Hochbau (Schalung/Gerüste/Beton)

Hochfester Weißbeton für die drittgrößte Moschee der Welt

In der algerischen Hauptstadt entsteht für rund 1,1 Mrd. Euro die »Mosquée de l'Algérie«. Ihr Gebetssaal ist ein Kubus, der bis zu 35 000 Menschen Platz bieten wird. Die Herstellung der insgesamt 618 achteckigen Betonstützen für das Bauwerk war auch für Europoles kein alltägliches Projekt. Die 32 größten der achteckigen Schleuderbetonstützen aus hochwertigem Weißbeton sind dreiteilig, sie haben eine Gesamtlänge von 34 m und einen Durchmesser von 1,62 m. Für das Projekt benötigte Europoles einen neuen Mischer, denn die Mischzeiten mit den vorhandenen Planetenmischern wären deutlich zu lang gewesen. Außerdem sollte für den empfindlichen Weißbeton ein eigener Mischer benutzt werden, um Verschmutzungen zu verhindern.

Unabhängig von dem Moschee-Projekt steigt der Anteil hochfester und ultrahochfester Betone beständig und Europoles wollte mit der Investition in einen neuen Mischer für künftige Projekte entsprechend gerüstet sein. Hochfeste Betone müssen besonders intensiv gemischt werden, um eine gute Homogenität zu erzielen. Deshalb stand neben dem Mischverfahren auch die kurze Mischzeit im Vordergrund, denn die neue Anlage sollte bis zu 20 m³/h Beton herstellen können.

Wegen der hohen Anforderungen an die Homogenität der Mischung schieden mehrere Mischverfahren von vornherein aus. Außerdem sollte der neue Mischer ohne wesentliche Umbaumaßnahmen in die vorhandene Bausituation integriert werden. So kam nur ein kompakter Mischer infrage, der dennoch einen hohen Durchsatz liefern sollte. Einige Maschinen sind ausgeschieden, weil der zur Verfügung stehende Bauraum nicht ausreichte und ein umfang­reicher Umbau erforderlich geworden wäre. So kamen die Doppelwellen-Chargenmischer von BHS-Sonthofen in die engere Wahl. Schließlich hat sich die Anlagentechnik von Europoles für den leistungsfähigsten und schnellsten Mischer entschieden, der im vorhandenen Bauraum unterzubringen war – einen DKX 1,25 mit einer Nennleistung von 1,25 m³ Festbeton pro Charge. Aufgrund des hohen Füllgrades des Mischertyps ist er einerseits kompakt, andererseits liefert er den geforderten Durchsatz. So musste an der bestehenden Anlage nicht viel umgebaut werden. Ein Grund für die Entscheidung zugunsten des BHS-Mischers war auch die Empfehlung des benachbarten Betonwerkes, das Doppelwellen-Chargenmischer seit geraumer Zeit für die Herstellung von UHPC-Beton für den Bau von Brücken und Windkraftanlagen einsetzt.

Da der Terminplan für die Lieferung der Säulen für die Moschee feststand, war die Zeitschiene für Lieferung und Inbetriebnahme des Mischers sehr kurz. Europoles hat BHS-Sonthofen den Auftrag im April 2013 erteilt, bereits sechs Monate später hat die neue Anlage den ersten Beton geliefert. Im Produktionsalltag mischt die neue Anlage bei diesem sehr anspruchsvollen Beton bis zu 16 Chargen pro Stunde und erzielt in diesem Zeitraum eine Ausstoßleistung von knapp 20 m³. Für das Moschee-Projekt haben in Spitzenzeiten bis zu vier Säulen pro Tag mit einem Einzelgewicht von bis zu 30 t das Werk verlassen.»Homogenität des Betons ist hervorragend«

Die Erfahrungen aus dem Projekt zeigen, dass die Qualität dieser hochwertigen Betonrezeptur sehr gut ist. Auch in Spitzenzeiten werden die Anforderungen an kurze Mischzeiten eingehalten. Bernhard Matschiner, der Verantwortliche zur Aufrüstung der Mischanlage im Zuge des Projektes »Moschee«, zieht eine positive Zwischenbilanz: »Weißbeton konnten wir bisher nur eingeschränkt herstellen, denn mit Planetenmischern wären die Mischzeiten viel zu lang gewesen. Die Homogenität des Betons, den wir mit dem Mischer von BHS herstellen, ist hervorragend, außerdem arbeitet er zuverlässig und mit hoher Verfügbarkeit. Wir können jetzt auch hochwertigen UHPC in großer Menge zuverlässig herstellen. Mit dem neuen Mischer haben wir unsere Position im Markt – vor allem in Hinblick auf den Konkurrenzwerkstoff Stahl – deutlich verbessert. Wir bieten zukünftig Produkte, die Stützen aus Stahl qualitativ und preislich überlegen sind.«


Produkt-Fakten

Im Gegensatz zu Teller- oder Planetenmischern, die lediglich zweidimensional mischen, erzeugen BHS-Doppelwellenmischer einen dreidimensionalen Bewegungsverlauf des gesamten Mischguts. Zusätzlich findet im turbulenten Überschneidungsbereich der beiden Mischkreise ein intensiver Materialaustausch statt. Ferner bieten sie hohe Variabilität in der Produktion, da auch kleine Chargen sehr homogen produziert werden können. Außerdem erzielen sie einen günstigen spezifischen Energieverbrauch, denn sie setzen eingebrachte Energie optimal in eine intensive Relativbewegung des gesamten Mischguts um. ­BHS-Doppelwellen-Chargenmischer sind im Vergleich zu anderen Mischsystemen kompakter, sodass bei Anlagenumbauten in den vorhandenen Bauraum meist Mischer mit ­größerem Durchsatz eingebaut werden können als solche, die nach anderen Verfahren arbeiten.

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