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Herstellung von Hydrauliksystemen: Entscheidend sind Kompetenz und Flexibilität

Unser typischer Kunde ist Maschinen- und Anlagenbauer oder Hersteller von Fahrzeugen und Anbaugeräten, der für seine jeweiligen Produkte maßgeschneiderte Hydrauliksysteme in kleinen bis mittleren Stückzahlen benötigt«, sagt Dipl.-Ing. Carina Schlagenhauf, Geschäftsführerin von Power Hydraulik. Die Palette der Kundenbranchen sei bunt gemischt und umfasse Bereiche wie Bau- oder Tiefbaumaschinen, Landmaschinen und Nutzfahrzeuge ebenso wie Werkzeugmaschinen, Anlagen zur Kunststoffverarbeitung, Hydraulikpressen, Krane oder auch Kommunalfahrzeuge. Die Serienlosgrößen liegen meist zwischen einigen 100 bis einigen 1 000 Stück pro Jahr. Entscheidend ist bei all diesen Abnehmern, dass sie sich auf ihre jeweiligen Märkte und Kernkompetenzen konzentrieren wollen und sich im wichtigen Bereich der Hydraulik auf Zulieferer stützen. Von diesen wird erwartet, dass sie ihre Kunden bei der Bewältigung der vielfältigen Herausforderungen in ihren jeweiligen Märkten auf allen Ebenen partnerschaftlich unterstützen. Für Power Hydraulik als Zulieferer bedeutet dies, dass man nicht nur kompetent und innovativ, sondern auch fähig sein muss, mit hoher Flexibilität auf kurzfristigen Bedarf zu reagieren.

Beratungskompetenz als »A und O«


»Unsere Vertriebsmitarbeiter sind ausschließlich berufserfahrene Fachleute – Techniker oder Ingenieure –, die sich mit allen Aspekten der Praxis auskennen«, ergänzt Schlagenhauf. Philosophie des Hauses sei, dass man vor allem durch die Qualität der gebotenen Lösung überzeugen wolle. Diese fachliche Kompetenz der Beratung sei Voraussetzung dafür, dass der Kunde exakt auf seinen Bedarf hin maßgeschneiderte Lösungen erhalte, die ihm auch wirtschaftliche Vorteile bringen, vor allem durch bessere Leistung, höhere Wirtschaftlichkeit sowie überlegene Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit der Systeme. Eine ganzheitliche Betrachtung der »total cost of ownership« zeige meist schnell die Überlegenheit solcher Ansätze im Vergleich zum »billigsten« Anbieter.

Gemeinsame Entwicklung

»Den größten Vorteil haben die Kunden dann, wenn sie uns so früh wie möglich schon bei der Konzeption des Hydrauliksystems mit ins Boot nehmen«, sagt Schlagenhauf. So seien beispielsweise Art und Dimensionierung der gewählten Ventile ein viel entscheidenderer Kostenfaktor als kleinere Änderungen am Layout des Steuerblocks. Wenn man es dann schaffe, beispielsweise statt eines NG6-Aufbauventils die gleiche Funktion durch zwei Einbauventile zu erzielen, lassen sich in der Serie unter Umständen erhebliche Kosten einsparen. Zudem sei es oft erforderlich, nicht nur das Layout, sondern auch die Abmessungen des Steuerblocks zu modifizieren. Unterm Strich rechne sich der Aufwand in aller Regel dennoch. Ein weiterer Vorteil für die Kunden resultiere aus der engen Zusammenarbeit von Power Hydraulik mit seinen Lieferanten für Hydraulikventile: Aufgrund der guten Zusammenarbeit und der abgenommenen Stückzahlen habe man in gewissem ­Umfang Einfluss auf Entwicklungen und könne so Kunden gegebenenfalls Ventile mit speziell ­angepassten Arbeitskennlinien und Funktionen liefern.

Schnell zum Prototypen und zur Serie


»Zusätzlich interessant wird diese Entwicklungspartnerschaft dadurch, dass wir sehr schnell funktionsfähige Prototypen herstellen können«, verrät Schlagenhauf. Das beginne schon bei den kurzen Entscheidungswegen und der flachen Hierarchie. Auf der Entwicklungsseite verfüge man bei Bedarf über eine Personalreserve, da man die Konstruktionsabteilung jederzeit durch Mitarbeiter des Vertriebs aufstocken könne, die ebenfalls die notwendige Qualifikation – auch bezüglich der Bedienung der CAD/CAM-Software – hätten. Für die Herstellung von Prototypen verfüge man parallel zur normalen, auf Serienproduktion ausgerichteten Fertigungsorganisation über eine separate Gruppe von Anlagen, die für Einzelstückfertigung ausgelegt sind. Bei kleineren Projekten könne man einen funktionsfähigen Prototypen oft innerhalb weniger Tage bis Wochen erstellen. Nach erfolgreichem Abschluss einer solchen Entwicklung könne man die Steuerung dann schnell auch in Serie herstellen, da mit der Entwicklung des Prototypen gleichzeitig auch alle CAD/CAM-Voraussetzung geschaffen werden, um die reguläre Produktion kurzfristig anlaufen zu lassen.»Unsere Serienfertigung ist so aufgestellt, dass sie sowohl äußerst effizient als auch sehr flexibel ist«, erläutert Schlagenhauf. Kernelemente der Bearbeitung sind zwei nach den Werkstoffen Gusseisen/Stahl bzw. Aluminium getrennte Fertigungslinien für die Herstellung der Steuerblöcke. Die Gussbearbeitung erfolgt auf zwei Hochleistungs-Bearbeitungszentren Typ Heller MCH 300, die über ein gekapseltes Material- und Palettenlager von Fastems vollautomatisch mit Bearbeitungsaufträgen beschickt werden.

CAM-Software wie die Werkzeugverwaltung TDM stellt sicher, dass die Magazine der Bearbeitungszentren auch mit den passenden Werkzeugen bestückt werden. Es ist zudem sichergestellt, dass große und kleine Serien mit höchster Effizienz vollautomatisch bearbeitet werden können. Anschließend werden die Hydraulikblöcke entgratet, gereinigt und kontrolliert. Darüber hinaus übernimmt Power Hydraulik auch die Bestückung und Montage sowie Zusatzleistungen wie Oberflächenbeschichtung und Lackierung bis hin zur termingerechten Lieferung funktionsgeprüfter, komplett einbaufertiger Hydraulikeinheiten direkt in die Fertigung des Kunden.

Hohe Lieferflexibilität


»Eine unserer besonderen Stärken ist unsere hohe Bereitschaft, Kunden in Zeitnot nicht im Regen stehenzulassen«, sagt Schlagenhauf. Ein entscheidender Faktor sei insbesondere die Belegschaft. Die Firma achte darauf, dass die Tätigkeit der Mitarbeiter abwechslungsreich gestaltet wird. So gilt für die Maschinenbediener an den automatisierten Anlagen ein Rotationsschema im 8-Wochen-Turnus. Somit müssen sie nicht ständig die gleiche monotone Arbeit leisten, sondern lernen alle Anlagen mit ihren Besonderheiten kennen und können auch an wechselnden Plätzen tätig werden.

Klaus Vollrath

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