Bau- und Nutzfahrzeuge

Testfahrten im Tagebau

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Im vergangenen Jahr habe Mercedes-Benz Trucks den eigenen Vorsprung im europäischen Markt mit einem Anteil von 23 % bei den schweren Lkw gefestigt, sagte Bastert. Im Segment der Sattelzugmaschinen habe sich das Unternehmen mit 19,4 % ebenfalls an die Spitze setzen können. Im ersten Quartal 2013 wurde bereits fast jeder zweite Actros und Antos mit Euro-VI-Technologie geordert. »In Deutschland waren es sogar drei von vier. Unsere Actros- und Antos-Kunden bestätigen uns, dass die Fahrzeuge einfach gut sind. Sowohl was ihre Performance im Praxiseinsatz angeht als auch in Bezug auf den sensationell niedrigen Kraftstoffverbrauch. Das klare Vertrauensvotum unserer Kunden – auch in vielen Gesprächen auf der Bauma in München – macht uns sehr zuversichtlich für den Arocs. Schließlich waren wir im Bausegment schon immer besonders erfolgreich.« Und mit dem Arocs werde man den Bedürfnissen der Kunden noch besser gerecht, so Bastert.

Klare Segmente


In großer Breite fächert sich das Fahrzeugangebot des Arocs nach den Kundenbedürfnissen in seinem weit differenzierten Einsatzsektor auf. Die neuen Kipper, Allradkipper, Betonmischer, Sattelzugmaschinen und Pritschenfahrgestelle gibt es als zwei-, drei- und vierachsige Fahrzeuge in 16 Leistungsstufen von 175 kW (238 PS) bis 460 kW (625 PS). Alle Motoren wurden von Beginn an für Euro VI entwickelt. »Insgesamt kommen wir auf 15 Sattelzugmaschinen, 18 Pritschenwagen, 17 Kipper und 10 Betonmischer«, erläutert Bastert. Es gebe den Arocs mit den Achsformeln 4x2, 6x2, 6x4, 8x4 und 8x6 und mit Allradantrieb als 4x4, 6x6 und 8x8. Angeboten werde die Neuheit mit permanentem Allradantrieb, mit zuschaltbarem Allradantrieb und ab Mitte 2014 mit dem neuen hydraulischen Allradantrieb. Vier Motoren von 7,7 l bis 15,6 l Hubraum decken in 16 Leistungsstufen alle Anforderungen ab. Genau 14 Fahrerhausvarianten, eine Vielzahl von Radständen, Rahmen und Tankkonfigurationen, Stahl- und Luftfedern, Hypoidachsen für den Straßenverkehr, robuste Außenplanetenachsen mit hoher Bodenfreiheit für den Offroad-Einsatz sind verfügbar. »Diese Vielfalt ist natürlich kein Selbstzweck. Es geht um maximalen Nutzen für unsere Kunden. Und der ist auch der Hintergrund für die einsatzspezifischen Varianten des Arocs«, so Bastert.


Der Arocs Loader ist eine nutzlastoptimierte 4x2-Sattelzugmaschine, die zu den leichtesten im Bauverkehr zählen. Und 8x4/4-Betonmischer mit 32 t zulässigem Gesamtgewicht, die dank einem besonders niedrigen Eigengewicht von höchstens 9 250 kg bei jeder Fahrt 8 m³ Fertigbeton liefern können. Das ist ein halber Kubikmeter mehr, als die meisten anderen Fahrzeuge transportieren können, »unseren Kunden bringt das bares Geld«, so Bastert.


Der Arocs Grounder ist für extreme Einsätze unter harten Bedingungen wie im Steinbruch oder auf der Baustelle ausgelegt. Durch eine Vielzahl an technischen Maßnahmen, wie zum Beispiel eine Längsträgerrahmenstärke von 9 mm, soll er äußerst robust sein und über eine besonders hohe Stabilität und Belastbarkeit verfügen.

