Zentralverband Deutsches Baugewerbe Baugenehmigungen weiter im Plus: Der Handlungsdruck bleibt hoch

Ein Blick auf die Zahlen für die erteilten Baugenehmigungen zeigt, dass wir auch weiterhin einen Aufwärtstrend erleben – gleichwohl muss festgestellt werden, dass dies nicht mit einer grundlegenden Trendwende einhergeht. Die Richtung sei aus Sicht des Zentralverbandes Deutsches Baugewerbe (ZDB) zwar die richtige, der Branche stehe jedoch noch immer ein weiter Weg bevor. Denn was bleibt, ist die Tatsache, dass wir in Deutschland nach wie vor dringend Wohnraum benötigen, die Baubranche selbst aber noch immer mit hohen Material- und Transportkosten sowie weiterer Zurückhaltung seitens der Investoren zu kämpfen hat.

Pressemitteilung | Lesedauer: min | Bildquelle: ZDB

Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer Zentralverband Deutsches Baugewerbe, kommentierte die veröffentlichten Zahlen wie folgt: »Der Wohnungsbau zeigt erste Anzeichen einer leichten Erholung. Von einer Trendwende sind wir aber noch weit entfernt. Im Juni wurden 21 600 Wohnungen genehmigt, 13,8 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Im ersten Halbjahr 2026 summiert sich die Zahl damit auf 126 300 genehmigte Wohnungen – ein Plus von 15,6 Prozent. Das ist ein Hoffnungsschimmer, aber noch kein Durchbruch. Denn während die Genehmigungszahlen steigen, werden gleichzeitig wieder mehr Projekte storniert. Laut aktueller ifo-Umfrage berichten inzwischen 13,1 Prozent der Unternehmen von stornierten Vorhaben – nach 11,4 Prozent im Vormonat. Kurz gesagt: Eine Baugenehmigung ist noch keine gebaute Wohnung. Sie ist erst der Startschuss. 


Wenn die Finanzierung danach nicht mehr aufgeht, wird der Auftrag storniert. Dass es auf dem Papier aufwärtsgeht, ist durchaus positiv, aber es werden in Summe immer noch zu wenig Wohnungen gebaut. Der Wohnungsmangel bleibt trotz kleiner Hoffnungsschimmer eine der drängendsten Herausforderungen unserer Zeit. Der Handlungsdruck bleibt hoch. Was für Häuslebauer und Investoren zählt, damit am Ende tatsächlich gebaut wird, ist Verlässlichkeit. Wir brauchen schnellstens den Gebäudetyp E, damit wir die Baukosten in den Griff bekommen. Die KfW-Förderprogramme müssen sofort ordentlich und verlässlich ausgestattet werden, denn jetzt ist der letzte Zeitpunkt, dem Wohnungsbau den für diese Legislaturperiode notwendigen Schwung zu geben. Nur mit verlässlichen Rahmenbedingungen für private Bauherren, Investoren und für die Bauwirtschaft kommt der Wohnungsbau wieder richtig in Fahrt.« So wie Felix Pakleppa klarstellt, befindet sich die Baubranche offenbar noch immer auf der Suche nach Lösungswegen. Fakt ist, dass Wohnraum noch immer Mangelware in Deutschland darstellt und die Baubranche selbst auch und gerade jetzt Unterstützung durch die Politik benötigt, um auf Kurs zu bleiben. Wie Pakleppa zutreffend sagt: »Der Handlungsdruck bleibt hoch«, weshalb gerade Verlässlichkeit ein zentrales Gut in diesen Zeiten ist.

[6]
Socials