Straßenbau / Tiefbau

Asphaltverdichtung mit »TanGo«-Schwung

Die Bauunternehmung Kirchner ist seit 2008 Teil der Strabag-Gruppe und vor allem im Verkehrswege-, Bahn-, Erd- sowie im Tiefbau tätig. Das Unternehmen wurde bereits mehrfach für Entwicklungen und in der Forschung für Auszeichnungen der Bauma nominiert, so beispielsweise gemeinsam mit Partnern für das Verbundforschungsprojekt »Prozesssicherer Automatisierter Straßenbau« (PAST), aber auch für besondere Einbauverfahren wie »Kompaktasphalt«. Zur letzten Bauma stellte Bomag eine in vielen Details optimierte Version der Oszillation vor. Diese Verdichtungstechnik wurde den Kirchner-Bauexperten zur Verfügung gestellt. Der verantwortliche technische Leiter der Gruppe Sonderbeläge, Thomas Kötter, plante den Einsatz der Walze im letzten November auf einem Teilabschnitt der Umgehungsstraße bei Kastellaun. Im Alltagsbetrieb galt es nun, alle funktionalen Aspekte genauestens unter die Lupe zu nehmen.


Schnelle Maschineneinweisung


Die Einweisung und Übergabe der Serie-5-Walze mit Bomag-Oszillation dauerte nur wenige Minuten, die neuen Funktionen an der BW 161 ADO-5 sind leicht verständlich. Wie bei allen Bomag-Walzen folgen die Bedienelemente und Anzeigen einer Philosophie mit selbsterklärenden Piktogrammen oder Symbolen und unterstützen so rationelles, sicheres Arbeiten auf der Baustelle.


Auf der Baustelle wurden zunächst etwa 500 t Tragschicht (ACT 32) mit einer Stärke von 14 cm eingebaut. An normalen Tagen ist dies kein Problem; weil sich der Asphalt an Novembertagen bei kalter Witterung und Wind aber besonders schnell abkühlt und verhärtet, muss der Einbau und das Verdichten in den Herbst- und Wintermonaten schneller durchgeführt werden. Auf der B 327 waren darüber hinaus Anschlüsse zu fahren, die präzises Lenken und gute Übersicht erfordern.


Die Bearbeitung der 14 cm starken Tragschicht war für die BW 161 ADO-5 mit 10 t Betriebsgewicht und 1,68 m Walzbreite kein Problem. Routiniert bewegten die Fahrer die neue Serie 5 in Richtung Fertiger und zurück – zunächst statisch und dann einige Übergänge dynamisch. Danach folgte das Thema »Anschlüsse mit Bearbeitung einer Längsnaht«. Normalerweise wird dabei erst statisch angedrückt und später vibriert. Anders bei dieser Walze: Mit der tangentialen Oszillation in der hinteren Bandage werden horizontal gerichtete Scherkräfte erzeugt. Damit gelingt die Nahtverdichtung besonders schonend und effizient, ohne dass bei kühler Witterung vibriert werden müsste. Die Bomag-Oszillation verspricht somit eine neue Qualität auf der Baustelle. Dies bemerkten auch die Fahrer auf der Maschine: »Wenn ich den ›TanGo‹ einschalte, ist nur ein leises Brummen zu hören. Erstaunlich, dass trotzdem alles gut verdichtet wird«, so ein Mitarbeiter.Vibration und Oszillation arbeiten zusammen


Gute Verdichtungsergebnisse werden bei einer 10-t-Walze eigentlich vorausgesetzt – selbst bei dickeren Asphaltpaketen. Die Fachleute waren daher neugierig zu erfahren, wie die Kombination aus Vibration (vorne) und Oszillation (hinten) funktioniert. Bisher kannte das Baustellenteam nur die speziellen Einsatzfälle, bei denen die Oszillationstechnik einzig zur Vermeidung von Erschütterungen auf Brückenbauwerken und in häusernähe sowie zur schonenden dynamischen Verdichtung von Deckschichtbelägen eingeschaltet wird. Mit der BW 161 ADO-5 ist es möglich, beides zu kombinieren. Vibration und tangentiale Oszillation erweitern das Einsatzspektrum, sodass praktisch alle typischen Anwendungen effizient zu erledigen sind. Dies galt auch für die etwa 200 t Binder, die am zweiten Einsatztag auf eine Stärke von 6 cm verdichtet wurden. Üblicherweise wird nur eine Bandage zur Verdichtung genutzt: »Das reicht aus, um den Binder einzubauen«, so Baumaschinenführer Pierre Frentzel. Bei schneller Abkühlung im November wird das zusätzliche Verdichtungspotenzial durch die tangentiale Oszillation jedoch gern angenommen – zumal sie offensichtlich kaum zu hören ist. Besonders der geringe Lärmpegel in der Kabine kam positiv bei den Fahrern an. Er resultiert zum einen daher, dass der Motor auf dem Hinterrahmen liegt, zum anderen aus der Drehzahlregelung des Motors durch Ecomode.


Es wird nur so viel Drehzahl eingestellt wie nötig ist, um die Walze mit oder ohne Vibration oder Oszillation in der Ebene oder auf Steigungen zu bewegen. Das zahlt sich aus, denn der Dieselverbrauch wird dadurch um 30 % gesenkt. Dies interessiert besonders Gruppenleiter Thomas Kötter. »Gut zu wissen, denn Kraftstoffkosten sind ein wesentlicher Faktor in meiner Kostenplanung für die Baustelle. Das beeinflusst stark die Betriebskostenrechnung einer Walze.« Der Kubota-Motor selbst hat mit 85 kW bei 2 600 Umdrehungen genügend Reserven für zusätzliche Belastungen durch weitere Verbraucher oder beim Einsatz in Steigungen.

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