Breites Fahrzeugspektrum ab 18 t


Sowohl der Loader als auch der Grounder zählen zu einem breiten Fahrzeugspektrum der Arocs-Familie, die sich über ein zulässiges Gesamtgewicht von 18 t beim Zweiachser bis 41 t bei den Offroad-Vierachsern aus der Grounder-Reihe erstreckt. Generell ist die Arocs-Baufahrzeugfamilie für alle Einsatzfälle spezialisiert. So sind zum Beispiel auch die sogenannten »Straßenroller«, also zweiachsige Sattelzugmaschinen mit angetriebener Hinterachse (4x2), keine Actros-Varianten, sondern eigenständige Fahrzeugtypen. Rahmen, Rahmenhöhe und Überhänge unterscheiden sich gezielt von den Fernverkehrsfahrzeugen. Damit sind Anpassungs-Umbauten an den Einsatz als Baustoff-Transporter nicht mehr erforderlich. So kann die zweiachsige Arocs-Sattelzugmaschine als 4x2-Standardfahrzeug mit Stahl- oder Luftfederung, als nutzlastoptimierter 4x2 Arocs Loader, als 20-t-4x4-Allradfahrzeug oder als 4x4 Arocs Grounder geordert werden. Andere Spezialisten innerhalb der Arocs-Familie sind Varianten, die es bisher nur als nachträglichen Sonderumbau gab. So laufen jetzt Vierachser mit einer Vorder- und drei Hinterachsen in der ganz normalen Serienfertigung im Lastwagenwerk Wörth vom Band.

Euro-VI-Motoren für den Bau


Der neue Mercedes-Benz Arocs ist mit einem breiten Angebot an BlueEfficiency-Power-Dieselmotoren erhältlich. Von Beginn an schickt Mercedes-Benz die Arocs Euro-VI-Maschinen in den Einsatzalltag. Die BlueTec-6-Motoren sind als Reihensechszylinder mit Abgasturboaufladung und Ladeluftkühlung für hohes Drehmoment bei wenig mehr als Leerlaufdrehzahl ausgelegt. In vier Hubraumgrößen von 7,7 über 10,7 und 12,8 bis 15,6 l werden maximale Drehmomentwerte von 1000 bis 3000 Nm erreicht. Mit dem Arocs kommt nun auch der hubraumstärkste Vertreter aus Daimlers neuer Heavy-Duty-Triebwerksbaureihe. Mit 15,6 l Hubraum mit bis zu 460 kW (625 PS) Leistung und maximal 3000 Nm Drehmoment soll der neue Mercedes-Benz-Dieselmotor OM 473 kraftvolle Akzente setzten.

Starke Primär-Retarder: Bremsmaschinen für das Gefälle


Alle Motoren sind mit der leistungsfähigen, aufgeladenen Dekompressions-Motorbremse lieferbar. Der Fahrer aktiviert sie in drei Stufen über den rechten Lenksäulenschalter. Aufgrund des erheblich größeren Hubraums von 15,6 l übertrumpft die Motorbremse des OM 473 das bekannte Pendant im O 471: Sie leistet bis zu 460 kW (625 PS). Höchste Effizienz soll bei der neuen Motorengeneration BlueEfficiency Power als selbstverständlich gelten: Alle Motoren sollen einen temperamentvollen Antritt und hohe Laufruhe mit geringem Verbrauch an Kraftstoff, Adblue und Motoröl sowie mit vorbildlicher Umweltschonung und langen Wartungsintervallen kombinieren.

Vollautomatisierte Getriebe in Serie


Die Kraftübertragung in allen Varianten des Arocs-Produktprogramms erfolgt in Serie über vollautomatisierte und schnell schaltende PowerShift 3-Getriebe von Mercedes mit 8, 12 oder optional mit 16 Gängen. Auf Wunsch und gegen Mehrpreis sind herkömmliche Handschaltgetriebe mit 9 oder 16 Gängen verfügbar. Die weiterentwickelte Schaltautomatik PowerShift 3 soll sich unter anderem durch die im Vergleich zum Vorgänger-Getriebe Mercedes PowerShift 2 um bis zu 20 % und im Vergleich zur Telligent-Schaltautomatik um bis zu 50 % verkürzte Schaltzeiten auszeichnen. » PowerShift 3 schaltet schnell und präzise – ohne jede Ermüdungserscheinungen. Damit bleibt der Fahrer fit für seine übrigen Aufgaben«, betont auch Ulrich Bastert.


Die Bedingungen in Wuppertal waren perfekt, den Neuen ordentlich auf den Zahn zu fühlen. »Zum Beispiel beim Anfahren an steilen Anstiegen. Serienmäßige Funktionen wie die Rückrollsperre werden da schnell zu Ihren besten Freunden«, ist Bastert überzeugt. Auch wenn man in einer Steigung förmlich nur noch den Himmel über Wuppertal sehe, könne man gelassen bleiben: »Serienmäßige Differenzialsperren sichern die Traktion; das hohe Drehmoment, das die neuen Motoren auch bei niedrigsten Drehzahlen liefern, gewährleistet den Vortrieb«, betont der Leiter Vertrieb und Marketing Mercedes-Benz Lkw.

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