Lastspitzen und Effizienz
Beim Anlaufen energieintensiver Geräte wie Kränen, Betonpumpen oder großen Bohrmaschinen entstehen kurzfristig hohe Lastspitzen. Batteriespeicher fangen diese Spitzenlasten ab und entlasten so die Stromversorgung vor Ort.
BESS bieten auch Vorteile in hybriden Stromversorgungslösungen. So werden Generatoren häufig auf die maximale Leistung ausgelegt. Liegt die Grundlast darunter, führt das zu ineffizientem Betrieb mit erhöhtem Kraftstoffverbrauch und Emissionen. BESS können Lastspitzen abfangen, sodass Generatoren näher an der Grundlast betrieben werden können. Dadurch wird die Effizienz des Generators verbessert und der Verbrauch gesenkt.
Der Betrieb von Generatoren bei niedriger Last über längere Zeiträume kann zudem mit der Zeit zu Schäden an den Anlagen führen. Dies ist besonders kritisch beim Betrieb von Stage-V-Generatoren, die konstant bei Lasten über 30 Prozent laufen müssen. BESS hilft dabei, überschüssige Energie in Zeiten geringer Nachfrage zu absorbieren und stellt so sicher, dass die Generatoren an ihrem idealen Wirkungsgradpunkt laufen.
Absicherung im Ernstfall
Bei Netz- oder Generatorausfällen stellen Batteriespeicher kurzfristig die Versorgung relevanter Verbraucher sicher. Sie fungieren als Puffer zwischen Netz und Notstromaggregat und überbrücken die Zeit bis zum Hochfahren des Generators. Obwohl sie kein Ersatz für eine unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) sind, können sie als wichtige „Überbrückung“ zwischen dem Netz und anderen Notstromsystemen dienen. Zu den Anwendungsbereichen zählen Aufzüge, Sicherheitssysteme sowie Baustelleneinrichtungen wie Aufenthalts- und Sanitärcontainer.
Generatorlaufzeiten gezielt steuern
Die Stromplanung und die Minimierung der Generatorlaufzeit sind weitere Bereiche, in denen BESS vorteilhaft sind. Batteriespeicher können Lastschwankungen ausgleichen und wichtige Geräte versorgen, ohne dass ein Generator dauerhaft laufen muss. Dieser wird nur bei niedrigem Ladezustand zugeschaltet. Dies reduziert den Kraftstoffverbrauch und Emissionen. Zudem lässt sich der Betrieb von BESS zeitlich steuern. So können Lärm- und Emissionsvorgaben besonders auf innerstädtischen Baustellen besser eingehalten werden.
Netzengpässe überbrücken
Zu Beginn eines Bauprojekts steht oft noch keine ausreichende Netzanbindung zur Verfügung. Verzögerungen beim Netzanschluss sind keine Seltenheit, teils muss über längere Zeit mit begrenzter Leistung gearbeitet werden. Batteriespeicher unterstützen in solchen Situationen, indem sie fehlende Kapazität ausgleichen. Sie speichern Energie bei geringer Auslastung und stellen sie bei Bedarf wieder bereit. So lassen sich Lastspitzen abfedern und Engpässe im Netz überbrücken. Zudem können sie Energie aus erneuerbaren Quellen wie Photovoltaik oder Wind zwischenspeichern und bei Bedarf verfügbar machen.
Emissionen reduzieren
Eine dezentrale Energieversorgung trägt dazu bei, Baustellen effizienter und emissionsärmer zu betreiben. Batteriespeicher sind dabei ein wichtiger Baustein, insbesondere in Kombination mit anderen Energiequellen. In Mikronetzen übernehmen BESS Aufgaben im Lastmanagement und stabilisieren die Energieversorgung. Sie erhöhen dadurch die Effizienz und Betriebssicherheit. Auch im Zusammenspiel mit modernen Generatoren, etwa Stage-V-Anlagen mit HVO-Betrieb, lassen sich Kraftstoffverbrauch und Emissionen weiter reduzieren. Batteriespeichersysteme entwickeln sich damit zu einer zentralen Komponente für eine wirtschaftliche und zugleich emissionsärmere Energieversorgung auf Baustellen.