Als Teil unserer »SBM-Familie«

Seit 25 Jahren publiziert der SBM-Verlag aus dem Allgäu den Fachtitel bauMAGAZIN. Was 1997 mit der Idee der Geschäftsführer Joachim Plath und Markus Holl sowie einer überschaubaren Handvoll Leuten begann, mündet 2022 in einem 35-köpfigen Team, bestehend aus Redaktion, Grafik, Buchhaltung, Geschäftsleitung, Mediaberatung, Druckerei und Vertrieb. Welche Menschen genau sich jedoch hinter all den bauMAGAZIN-Seiten und denen der anderen Magazine verbergen, die Monat für Monat in den Druck gehen, zeigen wir Ihnen auf den folgenden Seiten einmal genauer auf.

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Der morgendliche Weg zum SBM-Verlag führt über kurvenreiche Straßen, die sich durch sanft geschwungene Hügellandschaften mit saftig grünen Wiesen schlängeln. Ein letztes Mal links abgebogen, türmen sich am Horizont die massiven Bergketten der Alpen auf – ein Panorama also, das auch jeder Nicht-Allgäuer spätestens von einschlägigen Postkartenmotiven her kennt. Hier ist das bauMAGAZIN zuhause und damit ein dreistöckiges Verlagsgebäude, das sich im Allgäuer Kempten und damit in der ältesten Stadt Deutschlands befindet. Zugegeben, in Trier, Köln oder Augs­burg mag man das zuweilen anders sehen. Wer das Verlagshaus noch vor sieben Uhr betritt, wird leere Gänge und abgedunkelte Einzelbüros vorfinden – gegen halb acht hauchen die ersten Redakteure, Grafiker und Vertriebler dem Gebäude dann erstes Leben ein. Den Weg zur Arbeit beschreiten die »SBM-ler« auf vielfältige Weise: Während der eine sich auf sein vom Verlag vermitteltes »Job-Rad« schwingt, joggen andere gern auch mal bewusst über Umwege durch den Park herbei. Gleich vor der Haustür findet sich außerdem eine Bushaltestelle und auch der Hauptbahnhof ist mit nur fünf Gehminuten einen Katzensprung entfernt, was die praktische Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel möglich macht. Natürlich gibt es dann aber auch noch den einen oder anderen Motorisierungsfanatiker: Mal ist es der italienische City-Roller, mal das private Auto – immer häufiger allerdings in der vollelektrischen oder hybriden Variante: Seit einiger Zeit stellt der Verlag nun Ladestationen zur Verfügung, um die E-Mobilität zu fördern.

Dynamisch und flexibel – manchmal hektisch

Wichtiger Treffpunkt am Morgen: die Kaffeemaschine. Hier hat sich die Verlagsleitung nicht lumpen lassen und setzt auf frisch gemahlene Kaffeebohnen, deren Duft nach und nach durch die Flure strömt. Und dann wird es auch schon hektisch: Die Telefone laufen heiß, die Tastaturen klappern und eine Besprechung reiht sich an Wasserstandsmeldungen aus Redaktion, Vertrieb und Grafik, gespickt mit einem kurzen Update aus der Chefetage, um die kommende Ausgabe des Heftes zu besprechen.
 

