Straßenbau – Tiefbau

Grabenlose Sanierung in Ansbach

Geplant und überwacht wurde das Bauvorhaben vom Ingenieurbüro i.u.t. – Ingenieure aus Ansbach. Die AWEAN überzeugten nicht nur die geringeren Kosten der Wickelrohrtechnologie. So war eine Sanierung in offener Bauweise ausgeschlossen, da es in der Vergangenheit bei Tiefbauarbeiten immer Probleme mit hochstehendem Grundwasser gegeben hatte. Eine Änderung des Grundwasserspiegels stellt eine Gefahr für die Eichenpfähle dar, auf denen viele historische Bauwerke im Schwemmland der Innenstadt ruhen. Daher kam nur eine grabenlose Sanierungslösung in Betracht. Das Wickelrohrverfahren bot auch den Vorteil, dass es nur Standard-Kontrollschächte als Zugang zum Kanal benötigte. Auch die Sonderform des Eiprofils und die Bögen innerhalb des Kanals verlangten eine besondere Lösung, die das SPR-Wickelrohrprodukt erfüllte. Zudem muss bei dem Verfahren der Kanal für die Sanierung nicht trockengelegt werden, Hausanschlüsse und Zuläufe aus Nebenstraßen blieben in Betrieb. Des Weiteren war für den Starkregenabfluss keine zusätzliche Wasserhaltung erforderlich.


Wickelrohrmaschine


Unter kontrollierter Vorflut wurde der 220 m lange Kanalabschnitt mit dem SPR-Liner ausgekleidet, indem ein Profilstreifen aus PVC im Altrohr zu einem neuen Rohr gewickelt wurde. Die hierfür im Altrohr installierte Wickelrohrmaschine wanderte mit jeder Umdrehung mit dem anwachsenden SPR-Rohr bis zum Endpunkt mit. Der Wickelrohrrahmen der Maschine wurde unter Berücksichtigung des für die Statik benötigten Ring­raums an das Eiprofil des zu sanierenden Rohres angepasst. Die ca. 12 000 m Profilstreifen wurden von oberirdisch nacheinander stationierten Trommeln über den Revisionsschacht in den Kanal eingeführt und von der Maschine mithilfe einer Nut- und Feder-Mechanik zu einem wasserdichten Liner verbunden. So konnte ohne Unterbrechung die Installationslänge saniert werden. Seine statische Eigenschaft erhielt der neue Liner durch die Ringraumverfüllung zwischen dem Wickel- und dem Altrohr. Hierfür wurden ca. 80 m³ eines Hochleistungsmörtels in den für die Statik notwendigen Ringraum eingebracht. Nach der Aushärtung übernimmt die Mörtelschale mit einer Beton-adäquaten Festigkeit die statische Lastaufnahme des Sanierungsgewerks. Der PVC-Liner dient somit als Schalung, der die Mörtelschale künftig vor dem korrosiven Angriff des Abwassers schützt.

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