Verkehrswegebau / Tiefbau

Maßgeschneiderte Verbaulösungen für die Stadtwerke Trier

Auf 650 m wurden in Kernscheid Kanäle (DN 400 bis DN 1 600) in bis zu 7,4 m Tiefe verlegt. Zusätzlich wurden ein Regenüberlaufbauwerk, ein Absturzbauwerk und ein Vereinigungsbauwerk als Ortbetonbauwerke mit einer Baugrubentiefe bis ca. 8,2 m hergestellt. Aufgrund der Baugrubentiefen und eines bergseitigen Einschnitts zur Verlegung der ­Kanäle mit resultierenden unterschiedlichen Geländehöhen auf den Verbauseiten war seitens des Auftraggebers für den Teilbereich der Bauwerke und des Staukanals DN 1 600 eine Baugrubensicherung per Trägerbohlwand vorgesehen.

Alternativvorschlag


Angeboten wurde von der ausführenden Bauunternehmung L. Elenz ein kostengünstigerer, mit Bau Service Ossig aus Geilenkirchen erarbeiteter Alternativvorschlag. Hierbei sollten die Baugruben mit einem SBH-Doppelgleitschienenverbau Typ Rollenschlitten in der verstärkten Ausführung als Mega-Rollenschlittenverbau realisiert werden. Bei der Planung des Verbaus waren die unterschiedlichen Bauwerksabmessungen und Baugrubentiefen abzudecken. Zudem stellte sich eine logistische Herausforderung, um den Verbau derart zu kombinieren, dass die zu Beginn der Baumaßnahme angelieferten Verbaumaterialien möglichst bei allen weiteren Baugruben erneut verwendet werden konnten.

Weit im Vorfeld suchte der verantwortliche Elenz-Bauleiter das Gespräch mit Eckhard Ossig, Geschäftsführer von Bau Service Ossig, der hier als autorisierter Vertragspartner der Firma SBH Tiefbautechnik mit Verbaukenntnissen planerisch unterstützte. Full-Service-Anbieter Ossig übernimmt bundesweit auch die ­termingerechte Abwicklung der gesamten Transportlogistik sowie die Einweisung vor Ort. Dies gilt bei komplexen Aufgabenstellungen ebenso wie für einfachere Verbauanforderungen.

»Regenüberlaufbauwerk« und »Absturzbauwerk«

Speziell die Bauwerke »Regenüberlaufbauwerk« und »Absturzbauwerk« stellten verbautechnische Herausforderungen:

- Einerseits das Regenüberlaufbauwerk mit seinen Bauwerksdimensionen von ca. 12,5 m x 7,2 m und dem Wunsch des Bauunternehmens L. Elenz, die Zahl der bauwerksquerenden Rollenschlitten (Aussteifungen) zum einfacheren Erstellen des Ortbauwerkes zu minimieren.

- Zudem die Option, die Rollenschlitten (Aussteifungen) im Bedarfsfall komplett ausbauen zu können. Realisiert wurden diese Vorgaben durch lang dimensionierte SBH-Gleitschienenträger sowie durch Vorhaltung der SBH-Systemrückverankerungen zur Erstellung strebenfreier Baugruben.

-Andererseits das Absturzbauwerk mit einer Baugrubentiefe von ca. 8,2 m und einem sehr nah angrenzenden Baumbestand, der die Wahl der Schienenlänge stark einschränkte.

»Schacht im Schacht«

Der von Bau Service Ossig vorgestellte Lösungsvorschlag, eine Verbauvariante als »Schacht im Schacht« zu wählen, führte zum gewünschten Ergebnis unter Berücksichtigung dieser erschwerten Randbedingungen. So wurde der Außenschacht mit SBH-Eckdoppelgleitschienen in 4,5 m Länge, kombiniert mit 7 m langen Verbauplatten, realisiert; der Innenschacht mit baugleichen Eckdoppelgleitschienen, jedoch mit entsprechend kürzeren Verbauplatten, sodass ein Eckmaß von ca. 5,2 m x 5,6 m zustande kam.

Durch die Kombination zweier autarker Verbaubauwerke konnte sowohl die Baugrubentiefe von größer als 8 m ermöglicht werden, als auch durch die entstandene Berme zwischen Innen- und Außenschacht ein sicherer Zugang zur Baugrube für die Arbeiter vor Ort gewährleistet werden. Die zusätzliche Aufgabe, ein in die Baugrube hereinragendes Kanalrohr DN 1 600 mit in den Verbau einzubinden, wurde durch eine kopfseitig eingestellte Dielenkammerplatte inklusive Kanaldielen KD 6-8 gelöst. Die Auswahl des »Schacht im Schacht«-Verfahrens zahlte sich auch beim Rückbau des Verbaus aus, indem zwei voneinander unabhängige Systeme separat rückgebaut werden konnten. Der Tiefenlage angepasst, hätten bei dieser Baumaßnahme üb­licherweise nur erheblich größer dimensionierte, einteilige Systeme Anwendung gefunden. Schwierigkeiten beim Ausbau der großformatigen Verbauteile aus großer Tiefe wären dabei unter Umständen zu erwarten gewesen. Im Gegensatz dazu reichten bei der Lösung der zwei autarken Systeme hier beim Ausbau lediglich die ohnehin auf der Baustelle befindlichen Maschinen mittlerer Größendimensionen aus.

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