Eine Philosophie, die durch die Covid-19-Krise zusätzlich befeuert wurde: »Büroarbeit braucht keine starren vier Wände.« Das bauMAGAZIN entsteht von verschiedenen Standorten aus, vom ersten Tag im Sommer 1997 an in intensiver Zusammenarbeit mit dem Redaktions- und Gestaltungs-Team weixler-schuerger.de in Kempten, aber auch und gerade durch die Nutzung von Home­office-Arbeitszeit, die seit einigen Jahren fester Bestandteil des Alltags geworden ist. Auf diese Weise lassen sich einzelne Abläufe weit dynamischer und flexibler gestalten – und nicht zuletzt auch Fahrtkosten und jede Menge Zeit einsparen. Hinzu kommen die Außentermine der Redakteure: Auf dem internationalen Parkett zuhause, jagen sie stets der nächsten Story hinterher und besuchen Hersteller, Händler, Bauunternehmer und Anwender. Komplettiert wird das durch regelmäßige Messeauftritte: Im Regelfall stehen jeden Monat Veranstaltungen und Events an – mal in den großen Messehallen, mal vor Ort in den Fertigungshallen, mal in einem rustikalen Steinbruch mitten im Nirgendwo. In 25 Jahren haben die bauMAGAZIN-Redakteure nahezu jeden Kontinent kennengelernt und dabei zigtausende Kilometer zurückgelegt. Die längste je getätigte Redaktionsreise führte für den ehemaligen bauMAGAZIN-Chefredakteur, Michael Wulf, 10 000 km weit nach Guaratinguetá ins Liebherr-Werk nach Brasilien.

Die Anfänge dreier Fachpublikationen

Der SBM-Verlag lebt diesen Arbeitsalltag seit nunmehr 25 Jahren: Begonnen hat alles 1997 in einer Kleiderkammer einer ehemaligen Militärkaserne nahe der barocken Kemptener Residenz mit geringem Budget und nur einem Computer und einem Telefon. Als Vertriebler für Baumaschinen kam den beiden Gründern, Markus Holl und Joachim Plath, die Idee, eine Plattform zu schaffen, die es anderen ermöglicht, Ideen, aber auch Wissen aus der Bauindustrie in die Branche zu tragen. Zwischen Faxgerät und Modem-Verbindung fiel es schwer, sich über die neuesten Baumaschinen und Baustoffe zu infor­mieren. Und so sehr der spätere Erfolg der Publikationen bauMAGAZIN, baustoffPARTNER und bau­SICHERHEIT auch für ihren richtigen Riecher sprechen mag – aus heutiger Sicht, so die beiden, wäre das alles ohne ihr Team undenkbar gewesen. »Ein Fach­magazin auf höchstem Niveau zu publizieren, setzt das Drehen an vielen Stellschrauben voraus – ohne das fundierte Know-how und die immense Treibkraft unserer Mitarbeiter wäre die Umsetzung einer solchen Idee im Sande verlaufen«, so Markus Holl.
 

Next Generation: Das digitale Zeitalter

Ein wichtiger Schritt, um diesen Erfolg zukunftssicher zu machen, war es, die print-basierten Fachmagazine auf das nächste Level zu heben. Das bauMAGAZIN sollte in das digitale Zeitalter eintauchen. Mit aufkeimendem E-Mail-Verkehr oder dem Erstellen einer blassen Homepage hatte das allerdings wenig zu tun. Das als Digitalisierungsschnecke geltende Deutschland hatte der Verlagsbranche keinen Gefallen getan: Trotz viel gerühmter Online-Affinität wirkten die Online-Auftritte zahlreicher Fachpublikationen wie die Reinkarnation längst verworfener MS-DOS-Anwendungen. Häufig war es mehr Schein als Sein. Das bauMAGAZIN entschied sich daher für den professionellen Weg: Als Branchenexperte ging Andreas Kanat, Geschäftsführer bei Kanat Media, eine Partnerschaft mit dem Verlag ein. Durch die Gründung von SBM-Online entstanden innerhalb kürzester Zeit umfassende Online-Portale zu den jeweiligen Printpublikationen. Damit einher ging das Eintauchen in die Welt von Social-Media, die Nutzung von Newslettern sowie das Bespielen aller relevanten Onlineplattformen und -aktivitäten, um das bauMAGAZIN, den baustoffPARTNER sowie die bau­SICHERHEIT nicht nur im Print- sondern auch Online-Bereich für die künftigen Markt- und Leseranforderungen zu wappnen.

