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Nächste Stufe der Motorenstrategie setzt auf Kohler

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Seit der erste JCB-Motor im November 2004 von der Montagestraße im britischen JCB-Werk rollte, hat sich das Unternehmen von einem Neuling im Motorengeschäft zu einem global aufgestellten Hersteller entwickelt. Mittlerweile wurde die Produktion auf das indische JCB-Werk in Ballabgarh erweitert, sodass bis heute mehr als 250 000 Motoren weltweit produziert werden konnten. In diesem Jahr begann JCB mit der Produktion des Ecomax – einen Motor, der die EU- und US-Abgasnormen Stufe IIIB bzw. Tier 4 Interim erfüllt, ohne auf einen Diesel-Partikelfilter oder externe Abgasnachbehandlung angewiesen zu sein.

Nun gab JCB bekannt, dass künftig in vielen der kompakten Maschinen des Unternehmens kraftstoff­effiziente Motoren der Stufe IIIB/Tier 4 Final von der Kohler Global Power Group zum Einsatz kommen werden. Die wassergekühlten Kohler-Motoren mit Direkteinspritzung (Kohler Direct Injection KDI) – die unter der Markenbezeichnung JCB Diesel by Kohler laufen sollen – erfüllen bereits jetzt die kommende Stufe der Abgasnormen, ohne einen Diesel-Partikelfilter zu benötigen.

Synergieeffekte

Der erste mit dem neuen Motor ausgestattete JCB-Allrad-Teletruk 35D wurde bereits auf der Abfallwirtschaftsmesse RWM in Birmingham vorgestellt. Alan Tolley, Leiter der Motorentwicklung bei JCB: »Die Entscheidung für eine Partnerschaft mit Kohler zur Entwicklung von Motoren für die JCB-Kompaktmaschinen basiert auf den erwarteten Synergieeffekten der von JCB und Kohler verwendeten Technologien, mit denen wir die strengen Abgasvorschriften gemäß Tier 4 Final einhalten. Der Erfolg von Kohler, Tier 4 Final ohne einen sperrigen Partikelfilter zu erreichen, entspricht voll und ganz unserer eigenen Motorenstrategie. Damit erhalten unsere Konstrukteure maximale Flexibilität, wenn es darum geht, Anforderungen zum Maschinendesign und Motorpackaging zu erfüllen. Zudem bieten diese hochgradig effizienten Motoren unseren Kunden verbesserte Leistungswerte bei gesenktem Kraftstoffverbrauch.«


Die ausschließlich in Europa gefertigten Motoren sollen schrittweise in die JCB-Maschinen eingeführt werden. Hierzu zählen Midibagger, der Teletruk TLT35D, die kompakten Radladermodelle 406 und 409, die Kompaktlader 190 und 205 sowie deren Raupen-Ausführungen 190T und 205T, die kleineren Kompaktlader 135, 155 und 175 sowie die knickgelenkten Radladermodelle TM180 und TM220.

Hohe Drehmomentabgabe

Der KDI-Motor verwendet eine Common-Rail-Kraftstoffeinspritzung mit 2 000 bar Arbeitsdruck, eine gekühlte Abgasrückführung (EGR), vier Ventile pro Zylinder und einen in die Abgasanlage integrierten Diesel-Oxidationskatalysator (DOC). Der Kraftstoffverbrauch ist bis zu 15 % günstiger als bei einem ähnlich leistungsstarken Motor mit geringerem Einspritzdruck und Partikelfilter.

Die beiden verfügbaren 1,9-l-Dreizylindermodelle, der KDI 1903M und der KDI 1903TCR, liefern 31 kW (41 PS) mit 133 Nm Drehmoment bzw. 42 kW (56 PS) mit 225 Nm Drehmoment. Die Vierzylindermodelle mit 2,5 l Hubraum, KDI 2504M und KDI 2504TCR, erreichen 36,4 kW (48,8 PS) mit 170 Nm bzw. 55,4 kW (74 S) mit 300 Nm. Darüber hinaus erfüllen die Motoren alle JCB-Standards, wie die 500-Stunden-Wartungsinvervalle an allen Modellen. Die hohe Drehmomentabgabe bei niedriger Drehzahl soll die Leistungsfähigkeit der Maschine und das Ansprechverhalten des Motors verbessern, sodass die Besitzer der JCB-Maschinen von einer erhöhten Produktivität profitieren können.

Neuer Maßstab

»Innovation zieht sich wie ein roter Faden durch das Konzept dieser ganz neuen Motorenfamilie von Kohler«, erklärt Giuseppe Bava, CEO des Dieselmotoren-Geschäftsbereichs von Kohler. »Sie zeichnen sich durch eine hochmoderne Technologie für eine saubere Verbrennung und begrenzte Emissionen aus, die ohne Systeme zur Abgasnachbehandlung auskommt. Die KDI-Motorenbaureihe wurde auf Kompaktheit konzipiert, liefert aber mit einer Leistungsdichte von 23 kW/l und einer Drehmomentdichte von bis zu 120 Nm/l dennoch erstklassige Werte. Damit wird sie zum neuen Maßstab, selbst für Motoren mit mehr Hubraum.«

»Harmoniert auf perfekte Weise«

Tom Cromwell, Präsident von Kohler Engines, fügt hinzu: ­»Kohler ist natürlich stolz darauf, mit seinen KDI-Motoren als JCB-Motorenlieferant für eine derart große Vielzahl von Baumaschinen ausgewählt worden zu sein. Als Ergebnis der enormen Investitionen, die Kohler im Bereich der Innovationen und Technologien für Dieselmotoren getätigt hat, versetzen diese Motoren die Maschinenkonstrukteure in die Lage, die strengen Abgasnormen gemäß EU-Stufe IIIB und EPA Tier 4 Final zu erfüllen, ohne auf einen Diesel-Partikelfilter zurückgreifen zu müssen. Darüber hinaus kommen die Käufer der JCB-Maschinen in den Genuss deutlicher Kraftstoffeinsparungen. All dies harmoniert auf perfekte Weise mit der übergeordneten Motorenstrategie von JCB.«

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Kohler Engines (Lombardini Motoren GmbH)

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