Marvin Herbort, Leiter Ersatzteile, betont den Sicherheitsaspekt: »Eine beschädigte Scheibe bedeutet nicht nur Einschränkungen im Betrieb, sondern auch ein Risiko für Mensch und Maschine.« Aus diesem Grund stellt die Versorgung mit passenden Glasscheiben auch einen Beitrag zur Verantwortung gegenüber den Mitarbeitenden der Kunden dar. Um in diesem Bereich für die unterschiedlichsten Anfragen die jeweils passende Lösung liefern zu können, hat Kraemer Baumaschinen sein Sortiment systematisch aufgebaut.
Patrick Schlenzig, Produktmanager für Glasscheiben, geht ins Detail: »Über 500 Varianten sind sofort verfügbar und decken nahezu alle gängigen Marken ab.« Damit alleine ist es jedoch nicht getan: Da sich viele Werkstätten unsicher sind, ob die gewählte Scheibe auch wirklich passt, kommt es neben einem breiten Angebot vor allem auf die persönliche Fachberatung an. Nach Unternehmensangaben kennen die Kraemer-Berater »jede Kabine, jeden Hersteller und jeden Scheibentyp«. Schlenzig bringt es auf den Punkt: »Wir geben fundierte Empfehlungen, ob Einscheibensicherheitsglas (ESG), Verbundsicherheitsglas (VSG), getönt, verklebt oder mit Dichtungssystem. Bei uns sprechen keine Hotline-Mitarbeiter, sondern echte Maschinen-Profis, die die Baumaschinenwelt leben.«
Wichtig in dem Zusammenhang: In Baumaschinen kommt ausschließlich Sicherheitsglas zum Einsatz. Typisch sind ESG, das thermisch gehärtet sowie bruchsicher ist und vor allem für Seiten- und Heckscheiben genutzt wird; VSG, das aus zwei Lagen mit PVB-Zwischenfolie besteht und sich ideal für Frontscheiben eignet; sowie Mehrschicht-VSG oder Panzerglas für Hochrisikoanwendungen wie Abbruch, Recycling oder Forst. Herbort unterstreicht: »Die exakte Passform ist entscheidend, da jede Maschinenscheibe eigene Radien, Bohrungen und Rahmengeometrien besitzt.« Daher erfolgt jede Beratung auf Basis der individuellen Maschinendaten.
Häufige Fehler entstehen durch Scheiben mit falscher Krümmung oder ungeeigneten Dichtungen, was Spannungsrisse und Undichtigkeiten nach sich ziehen kann. Auch unsaubere Verklebungen oder Temperaturschocks beim Enteisen gehören zu den Klassikern. Die Spezialisten empfehlen deshalb, den Rahmen gründlich zu prüfen, Klebereste zu entfernen, Entwässerungen frei zu halten und Aushärtezeiten einzuhalten. Bei Unsicherheiten sollten Werkstätten nicht zögern und Fachberater hinzuziehen, die Schritt für Schritt zur richtigen Scheibe führen.
Ein Blick in die Zukunft zeigt laut Schlenzig, dass beheizbare Heckscheiben, Smart Glass und kratzfeste Beschichtungen auf der Wunschliste vieler Kunden stehen. Jedoch seien Technologien wie diese noch nicht serienreif. Unabhängig davon, wofür sich der Kunde schlussendlich entscheidet, bleiben für Herbort folgende Punkte wichtig: »Sicherheit, Qualität und der Mensch am Telefon, der das passende Teil findet.«s