vormontierten Komponenten verbaut sind. Für den Aufbau ist kein Kran erforderlich, auch werden keine Fundamente aus Beton benötigt.

Die Basiskonfiguration der beiden neuen Maschinen besteht aus vier Vordosierern (optional fünf) direkt am Trailer inklusive Trocknungstrommel, Filter und Steuerkabine. Der Haupt-Trailer beinhaltet den Heißaufzug, das Sieb mit vier oder fünf Sortierstufen, den Heißmaterialspeicher unter dem Sieb und den Mischer. Optional können auf dem Haupt-Trailer auch der Bitumentank und der Tank für den Kraftstoff montiert werden – mit einem Fassungsvermögen von 29 000 l bzw. 7 000 l.

Optionen wie Fremdfüller-Silo und/oder Recyclingfüller-Silo und Silo zur Lagerung des fertigen Produkts ermöglichen es, dass die Anlage abhängig von den Anforderungen an den Gebrauch ausgestattet werden kann. Mit den Xpress-Anlagen kann dem Mischgut bis zu 40 % recyceltes Material hinzugefügt werden. Marini bietet verschiedene Technologien an, mit denen RAP in den Mischwerken verarbeitet werden kann.

Das optionale Set »Schaumbitumen Marini« erlaubt zudem die Produktion von warmem Asphalt – Mischungen mit einer reduzierten Temperatur von etwa 20 °C bis 30 °C im Vergleich zur traditionellen heißen Mischung.    §

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