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PRAXIS: Das Ziel ist die »komplett digitale Verwaltung«

Die Mitteldeutsche Baustoffe GmbH hat sich entschieden, die integrierten Waagen der 28 betriebenen Radlader mit einer neuen Soft- und Hardware-Lösung auszustatten. Mit der Anfang 2018 getroffenen Entscheidung ist Peter Müller, kaufmännischer Geschäftsführer im Unternehmen, heute noch zufrieden: »Wir standen sowieso vor einem größeren Wechsel, da die bisherige Software für die Waagen nicht weiterentwickelt und auf eine andere Plattform umgestellt werden sollte.« So habe man die Chance genutzt, gleich einen kompletten Wechsel durchzuführen – auf die Software-Lösung WDV 2020 der Praxis EDV-Betriebswirtschaft- und Software-Entwicklung aus Pferdingsleben.

Etwa 6 Mio. t Material werden in drei Steinbrüchen, in acht Kieswerken sowie drei Sandgruben pro Jahr gefördert, dazu gehören auch noch zwei Bahnverladungen. 200 Mitarbeiter erwirtschaften so jährlich einen Gesamtumsatz für die Mitteldeutschen Baustoffe einschließlich Frachten von 41 Mio. Euro. Da bereits gute Erfahrungen bei der Umrüstung stationärer Waagen vor etwa zehn Jahren mit der Praxis EDV-Betriebswirtschaft- und Software-Entwicklung vorhanden waren, fiel die Wahl recht schnell auf deren Softwarelösung WDV 2020. Dahinter steht ein aus einer reinen Wägedatenverarbeitung entstandenes integriertes Branchen-Enterprise-Resource-Planning (ERP). Anwendung findet sie in Kies- und Schotterwerken, Asphaltmischwerken und Asphaltlaboren, aber auch im Transportbeton, der Containerlogistik und im Baustellen-Management des Verkehrswegebaus.

»80 % der Geschäftsvorfälle, die in einem Unternehmen unserer Branche üblicherweise vorkommen, sind in der WDV-Standardlösung schon drin. Der Rest sind spezielle Besonderheiten, die überall etwas anders sind. Hier muss man sich entscheiden. Entweder trennt man sich davon, weil es sowieso nicht mehr gebraucht wird oder es wurden durch Praxis-EDV Lösungen gefunden, um sie weiter nutzen zu können«, sagt Peter Müller.

Von Vorteil sei bei der Einführung und Anpassung gewesen, dass die Fachleute aus Pferdingsleben sich in der Branche und deren Besonderheiten auskannten und so die Kommunikation zu jeder Zeit sehr effektiv war. »Wir haben hier immer die selbe Sprache gesprochen«, sagt Müller. So werden jetzt neben den Waagen auch die zugehörige Fakturierung, die Auftrags- und Angebotsverwaltung, Statistiken und die Postbox verwaltet.

Weg vom Papierlieferschein

Das Wichtigste sei aber, so Müller, die papierlose Lieferscheinabrechnung und vor allem deren Archivierung. »Derzeit müssen wir zwar immer noch meist mit zwei Lieferscheinen aus Papier arbeiten, da dies von den Spe­diteuren und Baustellen gefordert wird. Aber die restlichen bis zu drei weiteren Durchschläge fallen weg.« Das sei bei etwa 250 000 Lieferscheinen pro Jahr eine enorme Erleichterung.

Das eigentliche Ziel sei die komplett digitale Verwaltung der Lieferscheine ohne Papier. »Da müssen unsere Partner dann aber auch entsprechend ausgerüstet sein.« Das sei jedoch in der eher etwas konservativen Baubranche ein schwieriger und langwieriger Prozess, an dem man aber durchaus aktiv arbeite. »In verschiedenen Gremien und Ausschüssen, wo auch wir aktiv mitwirken, steht dieses Thema immer wieder auf der Tagesordnung und die Lösungen und Vorteile werden diskutiert.« Müller sieht zwar »Bewegung in der Sache«, trotzdem stehe man aber erst am Anfang.

»Umstellung völlig problemlos«

Kenny Grube, stellvertretender Produktionsleiter im Unstrut-Kieswerk Oldisleben der Mitteldeutschen Baustoffe, ist auf jeden Fall mit der neuen Technik sehr zufrieden: »Die Umstellung unserer beiden Radlader verlief völlig problemlos. Nach einer kurzen Einweisung konnte ich sofort damit arbeiten.«

Der Praxisalltag sei besser als mit dem vorherigen System. »Unsere Kunden bekommen zusammen mit der Auftragsbestätigung eine AB-Nummer, die sie im Werk unseren Radladerfahrern geben. Diese haben dann sofort Zugriff auf alle kundenspezifischen Informationen zu diesem Auftrag.«

Digitale Unterschrift

Statt herumliegenden Wiegekarten sei jetzt ein Thermodrucker im Fahrzeug installiert, der die derzeit noch benötigten drei Ausdrucke (Radladerfahrer, Speditionsfahrer und Baustelle) dann druckt, wenn sie benötigt würden. Auch die Unterschriften würden via Panel digitalisiert. »Bei Eingabe der Fahrzeugnummer kann ich sofort die Spedition und vor allem das Leer­gewicht des Fahrzeuges zuordnen«, sagt Grube. Das sei wichtig, da die Fahrzeuge bei der Verwiegung mit einem Radlader nicht leer gewogen werden können und so nicht das zulässige Gesamtgewicht überschritten würde, sieht Kenny Grube noch einen bedeutenden Vorteil.

Die Unternehmensgruppe will bis Ende 2020 alle Radlader ausrüsten und dann darüber nachdenken, wie es mit der Digitalisierung weiter geht. »In der Baubranche müsste insgesamt ein einheitlicher Standard eingeführt werden«, betont Peter Müller. Dann würde es sich auch für die Mitteldeutschen Baustoffe lohnen, hier weiter zu investieren – und weiter mit der Praxis EDV zu arbeiten. »Denn die haben alle Voraussetzungen dafür«, ist sich Müller sicher.    t


 

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