Wir müssen uns über Politik unterhalten – über deutsche Politik. Zugegeben, dieses Thema bereitet sicherlich nicht nur mir Kopfschmerzen. Aber da müssen wir jetzt gemeinsam durch. Im Kern gilt es zu klären, wieso deutsche Politik eigentlich so zähfließend wirkt und wer zur Hölle das Ganze eigentlich derart gegen die Wand gefahren hat. Denn: Irgendwo zwischen Norbert Blüms »Die Rente ist sicher«-Versprech(er) und dem »Wir schaffen das« unter Angela Merkel ist die deutsche Politik immer wieder mal falsch abgebogen. Und die Schröders, Scholze und Merze dieser Welt haben das alles offensichtlich nicht besser hinbekommen. Zumindest sagen mir das die Wahlergebnisse: Anders als früher, wo man zähneknirschend das geringere Übel gewählt hat und sich inmitten von CDU und SPD, zwischen Pest und Cholera entscheiden konnte, betrat mit der AfD zum ersten Mal eine Protest-Partei die Bühne, die künftig sogar Mehrheiten gewinnen kann. Man konnte »denen da oben« plötzlich zeigen, dass man das ewige Herumeiern leid ist. Der Aufstieg der AfD ist aber gar nicht das Problem. Vielmehr gilt es zu klären, warum die Bevölkerung der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt der Meinung ist, wirtschaftlich wie gesellschaftlich am Abgrund zu stehen, und deshalb händeringend nach einer politischen Alternative greift, die sich klar im rechten Spektrum positioniert.