Die vier Schnittstellen

Zu einer Heftproduktion gehört insbesondere die Verflechtung verschiedener Bereiche: Neben Redaktion, Online-Abteilung, Anzeigenverkauf und Layout müssen Buchhaltung, Lektorat, Druckerei, Versand und Geschäftsleitung miteinander funktionieren. Viele Zahnräder also, die für den SBM-Verlag tagtäglich ineinander greifen. »Eine Philosophie, der wir bis heute treu bleiben, sind allerdings flache Hierarchien und eine durchdachte Kompetenzverteilung«, ergänzt Tobias Haslach. Ziel, so der Verlagsleiter weiter, sei eine gemeinschaftliche Arbeit für ein gemeinschaftliches Ergebnis. Darüber hinaus zehrt der Verlag bis heute von der Expertise seiner Mitarbeiter.
 

In 25 Jahren musste der Verlag vielen neuen Anforderungen gerecht werden und das Layout kontinuierlich anpassen, neue redaktionelle Inhalte liefern, das Anzeigengeschäft verbessern oder auf Wünsche der Leserschaft eingehen, was ohne den kreativen Input der einzelnen Abteilungen laut Geschäftsführung nie möglich gewesen wäre. »Stillstand«, so Joachim Plath, »ist bekanntlich der Tod, weshalb wir nicht auf der Stelle stehen bleiben, sondern mutig voran gehen und unsere Publikationen sowie uns selbst immer wieder neu erfinden müssen.«

Teil der SBM-Familie

Ein Grundsatz im Verlagsleben ist außerdem, den Zusammenhalt des Teams mit gemeinsamen Aktivitäten zu unterstreichen. Regelmäßig veranstaltet der Verlag kleinere Events – mal sportlich, mal witzig, mal adrenalingeladen, mal schrill. Hinzu kommen mehrtägige Ausflüge mit dem Ziel, das Stress-Level herunter zu fahren, durchzuatmen und sich als Team auf kommende Aufgaben vorzubereiten. »Mindestens genauso wichtig ist der tägliche Umgang miteinander: Wir erleben einen großen Zusammenhalt, sprechen und lachen viel miteinander – und können insbesondere auf Augenhöhe diskutieren, um gemeinsam Lösungen zu finden«, ergänzt Tobias Haslach. Letztlich, und dies zeigt sich in jedem anderen Unternehmen auf identische Weise, muss es einem Team gelingen, sich auch als solches wahrzunehmen. »Und das«, so Joachim Plath, »lässt sich nur dann realisieren, wenn alle an einem Strang ziehen und jeder einzelne Mitarbeiter Respekt, Vertrauen, aber auch Anerkennung erhält für das, was wir hier als SBM-Familie tagtäglich auf hohem Niveau leisten.«
 

Der Verlag als Ausbildungschance

Ein weiterer wichtiger Schritt in der Firmenhistorie war es, auf die Ausbildung künftiger Mitarbeiter zu setzen. Zum einen, weil Fachkräfte zunehmend Mangelware werden, zum anderen, weil »Eigengewächse« die DNA des Verlages direkt verinnerlichen. Aktuell bildet der SBM-Verlag seinen Nachwuchs in der Redaktion, in der Grafik sowie im Vertrieb aus. Während die SBM-Azubis von Beginn an in die täglichen Abläufe der Produktion und Vermarktung etabliert sind, festigt das Unternehmen seine Zukunftsfähigkeit. Ziel ist es einerseits, das klassische Bild zu vermitteln: Redaktion und Grafik basieren aus gutem Grund auf traditionsreichen Werten. Als moderner Fachverlag ist es allerdings auch Aufgabe des Unternehmens, modern zu bleiben und sich deshalb ständig neu zu erfinden. Junge Menschen, die bei SBM in die Verlagswelt eintauchen, sorgen für frischen Wind, neue Lösungswege und kreative Denkanstöße.    

Dan Windhorst  d